Unser Tagebuch

Unser Tagebuch

Mit wunderbaren Hunden ...

... bereichert durch's Leben.

Seit Juni allein im Abbruchhaus

Im EinsatzPosted by Barbara Dehn Jan 19, 2011 04:03AM
Manchmal frage ich mich, was manche Menschen sich "denken", die sich Hunde anschaffen. Vor allem anscheinend, das ist nicht böse gemeint, nur mein derzeitiger Erfahrungsstand, im Osten der Republik. Nach dem Schäferhund, von dem ich durch eine Userin meines Forums erfahren hatte und der am Ende, obwohl wir ihn noch aus seiner furchtbaren Haltung herausholen konnten, nur noch von einem Tierarzt von seinen Leiden erlöst werden konnte, nach Terry, dessen Halterin ihn, weil er nach ihr geschnappt hatte, einfach mal eben einschläfern ließ und nach Lilly, deren Vorgeschichte nun wirklich für menschliche Barbarei at its worst steht, ist es nun Rex, dem meine Sorge gilt.



Es ist sicher so: Einmal Helfer heißt leider offenbar immer Helfer. Man wird angerufen, wenn man eine Rasse liebt, wenn man Einsatz gezeigt hat. Aber eben auch "nur" von Leuten, die selbst nicht wegsehen wollen und Unterstützung darin benötigen. Wie oft ich höre, daß ich schon der x-te bin, der gefragt wird, weil alle vorher zwar sagten, sie würden ja gerne was tun, könnten aber aus diesem oder jenem Grund nicht, kann ich gar nicht mehr aufzählen. Was ich aber weiß, ist: Ich will auf gar keinen Fall der y-te sein. Was bedeutet: Mein nächstes Ziel in Sachen Hundehilfe wird vermutlich Dessau sein.

Dort lebt, genauer vegetiert, Rex vor sich hin, ein 2,5 Jahre alter wunderschöner Schäferhund, der offensichtlich aus einer Ost-Linie stammt. Eigentlich wäre er damit ein Hund, nach dem sich eigentlich jeder Schäfi-Fan die Hände lecken sollte, sind die DSH aus dem Ost-Zuchten doch meist noch unverstellt und vor allem noch deutlich häufiger hd-frei als ihre West-"Kollegen".

Leider weiß Rex' Besitzer davon nichts. Er interessiert sich nämlich schlicht nicht für das Schicksal seines Vierbeiners. Warum er ihn einst angeschafft hat, wissen die Götter, jedenfalls lebte das Tier schon bei dem Besitzer vor diesem im Zwinger und kannte offenbar nicht viel.

Leider hat sich Rex danach wahrlich nicht verbessert. Die Mißstände gipfeln nun darin, daß der Halter umgezogen ist und den Hundekerl einfach im Abbruchhaus zurückließ. Seit Juni letzten Jahres ist Rex dort schon Hitze und Kälte und natürlich Lärm ausgesetzt. Zeugen, die das Elend verfolgen sagen, er wird nur sehr unregelmäßig gefüttert, spazieren geht natürlich niemand mit ihm, er ist ständig eingesperrt und sozial komplett isoliert.

Nachdem Rex an Silvester furchtbar gestreßt einen Weg fand, eine Spanplatte durchzukratzen, rannte er weg. Leider attackierte er in seiner Panik einen anderen Rüden, der dabei verletzt wurde. Zum Glück hatte dessen Halterin mehr Verständnis für den Hund als für den Herrn. Sie verlangte zwar Begleichung der Tierarztrechnung, zeigte den Hund aber nicht an. Der wurde lediglich zurück in das leerstehende Haus gebracht. Und rückte am 2. Januar, zum Glück, muß man sagen, erneut aus. Denn diesmal traf er auf eine Hündin, die ihm einmal sowas wie "kusch" sagte, was er tat. Fürderhin dackelte er im Abstand ihr und ihrer Halterin hinterher. Diese wohnt in einem Nachbarhaus und brachte ihre Hündin zunächst einmal nach Hause, um dann den stattlichen Rüden "einzusammeln". Der ließ sich von ihr nicht nur brav anleinen, sondern schleckte sie vor lauter Glück über die menschliche Zuwendung von oben bis unten ab. Sie fütterte ihn und setzte sich mit dem Halter in Verbindung.

