Unser Tagebuch

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Mit wunderbaren Hunden ...

... bereichert durch's Leben.

Vier Jahre griechisches Sonnenkind

Das tägliche GlückPosted by Barbara Dehn Mar 10, 2014 01:19AM
Es ist irre. Vier Jahre ist es schon her, daß mein griechisches Sonnen- und Sorgenkind Einzug hielt.

Ein kleiner Unfall war er, den ich eigentlich nur auf seiner Pflegestelle begutachten sollte. Als ich dann den Trainingsplan aufstellen wollte, hieß es: "Ich dachte, sie nehmen den jetzt mit."

Klar, hatte man sich doch Tage vorher schon Ersatz beschafft, einen Welpen aus Spanien. Was man natürlich der Orga, der man vorjammerte, wie schrecklich das Leben mit Flox, wie er damals noch hieß, sei, verschwiegen hatte. Und so lieblos klang es, daß ich das zarte Seelchen nicht dort lassen konnte.

Aber einen dritten Hund? Wollte ich nicht. Tapfer behauptete ich, den hübschen Burschen weitervermitteln zu wollen. Der in der Folge soviele Ängste zeigte, daß ich schnell Sorge hatte, er könne in diesem Fall aber auch leicht zum Wanderpokal werden.

Es kam, wie es kommen mußte, mein Vermieter kündigte mir. Zwei Hunde waren ok gewesen, drei waren einer zuviel. Und so landeten die Jungs und ich auf dem Bauernhof. Und Flox wurde zu Ilias und blieb.

Und machte mich wahnsinnig. Mit Aggression konnte ich umgehen. Aber mit Panik nur schwer. Ich fühlte mich sehr oft sehr hilflos, tat, was ich konnte und sah zu, wie Ilias Sofas zerfetzte, Boxen schredderte und ganz nebenbei die Sitze meines Autos zerfledderte. Der Bursche brachte mich mit seiner Lernresistenz an Grenzen, die ich gar nicht kannte und forderte mich bis auf's Blut.

Die Erfolge, die wir erzielten kamen sehr, sehr langsam. Es gab Rück-, Zwischen- und Ausfallschritte, insgesamt über Jahre ein heißes Tänzchen. Es gab mehr, was Ilias nicht konnte als was er konnte, jedenfalls gemessen an und von menschlicher Gesellschaft und an den Anforderungen meines sehr mobilen Lebens. Aber er hatte und hat eben auch so wunderbare Eigenschaften, daß ich ihm zuliebe Grenzen überschritt. Viele Grenzen und vieles fiel mir schwer.

Heute ist Ilias in punkto SDU und Bauchspeicheldrüseninsuffizienz ordentlich eingestellt. Er kann kurze genauso wie lange Strecken im Hellen wie im Dunkeln Autofahren, er rastet in Tunneln und unter Brücken oder wenn Lichter auf uns zukommen, nicht mehr aus, sondern kann entspannt bleiben. Er kann draußen fast immer Leckerchen nehmen und besonders im letzten halben Jahr konnten wir in Sachen Gehorsam und Abruf tolle Fortschritte machen. Ilias kann endlich mitarbeiten, hat endlich die seelische Freiheit hierzu. Sein Jagdtrieb ist im Griff, er ist mit anderen Hunden ein Traum und Bens bester Kumpel. Mit dem kann er streßfrei auch längere Zeit zu Hause alleinbleiben. Die meisten Knallgeräusche kann er ertragen, rennt meist nicht mehr panisch weg, sondern drückt sich an meine Seite. In Bezug auf das Gewitter hat er unbeschreibliche Sprünge gemacht, auch wenn er bei sehr nahen noch Tabletten braucht, ist er so etwas ähnliches wie entspannt, wenn ich ihn halte.

Am schönsten ist, daß er ein großer Kuschler und Bettschläfer geworden ist.

Bleiben wird er mein Jodler, mein Winnetou, mein Tarzan, wenn er in der Box warten mußte und ich wiederkomme. Ertragen kann er den Aufenthalt dort auf kurzen Strecken und im Stehen - große Erleichterungen.

Bleiben wird er mein Zirkuspferd, das einen Affentanz aufführt, wenn ich drei Minuten oder drei Stunden weg war, das ist ihm egal.

Mitgehen und -arbeiten kann er jetzt auch mal, wenn wer anders die Leine hat und ich ihn gerade mal nicht führen kann. Er staubt dann sogar Leckerchen ab.

Bleiben wird er sicher auch mein kleiner Angsthund, der besondere Nähe und Ruhe braucht.

Und bleiben wird er vor allem: mein Sonnenkind mit den Bernsteinaugen, mein Spinner, der plötzlich so größenwahnsinnig werden kann, ganze Pferdeherden hüten zu wollen, der sich selbst an einen Pepe rantraut und überhaupt mit anderen Hunden einfach spitze ist.

Bleiben wird er: ein Heldenhund, denn er ist einer, der sie kennt, die Angst und der doch den Mut nicht nur nicht verloren, sondern viel davon ganz neu erworben hat.