Der erklärte, er wolle den Hund loswerden, im lokalen Kleinanzeigenmarkt seien Inserate geschaltet. Wer ihn wolle, bekäme ihn. Mitnehmen könne er ihn nicht, der Hund sei ja nicht einmal stubenrein. Klar, wenn man ihn monatelang in einer Wohnung/einem Haus einsperrt.
Die Nachbarin jedenfalls hatte genug und setzte sich mit dem zuständigen Veterinärsamt in Verbindung. Das tat: nichts. Natürlich: nichts. Man habe kein Geld, der Hund werde doch gefüttert, es gäbe keinen Handlungsbedarf, war die ernüchternde Auskunft. Und wenn, könne man höchstens eine Maulkorbpflicht verordnen, damit der Rüde, wenn er ausrücke, nicht wieder verletzen könne. Und falls man in der Nachbarschaft Angst habe. Muß ich das noch kommentieren?
Gestern nun war angeblich nochmal ein Ortstermin geplant, nachdem man den Halter bei bei angeblichen Terminen zuvor angeblich nicht angetroffen habe und im Haus gar kein Hund gebellt hätte. Wie bitte? Daran macht man dann fest, daß es nichts zu regeln gäbe? Daß ein Halter NICHT da ist?
Die Nachbarin, die zum Glück am Ball blieb, wollte das jedenfalls nicht auf sich beruhen lassen und hakte nach. Sie bekam die Auskunft, daß man ihr nicht auskunftspflichtig sei. Aha. Wer genau hatte den Mißstand denn angezeigt? Wer genau zahlt die Steuern für das Gehalt der "Dame" vom Veterinärsamt?
Zwischenstand ist nun, daß wir versuchen, Rex aus diesem Jammertal herauszubekommen. Was dabei herauskommt, bleibt abzuwarten.

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Nichts lähmt die Flügel der Seele so sehr wie Angst

Im EinsatzPosted by Barbara Dehn Jan 07, 2011 02:55AM

Lilly ist eine Malinois-Hündin, geboren am 10.4.2004 und mit einer Lebensgeschichte, die den Atem stocken läßt. Seit langer, langer Zeit wartet sie vergeblich auf "ihren Menschen", auf jemanden, der ihre Seele endgültig aus dem Gefängnis aus Angst und furchtbaren Erinnerungen befreit.

Ich lernte Lilly am 5.1.2011 kennen, weil ich um eine Art "Amtshilfe" gebeten worden war. Vor einiger Zeit schon wurde ich von "Belgier in Not" gebeten, eine Mali-Hündin zu begutachten, die schon seit gefühlten Ewigkeiten auf deren Vermittlungsseite steht, ohne jemals vermittelt worden zu sein. Der Text zu ihr stammte von der Tierhilfe Seesen, in deren Obhut die Hündin sich befindet und war leider nicht so aussagekräftig, wie es für wirklich seriöse Interessenten wohl nötig gewesen wäre. Ich erinnere mich, ihn damals auch gelesen und ein Kennenlernen verworfen zu haben, weil ich für meinen Geschmack nicht genug Informationen über diesen speziellen Malinois bekam. An Athos' Pflegefrauchen hingegen wandte ich mich unter anderem, weil ihr Beitrag über den Mali, der heute an meiner Seite lebt, sehr offen und ehrlich, sehr kompetent und klar, war, was ich sowohl ihr als auch Alicia Waldow von BiN damals auch genau so sagte.

Offenbar wurde mir das und meine irgendwie schlecht verborgene Mali-Liebe entsprechend zum Verhängnis. Ebenso wie meine Unfähigkeit, in solchen Zusammenhängen "Nein" sagen zu wollen, wenn ich ehrlich bin.

Am ersten Mittwoch des neuen Jahres war ich nun in Seesen und besuchte Lilly. Ich hatte zuvor bereits erfahren, daß die Menschen, denen die Hündin im ersten Teil ihres Lebens ausgeliefert gewesen war, ihr mehr als nur schlimm zugesetzt hatten, Lillys Zustand, als Silvia Quittkat von der Tierhilfe Seesen sie endlich zu sich ins Tierheim nehmen konnte, muß grauenhaft gewesen sein.

Ich traf, als ich den kleinen Hof vor dem Einzelzimmer betrat, in dem Lilly untergebracht ist, weil sie mit anderen Hunden nicht immer wirklich verträglich ist, auf eine sehr unsichere bis ängstliche Hündin, die jedoch, kaum war die Tür auf, sofort und völlig unaggressiv auf mich zustürmte. Mit allem sichtbaren "Schiß in de Büx" wollte sie ganz offensichtlich nur zwei Dinge: Krauleinheiten und Leckerchen. Oder wahlweise auch Leckerchen und Krauleinheiten. :-)

Es war, das muß ich gestehen, Zuneigung auf den ersten Blick. Das einzige Wort, das mir zu der Lütten sofort einfällt, ist: liebenswert. Ich hätte Lilly, hätte mir meine Vernunft nicht anderes geboten, stante pede einpacken können, so sehr traf sie mein Herz.