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Schon weit über ein Jahr

Das tägliche GlückPosted by Barbara Dehn Mar 10, 2014 01:18AM
Es ist unfaßbar. Dat Lupi wohnt jetzt schon weit über ein Jahr bei den Jungs und mir. Und dabei wollte ich "das Weib" eigentlich gar nicht haben. Ein Gefallen sollte es sein. Für den Herrn Ben. Ich dachte: Der kommt mit Mädels immer besser klar, kriegt er also ein Schätzeken an seine Seite.

Super hat das funktioniert. So traurig und hilflos Madamchen aus der Wäsche guckte auf den ersten Bildern, so verschüchtert sie sich zeigte, beim Kennenlernen, eine rechte Zicke gab sie hier zu Hause. Und traute sich sogar, dem großen Schwarzen zu widersprechen.

Zum Glück gab sich das, und heute verteidigt der alte Mann sein Mädchen sogar gegen böse potente Rüden, die er sonst zwar doof findet, aber eigentlich nur noch sehr bedingt angeht.

Wehe aber, wenn "madame de coeurs" sich nähert, da muß klar gemacht werden, wem die Herzensdame rechtmäßig angetraut ist. Da wird der alte Mann zum Rächer der Enterbten und Verteidiger der Damenwelt, die sich eigentlich ganz gut allein behaupten könnte.

Ja, sie haben wahrlich zusammengefunden, die Jungs und das Mädel, obwohl ich das zunächst nicht mehr recht geglaubt hatte.

Eigentlich waren es ja "nur" ihre Augen gewesen, in denen ich so sehr meinen Athos wiedersah, die mich veranlaßt hatten, gegen alles in mir zu sagen: Sie bleibt. Wobei liebe Freunde noch heute behaupten, das stimme gar nicht, man habe mir die Entscheidung "pro Lupa" in den ersten Sekunden schon angesehen und die Verliebtheit in die wunderschöne Dame gleich dazu.

So oder so: Schon nach relativ kurzem Kennenlernen lockten wir die kleine Braun-Schwarze in die Box, die Entscheidung war gefallen und hatte zur Folge, daß Lupi seitdem Fleischwurst für ein lebensnotwendiges Lebensmittel hält. Unter anderem jedenfalls.

Die ersten Wochen ging praktisch gar nix (außer Ben anzuzicken ;-))): Sie lief nicht schneller als Trab, sie ging keine paar Meter von mir weg, sie hatte die Ohren nie hochgestellt, aber ständig nach hinten geklappt - einfach, weil meine Maus immer noch und immer wieder den Stromstoß erwartete, weil der vorherige Halter den Tacker statt Leine benutzt hatte.

Was man ihr sonst noch so angetan hatte, das erfuhr ich erst durch sie und später durch ebenjenen Halter, den er sandte mir Photos, auf denen meine Flugfritte auch noch im Wechsel mit dem Stromreizgerät oder sogar zusätzlich Stachelhalsband trug.

Wenn ich mir das vorstelle, diese zarte Maus mit all dem bewehrt, ich finde es nur gerecht, daß sie sich irgendwann wehrte und zubiß. Wobei das eine Mal, das ihre Abgabe veranlaßte, laut Vorhalter nicht das erste Mal gewesen war. Naja, wen wundert's, wenn manN jedes angeblich unerwünschte Verhalten straft, ohne daß hund versteht, wofür ihn der Schmerz gerade wieder trifft.

Dat Lupi war anfangs ein armer Wurm. Spielzeug kannte sie nicht, Schutzdienst mal gleich gar nicht, Kopfarbeit noch viel weniger.

Es war mühsam, das alles aufzubauen. Doch gelohnt hat es sich. Heute trägt sie ständig irgendwas im belgischen Schnäbelchen herum wie weiland ihr Vorgänger, im Schutzdienst hat sie mit "dem ganz großen Kaninchen" soviel Spaß, daß selbst die realen Karnickel zur Nebensache werden, und ihren Ausbilder und Helfer begeistert sie nicht nur durch ihre Fortschritte in Sachen Beutearbeit, auch der Umstand, daß sie tatsächlich ein mitdenkender Gebrauchshund ist, der in der Sucharbeit, die ebenso wie Unterordnung und Schutzdienst via Shaping aufgebaut ist, endlich, endlich die Freiheit zu eigenen Denkleistungen entwickelt hat, freut nicht nur mein Herz immer wieder.

Fahren wir Richtung Trainingsort, fiept meine Flugfritte unentwegt, sobald sie sieht, wo wir aussteigen und wer da auf sie wartet, zeigt sie nur noch eins: Ich will, will, will und will nochmal.

Doch nicht nur in diesem Bereich gab es im vergangenen Jahr bahnbrechende Entwicklungen. Eine Schilddrüsenunterfunktion wurde erkannt und die Schilddrüse auf Medikamente eingestellt, auch fanden wir heraus, daß die Hübsche neben der Gewalt, die man ihr antat, noch weitere gute Gründe gehabt hätte, aggressiv zu sein. Sie zeigten sich, als Lupa immer wieder humpelte, zunächst, ohne daß wir wirkliche Gründe erkennen konnten.