Trotz der Angst, die ihr so offenkundig im Weg steht, mit der sie sich selbst im Weg steht, suchte Lilly immer wieder meine Nähe und natürlich die von Silvia Quittkat. Gibt man ihr Hinwendung welcher Art auch immer, spürt man sofort, wie sehr diese geschundene Kreatur das braucht und genießt, wie sehr sie es sucht, versucht, es zu bekommen.

Auf einigen der während meines Besuches entstandenen Bilder sieht man jedoch den inneren Konflikt, in dem sich Lilly stets befindet, sehr gut. Man sieht und vor allem erlebt, wenn man mit ihr zusammen ist, daß die Angst sich wie ein Gefängnisgitter um ihre Persönlichkeit gelegt hat. Nicht selten macht sie unter sich, während sie einen Menschen umgarnt, nicht selten wird sie regelrecht hektisch, wenn sie auf andere Hunde trifft, obwohl sie die allgemein gar nicht alle schlimm findet. Nur einige. Nur die, die selbst hektisch sind. Nur die, die ihr nicht geheuer sind.

Hundlich betrachtet sehr folgerichtig neigt Lilly, wenn sie überfordert ist, zu entsprechenden Übersprungshandlungen. Passieren kann dabei beides, sie schnappt oder bricht in hellste Panik aus und sucht ihr Heil in der Flucht. Es tut richtig weh, das zu erleben. Zumal Lilly nicht verbergen kann, daß sie etwas ganz anders in gewissem Rahmen jetzt schon kann und vor allem will: das Leben genießen, toben, Spaß haben, arbeiten, mit Menschen zusammen sein, gefallen - kurz: ganz einfach Mali sein.

Ja, Lilly ist neben allem, was ihre furchtbare Vergangenheit mitbrachte, durchaus auch ein typischer Vertreter ihrer Rasse, wenn auch leider mit Handicaps.

Schnell, wendig, "machen wollend", anbietend und vieles mehr steht auf ihren Fahnen. Nur, daß sie nicht alles davon ausleben kann, einerseits wegen ihrer seelischen Nöte, andererseits wegen ihrer körperlichen Einschränkungen. Durch die furchtbare Haltung, in der sie, bevor sie zur Tierhilfe Seesen kam, SChlägen und vermutlich auch Starkzwang via Strom ausgesetzt war, leidet Lilly unter einer Arthrose, die sie sichtlich beeinträchtigt. Man sieht, wie sie immer wieder ihr Bein entlastet, Treppen zu laufen, ist ihr, so erzählte Silvia Quittkat völlig unmöglich und natürlich so gut wie jede Form des Hundesports.

Wenn man Lilly um sich hat, hat man immer wieder das Gefühl, sie "runterholen" zu wollen, damit sie sich nicht so furchtbar aufregt, daß man schwindelig wird, wenn man ihr zuschaut. Das Dumme ist, daß Lilly, obwohl sie in den Jahren bei der Tierhilfe Seesen in vielerlei Hinsicht wahre Quantensprünge machen konnte, nie richtig gelernt hat, den Streß, der durch fast alles in ihrem Alltag entsteht (das reicht vom Wechsel der Hunde, weil vierpfötige Pensionsgäste ein- und ausziehen über veränderte Gruppenzusammensetzungen der zu vermittelnden Artgenossen, die mit ihr auf dem Hof leben, bis hin zu einem ja eigentlich von ihr durchaus erfreut aufgenommenen Besuch wie den durch mich) wirklich zu "verpacken".

Ich bin sicher, daß Lilly mit viel Entspannungsübungen, mit viel ruhiger Führung, mit viel Geduld, mit viel Liebe, genau der Traumhund ist, der unter ihrem Angst-Panzer, der sie hemmt und lähmt, schon jetzt immer wieder durchschimmert.

Das Fatale ist, daß Lilly ein Malinois ist. Was bedeutet, daß sie Ansprüche an ihren Menschen stellt, den eben nur Malis so stellen, sie ist weder für einen Hundeanfänger geeignet, noch für Menschen, die nicht genau wissen, wie sie mit Hunden dieser besonderen Rasse umgehen müssen. Was aber auch bedeutet, daß die meisten Leute, die für Lilly infrage kämen, eine Erwartungshaltung haben werden, der sie nicht gerecht werden kann.

Lilly ist definitiv weder für den Wach- oder sonstigen Dienst geeignet, dazu ist sie körperlich zu krank und auch zu nervenschwach. Wie mein Malinois Athos ist Lilly für den Schutzdienst ebenfalls absolut nicht denkbar, wegen ihrer Arthrose, aber auch, weil sie ebenso extremes Meide- und Angstverhalten am Ärmel zeigt wie mein Belgier es bei einem Test durch einen versierten Diensthundetrainer tat. Er ist sich extrem sicher, daß Athos mit höchster Wahrscheinlichkeit massiv mit Strom traktiert wurde, daß Lilly auf einem Hundeplatz, auf den ihre ehemalige Halterin sie schleifte, mit Starkzwang gequält wurde, dafür gibt es sogar Zeugenaussagen.

Leider ist Lilly auch für die "Ersatzschiene" im Hundesport, als Agility-Hund zum Beispiel, nicht geeignet, auch hier steht ihre körperliche Konstitution dem entgegen.

Da die Hündin zudem auch keinerlei Erfahrung mit einem geregelten Wohnungsleben oder gar dem Leben in einer Familie hat, wäre es jedoch ohnehin die erste große Herausforderung, sie an genau diesen völlig normalen Hundealltag erst einmal zu gewöhnen. Lilly kennt nun einmal nur die Tierquälerei aus dem Leben bei ihrer früheren Halterin und jetzt das Leben bei der Tierhilfe Seesen, das nun einmal in einer Zwingersituation abläuft, auch wenn die Hunde erfreulich viel Auslauf haben. Geregelte Spaziergänge sind Lilly genauso wenig vertraut wie als einzelner Hund wirklich einen Menschen ganz für sich zu haben.

Hundekontakte kennt Lilly zwar, hat sie jedoch nicht allzuviel, weil sie schnell gestreßt ist und sich auch längst nicht mit allen Artgenossen versteht. Sie macht dabei keine geschlechtsspezifischen Unterschiede, mag jedoch aufdringliche Hunde nicht. Mit anderen Vierbeinern, die sie nicht bedrängen, kommt sie in der Regel klar. Eine Vermittlung zu einem kleinen Hund sollte jedoch in jedem Fall vermieden werden, da die Gefahr besteht, daß hier ihr Beutetrieb einsetzen würde. Da Lilly sehr streßanfällig ist, wäre auch eine Vermittlung in eine Hundegruppe nicht sinnvoll, ein einzelner Artgenosse wäre jedoch vermutlich kein Problem, wenn ein paar "Spielregeln" beachtet werden würden.

Es wäre denkbar, sie zu einem souveränen Ersthund zu vermitteln, wenn die Eingliederung behutsam erfolgen würde und der Artgenosse einer wäre, der lediglich friedlich koexistieren wollte. Im Idealfall sollte es ein Hund sein, an dem Lilly sich auch ein stückweit orientieren könnte.

Da Lilly ein geordnetes Wohnungsleben nicht kennt und schnell in Panik gerät, sollte sie auf keinen Fall zu Kindern vermittelt werden, ebenso dürfte es in ihrem neuen Zuhause keine Katzen geben, da sie diese, ebenfalls tendentiell "mali-typisch" zum Fressen gerne hat.

Ebenfalls mali-typisch bindet sie sich eng an "ihren Menschen", was mit sich bringen kann, daß sie ihn als Ressource betrachtet und Artgenossen gegenüber verteidigt. Gleiches gilt für Futter. Lilly ist auch an dieser Stelle nicht zum Teilen bereit und verhält sich, wenn sie für bedroht hält, was ihr gehört, auch schon einmal aggressiv. Ein entsprechendes, positiv aufgebautes Training wäre vonnöten, um diese Probleme langfristig tatsächlich zu lösen.

Auch eine Vermittlung in eine Stadtumgebung wäre nicht zu empfehlen, Lilly wäre auf dem Land, ohne viele Umweltreize definitiv am besten aufgehoben.

Ihr Mensch sollte am besten gar nichts von ihr erwarten und ihr viel Zeit lassen, sich einzugewöhnen, ihr jedoch dabei klare Strukturen bieten und konsequent mit ihr umgehen. Lilly braucht viel Liebe und Geborgenheit, aber eben auch viel souveräne Führung.