Erst, als die Golddrahtimplantation anberaumt war und unsere TÄ vor Implantation noch mal alles durchröntgte, stellte sich heraus, daß die arme Malinette Spondylosen besonders im Brustwirbelbereich hatte, die definitiv arg wehtun mußten - und so zeigte GI letztlich als wahre Offenbarung, denn seit die Herzensdame auch noch eine Goldmarie ist, dreht sie nochmal so richtig auf.

Und so hoffen wir, daß wir auch im nächsten Jahr über viele Fortschritte und über noch mehr Lebensfreude berichten können.



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Ein erinnerungsreicher Tag

Das tägliche GlückPosted by Barbara Dehn Aug 01, 2013 01:15AM
Am 19.7. wäre er drei Jahre bei mir gewesen. Leider hat er den Hundzeitstag nicht mehr erlebt. Es sollte wohl einfach nicht sein.

Mein Herzen- und Seelen-Belgier, Du warst eine Bereicherung, meine große maliziöse Liebe. Du warst alles, was ich mir von einem Mali, von einem Hund gewünscht hätte. Trieb- und charakterstark, Du wußtest, was Du wolltest, und wenn man Dich "mitnahm" und überzeugte, tatest Du alles für uns, für unsere gemeinsame Arbeit. Machte ich etwas falsch, oder sollte etwas erzwungen werden, wehrtest Du Dich, mit Recht. Ich weiß noch, wie Peter einen Leinenruck demonstrieren wollte, und kaum hatte er dazu angesetzt, schautest Du ihn mit einer Autorität an, daß der gestandene Hundeführer den Konflikt nicht gehen wollte.

Du brachste mir bei, daß es auch andere Möglichkeiten gab, Dir unerwünschtes Verhalten zu verleiden, vor allem aber zeigtest Du mir, was Begeisterungsfähigkeit, Hingabe und Leidenschaft bei Hunden sind.

Du fehlst mir an allen Ecken und Enden, einen wie Dich wird es nicht wieder geben, auch wenn Lupa, die Du mir schicktest, eine würdige Nachfolgerin ist.

Tag für Tag denke ich an Dich, vermisse Dich wie Hölle, wünsche Dich zurück und weiß doch, daß es unmöglich. Doch ein kleines Stück von Dir bleibt, ich sehe es in Lupas Augen, die anfangs genauso traurig und resigniert guckte, wie Du es tatest, als Du hier ankamst.

Heute tritt die Maus in vielerlei Hinsicht in Deine Pfotenstapfen, und wenn ich sei sehe, sehe ich Dich. Das ist ein großes Geschenk.

Athos, Du wirst immer in meinem Herzen sein, und ich bin stolz auf das Vertrauen, daß Du mir schenktest, auf die Einheit, die wir waren und darauf, Dir Liebe und Geborgenheit geben und Dein Schutzdiensttrauma nachhaltig nehmen zu können.

Du gingst viel zu früh, aber die drei Jahre zusammen, sie waren erfüllt und bereichert, und dafür danke ich Dir.


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Sieben Jahre mit Ben

Das tägliche GlückPosted by Barbara Dehn Jul 10, 2013 03:15AM
Da wäre er beinahe an mir vorbeigegangen, des Minchens siebter "Hundzeitstag".

Dabei weiß ich noch allzu gut, wie ich sie in Empfang nahm, die große, zähnefletschende und keifende Flugkiste. Die Tierschützerin hatte Olli dabei, den Bardino, den ich eigentlich, mangels richtigen "Herzenstreffers" zunächst gerne aufgenommen hätte. Er war nicht in Frage gekommen, weil er Katzen haßte, ich hatte ihm also nicht helfen können, obwohl er schon soooo lange auf seiner Pflegestelle saß.

Ob Ben Katzen mögen würde, wußte ich damals nicht. Aber ich war: Total verliebt. In einen schwarzen Hund, den sie Bardino-Labrador-Mix nannten und wenige Tage, bevor ich ihn entdeckt hatte, aus der Tötung geholt hatten. Bereits dort hatte er knurrend in der Box gesessen, doch angeblich hatte er in den Tagen auf der Finca, bei den Tierschützern, erstes Vertrauen gefaßt und Spielversuche gezeigt. Nun denn, damals ahnte ich noch nicht, daß Letzteres lediglich eine erste Begegnung mit der mangelnden Wahrheitsliebe oder Kompetenz mancher Orgas war, auf jeden Fall: nicht wahr.

Immer wieder hatte ich, nachdem sich herausgestellt hatte, daß Olli nicht "mein Hund" werden konnte, die Seiten der Tierhilfe Fuerteventura durchstöbert, als mir klar geworden war, wie mies es den Hunden auf der Insel ging. Von Auslandstierschutz und all dem, was da hinter den Kulissen ablaufen kann, hatte ich keinen Schimmer, über den Sinn oder Unsinn dachte ich nicht nach, mir taten sie einfach leid, und die Grausamkeiten, von denen ich gelesen hatte, waren einfach nur unfaßbar.

Daß ausgerechnet der, der -kaum hatte ich seine Photos gesehen- mein Herz im Sturm erobert hatte, sich als Opfer massiver Gewalt entpuppen sollte, das ahnte ich noch nicht. Und wenn: Ich hätte ihn doch genommen. Ja, das ist mir heute klar und wurde mir im Laufe der Zeit, als sich all die Probleme langsam zeigten, mit jedem Tag klarer: Selbst, wenn ich vorher gewußt hätte, was auf mich zukäme, DIESEN Hund hätte ich genommen.

Und so stand ich vor besagter knurrender, bellender Monster-Kiste und sagte zu dem Hund in ihr: Egal, was Du tust, Du bist es, und Du bleibst.

Ein langer, steiniger Weg folgte, doch seltsamerweise stritten er und ich zwar auch mal, aber nie gab es den Gedanken, diesen Hund irgendwo wissen zu wollen als an meiner Seite. Ben war mit dem ersten Blick in seine Augen auf den Bildern und noch mehr mit dem ersten Blick in seine Augen, als er endlich vor mir stand, mein Seelenhund, EIN Seelenhund, einer, bei dem man durch das blindgeprügelte Auge und das andere, das so tief schwarz glänzte, direkt auf die Seele schauen konnte. Und damals noch auf all das Elend, das er erlebt hat und das er auf und in seinem Körper wie ein Spiegelbild herumträgt.

Ich sprach damals eine dreiviertel Stunde auf die Bestie in der Box ein, fütterte Leckerchen, die der so verstörte Hund seltsamerweise nahm und öffnete dann die Box: Gefährlich sah er aus, als er auf mich zustürzte, sein Gebiß war damals nicht weniger beeindruckend, als es das heute ist. Und doch: Ich kniete vor ihm, und ich blieb knien. Warum? Ich weiß es nicht. Wie ich das konnte? Ich weiß es nicht. Ich hatte keine Angst. Obwohl ich welche hätte haben müssen. Und dann? Dann bremste er, der harte Kerl, kam langsam auf mich zu und legte seinen Kopf auf meine Stirn. Oh ja, das WAR der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Heute ist mein Minchen nicht nur der Chef einer Hundetruppe. Er ist einer, der mehr Traumata überwand, als die meisten Menschen und Hunde je haben werden. Damals, auf der Finca, mußten sie ihn wegsperren, weil er die anderen Hunde dort plattmachen wollte. Gesagt hatte mir das keiner. Aber hier zeigte er mir schnell, daß er seine Artgenossen mehr als nur verzichtbar fand. Es waren unsere wunderbare Bella, Dienst-Mali Kimba und des Mütterchens Bönnchen, die mit ihrem geballten weiblichen Charme die diesbezügliche Pfote in die Tür zu bekommen halfen. Und es war der Clicker, dieses geniale Instrument der Kommunikation, der mir den Pfad ebnete, meinen geliebten heute großen alten Herrn aus dem Gefängnis seiner Ängste und Aggressionen zu befreien.

Ja, das kann ich sagen: Ben durfte und darf hundliche Freiheit erleben. Seine Seele ist nicht mehr eingesperrt, er lernte, Menschen zumindest als ständige potentielle Leckerchengeber zu lieben, manche kamen ihm noch viel, viel näher. Als Bedrohung sieht er sie nicht mehr, selbst wenn ihn einer wirklich bedroht, weiß er, wohin er sich wenden kann, und er tut es. Das Minchen konnte seine Aggressionsskala zurückstufen, von beschädigend und ohne Vorwarnung zubeißen ging er zurück zu Meideverhalten und da, wo das nicht geht, zu einem sauberen Drohverhalten. Und wenn's wirklich eng wird, ja, dann führt der Weg halt hinter Frauchens breiten Rücken, denn, das hat Ben verinnerlicht, im Zweifel knurrt, fletscht und beißt die Alte eh besser als er. :-)

10 Jahre ist der alte Mann jetzt alt - geschätzt. Tierärzte befürchten, daß er leider schon um einiges älter sein könnte. So oder so: Unser gemeinsamer Lebensweg neigt sich dem Ende entgegen, das muß ich akzeptieren.

Es verändert sich damit viel. Ben, der früher allzeit bereit und immer gerne überall dabei ist, mag das heute nicht mehr unbedingt. Waren wir lang unterwegs wie in den letzten Tagen, mag er nach dem Spaziergang lieber in die Wohnung als ins Auto, kuscheln mit und schnurcheln an der Seite des kleinen Herrn Ilias wird heute gern genommen. Früher wäre es undenkbar gewesen, daß Ben einen anderen Hund so nah an seinen Körper und seine Seele herangelassen hätte. Selbst das hundliche Spiel, das Ben so unheimlich war, brachte ihm unser kleiner Grieche bei, bei ihm läßt das Minchen schon mal Würde des Alters Würde des Alters sein und mutiert zum albernen Welpen.

Insgesamt aber wird er deutlich ruhiger, der Senior der Truppe. Seine Spondylosen sind verwachsen, sie lassen ihn sichtbar weniger beweglich sein. Sein Geist ist nicht mehr so flexibel wie früher, manchmal scheint er zu vergessen, wo er gerade ist. Andere Menschen dürfen ihn nicht mehr wie früher anfassen, nach einer Weile zeigt er seine nach wie vor beeindruckenden Zähnchen. Früher hätte er da gebissen, heute sagt er einfach, daß er etwas gerade nicht mehr will oder kann.

Geblieben ist sein immenses Bedürfnis nach körperlicher Nähe. Nie schläft er woanders als im Bett, egal, ob im Hotel oder zu Hause. Der Länge nach preßt er sich an mich, im Winter schlüpft er mit unter die Bettdecke. Jede Sekunde dieser gegenseitigen Zuwendung genießen wir beide, auch, wenn irgendwann solange gebrummt wird, bis Frauchen kuscheln kommt, streichelt und liebevolle Dinge ins Ohr säuselt. Und wehe, dabei stört einer der anderen, hui, das gibt eine Ansage. Es gibt eben Heiligtümer, und da setzt das Minchen Prioritäten. :-)

Oft denke ich jetzt daran, wie es ohne ihn sein wird. Vorstellen kann ich es mir nicht. Ein bißchen Abschied nehme ich täglich. In der wahrscheinlich trügerischen Hoffnung, daß es mich, wenn es soweit ist, nicht ganz so unvorbereitet trifft. Gut und richtig ist es trotzdem, denn so nehme ich jeden Augenblick mit Ben, jede Nähe, jedes Miteinander, noch einmal bewußter war, es erscheint mir noch wertvoller, als es früher war. Früher hingegen war alles leichter, das ist jetzt nicht mehr so, es ist schwerer, aber auch inniger, anders eben.

Für mich ist Ben nun nicht mehr nur der erste eigene Hund. Er ist auch der erste alternde Hund, den ich wirklich täglich begleite. Doch egal, wie mein Minchen sich dabei entwickelt, solange die gegenseitige Liebe anhält, werden wir uns weiter Seite an Seite tapfer schlagen. Nur eins, das könnte ich nicht ertragen, wenn mein Minchen mich altersdemenzbedingt einmal nicht mehr erkennen würde. Daß es soweit kommt, hoffe ich nicht, das sind Gedanken, die ich viel weiter von mir schiebe als die daran, daß wir eben keine Ewigkeit mehr miteinander haben werden. Denn eins weiß ich, wenn der Ben einmal gehen muß, dann wird er nicht nur den Athos wieder treffen. Er wird mit freier und fröhlicher Seele gehen können, und er wird in dem Wissen und mit der langjährigen Erfahrung gehen, daß Menschen keine mißhandelnden Monster sein müssen und daß Artgenossen Familie und Freunde sein können.

Niemand wird uns je unsere gemeinsamen Jahre, vor allem aber dem Ben niemand seine unglaublichen Leistungen nehmen können, die er in den Jahren hier in Deutschland vollbracht hat. Was dieser Hund alles überwand - davor kann man nur den Hut ziehen.

Lieber, großer Ben, ich muß Dir nicht sagen, wie sehr ich Dich liebe. Ich darf es Dir jeden Tag zeigen, und darauf, daß Du mich als Deinen menschlichen Mentor und Freund akzeptiert hast, bin ich wirklich, wirklich stolz.

Bild 1: Ben bei seiner Lieblingsbeschäftigung - Leckerchen schnorren.

Bild 2: Ben auf dem Weg in Frauchens Arme.

Bild 3: Ben mit dem ersten Mitglied seiner hundlichen Familie, mit Seppl.

Bild 4: Ben wie er lebt und strahlt.

Bild 5: Ben fröhlich im Wald, wobei winterliche Kälte vom Ex-Spanier lieber genommen wird als sommerliche Hitze.

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Meine Gold-Lupa

Das tägliche GlückPosted by Barbara Dehn Jul 10, 2013 03:08AM
Nachdem meine Malineuse schon seit einiger Zeit immer mal lahmte und hinkte, diverse Gaben diverser Schmerzmittel immer nur zeitweilig Linderung brachten und meine Tierärztin beim Abtasten der Maus an immer neuen Stellen Schmerzreaktionen hervorrief, beschloß ich, im Fall des Falles eine Golddrahtimplantation machen zu lassen.

Entsprechend wurde ein Kombi-Termin vereinbart. Meine Flugfritte sollte per Röntgendiagnostik auf Herz und Nieren geprüft werden, falls sich Hinweise auf Veränderungen des Bewegungsapparates ergeben würden, wollten wir den Eingriff direkt vornehmen - einfach, um eine Narkose zu sparen.

Gesagt, getan. Lupa wurde schlafen gelegt, die Bilder wurden angefertigt. Schnell war klar: Arthrosen in der rechten Hüfte, leichte Spondylosen in der Lenden- und schwerere in der Brustwirbelsäule rechtfertigten das Gold definitiv.

Also tat Frau Dr. Habrock, was Frau Dr. Habrock besonders gut kann und implantierte an zahlreichen Stellen des malineusen Körpers kleine Goldstückchen, die der Maus die durch die Krankheiten verursachten Schmerzen nehmen sollten.

Kaum einen Tag später, nahm ich erste Veränderungen wahr. Lupa bewegte sich sichtbar freier. Einen Tag später wurde das Gefühl stärker.

An beiden Tagen war die Malinette so fröhlich, daß ich ihr die Schmerzmittel schon gar nicht mehr gab, die sie hätte bekommen dürfen, aber nicht müssen.

Drei Tage nach dem Eingriff mußte ich wegen des kleinen Herrn Ilias, der sich das Pfötchen verletzt hatte, noch einmal in die Tierarztpraxis. Dort fragte ich natürlich, ob es überhaupt sein könne, daß man schon so schnell Veränderungen bemerken kann.

Dr. Habrocks Antwort lautete sinngemäß: "Ja, das ist sogar optimalerweise so. Eigentlich sollte man ca. acht Stunden nach Implantation etwas sehen, dann gibt es nach drei Monaten nochmal einen ordentlichen Schub, und was nach sechs Monaten nicht da ist, kommt auch nicht mehr."

Vier Tage nach der OP erklärte eine Freundin, die Lupa kurz "vorher" und direkt "nachher" erlebte, ich würde mir die Veränderungen ganz sicher nicht einbilden, auch sie sähe die Unterschiede.

Und dann wurde es ohnehin so eindeutig, daß ich nur noch jubilieren konnte. Nicht nur, daß meine Maus plötzlich nicht mehr in die Grundstellung ging, sondern hüpfte. Nein, auf ein "hopp" sprang sie an mir hoch bzw. holte sich von besagter Freundin ihre Leckerchen auf den Hinterbeinen stehend, Bewegungen, die sie vorher NIE ausgeführt hatte.

Als wir an diesem Abend nach Hause kamen, hüpfte und alberte die Lütte, wie ich sie noch nie erlebt hatte, sie drehte und wendete und biß sogar vor lauter Übermut in die Leine - wie ein kleiner Welpe, der sich seines Lebens freut - es war einfach unglaublich.

Am fünften Tag nach dem Eingriff folgte eine echte Nagelprobe, denn wir besuchten einen befreundeten Physiotherapeuten. Ich bat ihn, sich "dat Lupi" genau anzuschauen und erntete: Begeisterung, Überraschung, Erstaunen.

Zunächst sah der Herr Therapeut die Veränderung bereits im Gangbild. Lupa geht auch seiner Auffassung nach viel weniger steif, schont nicht mehr so, auch im Stehen entlastet sie rechts nicht mehr ständig. Sie hüpft und springt, was auch er von ihr nicht kannte.

Doch besonders beeindruckte das Ergebnis der Tastuntersuchung. Gedrückt wurden eine Reihe von Triggerpunkten, an denen Lupa vorher IMMER reagiert hatte, zum Teil sogar mit leichter Aggression, immer aber mit deutlicher Abwehr und Signalen, daß sie Schmerzen hatte. Jetzt reagierte sie plötzlich an KEINEM dieser Punkte mehr, die Hüfte konnte bewegt, gedrückt und gezogen werden, die Knie ebenfalls - es tat sich: NICHTS. Ganz ehrlich, sogar ich war vollständig baff über dieses so eindeutige Ergebnis.

Acht Tage nach der Implantation stellte sich mir die Frage: Wer hat den Mali ausgetauscht?

Gnädige Frau weckten des Morgens und wollten: was tun. Lupa hüpfte auf mir rum, drehte und wendete sich, verteilte Küßchen - nur ausschlafen wie früher, das wollte die Flugfritte nu nicht mehr.

Neu ist seitdem auch die Art, wie sie sich räkelt. Früher achtete sie peinlich darauf, die rechte Hüfte weder zu strecken, noch zu belasten. Jetzt wird beidseitig gedehnt und lang gemacht, was das Zeug hält, außerdem wird nach großen und kleinen Geschäften ausgiebig gescharrt, beidseitig und grinsend. Auch das: typische Fälle von "das hat 'se ja noch nie gemacht".

Ins Platz legt sich die Malineuse übrigens jetzt auch fast immer gerade, ohne Schonhaltung nach links oder rechts, wie sie früher üblich war.

Insgesamt steigt ihre Arbeits- und Spielfreude deutlich, ein erster Schutzdienst "nach GI" verlief nicht nur zu ihrer und meiner Zufriedenheit, sondern endete mit dem Fazit unseres Ausbilders und Schutzdiensthelfers, das da lautete: "Sehr, sehr schön."


Lupas Hüfte vor der Implantation


Lupas Rücken "hinten" vor der GI


Lupas Rücken "vorne" vor der GI


Lupas "Fahrgestell" inklusive "Gold"

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Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

Das tägliche GlückPosted by Barbara Dehn Jan 24, 2013 03:40AM
Vor einigen Tagen gab es einen der schönsten Momente der letzten Zeit. Ich hatte Seppl und Lupa mit in die Stadt genommen, Senior Ben war mit dem kleinen Herrn Ilias zu Hause geblieben.

Als wir zurückkamen, gab mein großer Schwarzer -bevor er mich fiepend umgarnte- erst einmal Küßchen und zwar: der kleinen Mali-nette. Er begrüßte sie wirklich unglaublich liebevoll, so sehr, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte.

Nur wenige Tage später standen die beiden nebeneinander vor mir. Beide wollten gekrault werden. Das tat ich natürlich gerne. Ich streichelte den einen links, den anderen rechts. Und plötzlich legte Ben Lupa ganz sanft den Kopf auf den Rücken (mittendrauf und nicht mal in der Nähe des Nackens), ruhig und vertrauensvoll.

Die kleine belgische Dame blieb währenddessen stehen - genauso ruhig und vertrauensvoll.

Ich hielt vor lauter Glück regelrecht die Luft an, um den Moment nur ja nicht zu stören, während ich weiterhin links und rechts das Fell "durchkämmte".

Einen Tag danach kamen wir von einer längeren Fahrt zurück. Ganz unserer täglichen Routine entsprechend, die entstand, weil ich nie weiß, ob Hofschäferhund Chico, den Ben und Lupa solidarisch miteinander nicht leiden können, den Weg zur Haustür blockiert, waren Seppl und Ilias schon reingebracht. Ich mußte nur noch den Mali "auspacken" und Ben "befreien".

Das Lüpchen hüpfte freudig aus der Box, trabte mit mir zur Seitentür des Transporters und wartete strahlend auf den Herrn Ben, den ich zum Schluß rausholte.

Kaum hatten dessen Pfötchen den Boden berührt, schnüffelte der Große schon an seiner Lupa rum, was die sofort freudig erwiderte. Die Schnauzen wurden aneinander gerieben, man gab sich erneut gleichsam Küßchen - die beiden begrüßten sich regelrecht und trabten dann Seite an Seite, die Ruten fröhlich wedelnd, über den Hof.

Es war wirklich ein Bild für Götter und ein weiteres Indiz dafür, daß hier offenbar gerade eine richtige Freundschaft entsteht.

Doch, doch, dat Lupi war damals definitiv die richtige Wahl, und mittlerweile scheint das auch der Herr Ben so zu sehen.

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Little Princess Charming

Das tägliche GlückPosted by Barbara Dehn Dec 18, 2012 03:57AM
Die kleine charmante Prinzessin, sie becirct sie alle, ihre Kumpels und mich natürlich auch. Aber wer könnte DIESEM Augenaufschlag auch widerstehen. :-)

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Einfach nur Herr Ben

Das tägliche GlückPosted by Barbara Dehn Jul 01, 2012 02:28AM
Am 30. Juni 2012 teilte "Onkel Ben", wie Peter ihn neuerdings liebevoll nennt, genau seit sechs Jahren Haus und Hof, Heim und Herd mit mir. Früher sagte man, ein Menschenjahr seien sieben Hundejahre. Demnach wären Ben und ich mit diesem Tag 42 Jahre verheiratet gewesen. ;-))))

Manchmal fühlt sich unser Verhältnis tatsächlich ganz genau so an: Wie eine wunderbare, über die Jahre gewachsene Ehe, in der man gemeinsam durch alle Phasen und Höhen und Tiefen ging, jedoch nie die Liebe zueinander und den Respekt voreinander verlor. Im Gegenteil, beide wuchsen und entwickelten sich, so, wie auch Mensch und Hund aneinander wuchsen und sich miteinander entwickelten.

Oh ja, unsere Sturm- und Drangzeit, die erste stürmische Liebe und die nicht weniger stürmischen ersten Meinungsverschiedenheiten am Beginn unserer Beziehung prägten uns. Wir lernten uns kennen und vor allem verstehen, wir lernten unsere Stärken und unsere Schwächen herauszufinden. Wobei Ben an mir bestimmt mehr Schwächen entdeckte als ich an ihm. :-)

Wir schlugen und vertrugen uns, doch eins, das muß ich sagen, kam mir, trotz einer Reihe von Problemen, die wir gemeinsam zu bewältigen hatten, wirklich nie in den Sinn: mich scheiden zu lassen. Ich hatte mich in Sekundenbruchteilen in diesen Kerl verguckt, als ich sein Photo das erste Mal gesehen hatte. Ich hatte der knurrenden und zähnefletschenden Flugkiste, die am Düsseldorfer Flughafen meiner geharrt hatte, von Beginn an erklärt: "Egal, was Du anstellst, Du gehörst zu mir und Du bleibst auch bei mir". Und dabei blieb es bis heute und zwar, auch wenn es vielleicht schwer zu glauben ist, von Anfang an und durch alle Zeit ohne jeden Hauch eines Zweifels.

Nach wahrlich turbulentem Anfang liefen wir jedoch irgendwann in einen ruhigeren Hafen, den des gegenseitigen Vertrauens, ein. Ben lernte, sich mir anzuvertrauen, ich lernte, darauf zu vertrauen, daß er genau das tat und nicht in alte Verhaltensmuster zurückfiel. Was mir erstaunlicherweise nie wirklich schwerfiel, warum auch immer.

Wir entwickelten mit den Monaten und Jahren Routinen, vor allem aber eine große, für mich immer noch unfaßbare Innigkeit, die ich als unglaubliches Geschenk empfinde. Ich spürte von Beginn an und mit der Zeit immer intensiver, wie mir dieser große, schwarze Seelenhund nahe kam und erlebte schließlich, wie er sich immer öfter an mich anlehnen konnte, ohne dabei jedoch je seine Eigenständigkeit und seine wunderbare Persönlichkeit aufzugeben.

Wie ich war und ist Ben kein Anpasser. Er wollte und mußte davon überzeugt werden, daß es sich lohnte, sich mir anzuvertrauen, befreite sich "nur" aus seinem seelischen Gefängnis, verbog sich jedoch nie. Es war genau so, wie ich es mir immer gewünscht hatte und auch immer wieder wünschen würde.

Ja, und dann kamen die Kinder. ;-)))

Ich hatte immer gesagt: Ben ist ein "ein-Frau-Hund". Nur, daß wir den Seppl, der damals noch Bennie hieß, aufnehmen mußten, weil der schließlich in Not war.

Erstaunlicherweise entpuppte sich mein großer Schwarzer im Zusammenleben mit dem neuen Familienmitglied schnell als ziemlich cooler, wenn auch manchmal recht autoritärer "Papa", der zusammen mit mir ein ziemlich gutes Team abgab. Jedenfalls geriet unser Erstling ganz prächtig und verlor sehr schnell seine Unsicherheit, manchmal zugunsten einer ganz schön großen Klappe. Die Ben(nie) junior allerdings nur höchst selten Ben senior gegenüber aufriß, denn wer der Chef im Ring war, stand wirklich nie in Frage.

Als einige Zeit später mit Ilias das zweite "Kind" kam, war der Herr Ben bereits ein durchaus routinierter und liebevoller Erziehungsberechtigter, der ausgesprochen klar in seiner Kommunikation und seinen Ansprüchen an den Nachwuchs war, der jedoch auch bereit war, den Kiddies zuzuschauen und von ihnen zu lernen. Er, der nie mit anderen Hunden hatte spielen können, war plötzlich u.a. in der Lage, sich auf den kleinen Griechen und dessen Albernheiten einzulassen und einfach auch mal "mitzumachen", wenn er angespielt und abgeschleckt wurde. Unser "Kind der Sonne" ist bis heute "Papas Liebling", genießt diverse Privilegien und ist nach wie vor der einzige Artgenosse, der vom Minchen auch ganz aktiv "angespielt" wird.

Das dritte Kind war letztlich nur noch Routine, mehr Mamas Wunschkind als Papas, wenn man ehrlich ist. Monsieur d'Athos, der angelegentlich pubertierend schon mal den Revoluzzer raushängen ließ, schaffte es nun auch nicht mehr, "Vaddern" aus der Ruhe zu bringen. Ben machte die eine oder andere Ansage, blieb aber stets souverän und zeigte seine Genervtheit höchstens mal dadurch, daß er im Notfall "zu Muddern" ging und sich über die ungezogene belgische Göre beschwerte, frei nach dem Motto: "Guck, was DEIN Sohn wieder angestellt hat." ;-)))

Auf die dritte, die Kinder- und Erziehungsphase folgt jetzt schon seit einiger Zeit -in aller typisch ben'schen Gelassenheit natürlich- die vierte, die des "in Ehren Ergrauens". So ganz langsam wird mein Minchen mit seinen mittlerweile fast neun Jahren (am 3. Juli ist es soweit) tatsächlich zu einem graumelierten älteren Herrn, ein Umstand, der mir sehr entgegenkommt, denn auf genau diese Art von Mann stehe ich total. ;-)

Und so ist sie immer noch und immer wieder da, die Verbundenheit zu meinem ganz besonderen Aggressionshund, dem ich so unglaublich viel verdanke. Unter anderem, daß ich heute einem Beruf nachgehe, den ich liebe, der mich glücklich macht und ausfüllt.

Ben, ich danke Dir dafür, daß Du mein Lehrmeister warst und bist, für Deine Wärme und Dein Vertrauen, für zahllose Schmusestunden, dafür, daß Du mich "Hündisch" lehrtest und dafür, daß Du mir zeigst, was er heißt, einen Hund WIRKLICH zu lieben und zu ehren.

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