Lillys Vorgeschichte

Gehalten wurde sie bis vor ca. 3,5 Jahren, die sie jetzt schon bei der Tierhilfe Seesen ist, von einer jungen Frau, die mit ihr u.a. auch in einem Hundeverein war. Dieser war nicht gerade für seine weichen Methoden berüchtigt, eher im Gegenteil. Diese Frau flog aus diesem Verein, dessen Mitglieder wahrlich nicht zimperlich im Umgang mit Zwang am Hund waren, jedoch raus. Weil sie alles übertraf, selbst den Hardlinern war ihre Art der "Ausbildung" zu heftig.

Als Lilly ungefähr ein Jahr alt war, lernte Silvia Quittkat sie bereits kennen, konnte ihr jedoch ihr weiteres Schicksal nicht ersparen, weil eine Halterin einen Anspruch erhob, dem die Tierhilfe Seesen nachkommen mußte.

Lilly kam zunächst zur Tierhilfe, weil sie ihm Nachbardorf umhergestreunt war. Die junge Hündin war damals völlig abgemagert und total verwahrlost gewesen - Silvia nahm zu diesem Zeitpunkt an, daß sie ausgesetzt worden war. Fatalerweise meldete sich jedoch eine Halterin, und weil sie beweisen konnte, daß dieser Mali ihr tatsächlich gehörte, war Silvia gezwungen worden, das Tier herauszugeben. Sie versuchte noch, auf die Frau einzuwirken, den Hund besser zu versorgen, doch sie erntete Hohn und Spott. Und erfuhr, daß die Frau einen weiteren Hund hielt, einen unkastrierten Dobermann-Rüden.

Alle Befürchtungen, die aus dieser Konstellation entstanden, sollten sich in der Folge bewahrheiten. Und mehr.

Eines Tages rief ein Spaziergänger die Tierhilfe an und berichtete, daß er an besagtem Grundstück vorbeigegangen sei und beobachtet habe, wie eine junge Frau einen leblosen Hundekörper hinter dem Zaun vergraben hätte. Neugierig hatte er versucht, die anderen Hunde genauer anzuschauen, die sich offenbar auf dem Grundstück in einem kleinen eingezäunten Bereich befanden. Dabei hatte er bereits einen weiteren toten Hund entdeckt, der offenkundig schon vor seinem Tod nur noch aus Haut und Knochen bestanden hatte.


Als die Tierhilfe auf diesen Hilferuf hin zu dem Anwesen kam, war das Haupttor zum Glück unverschlossen, so daß man das ganze Elend aus der Nähe betrachten konnte. Tatsächlich lag ein etwa sechs Monate alter Junghund tot am Zaun, ein weiterer lag völlig abgemagert und apathisch in einer Ecke. Dazwischen rannte eine Mali-Hündin wild bellend und zähnefletschend herum, später stellte sich heraus, daß es tatsächlich besagte Lilly war, der Hund, der einst als Streuner aufgegriffen worden war und den ich heute für "Belgier in Not" besuchte.

Die Vorsitzende der Tierhilfe hatte damals umgehend Polizei und Veterinäramt verständigt, alle Beteiligten waren fassungslos und die Tränen liefen, während das ganze Ausmaß der Katastrophe sichtbar wurde. Wen wundert es.

Lilli benahm sich damals offenbar wie eine Furie, erst nachdem sie sediert worden war, konnten die Helfer sich dem Junghund nähern. Man barg die Welpen, von denen einer noch lebte und mußte Lilly zunächst zurücklassen, sie war in keinem ganz so erbärmlichen Zustand wie ihre Babies, die man zunächst versorgen wollte. Denn genau das stellte sich heraus: Es waren die Welpen der Mali-Hündin, die entstanden waren, weil man sie mit dem Dobermann-Rüden zwangsweise verpaart hatte, die hier verhungert waren bzw. in den furchtbaren Zustand gebracht worden waren, in dem man sie auffand.

Der noch lebende Welpe wurde zunächst von Silvia Quittkat aufgenommen. Nachdem er sich jedoch permanent erbrochen hatte, brachte sie ihn noch am gleichen Abend in die Tierklinik, wo man zwar noch drei Tage um ihn kämpfte, dann jedoch gegen den Tod verlor.

Am folgenden Tag gingen Veterinäramtsarzt, Polizei und Vertreter der Tierhilfe zurück an den Ort des Geschehens, dort traf man dann auch die Hundehalterin an, die offenbar nur noch sehr sporadisch dort lebte und die Hunde, so weiß man heute, nur noch ca. einmal pro Woche fütterte. Trotz allem zeigte sich die Frau höchst uneinsichtig. Sie schien sich keiner Schuld bewußt zu sein und verwies die Helfer des Grundstücks, während der Veterinäramtsarzt sich noch einmal genauer umsah. Tatsächlich fand er einen weiteren Jungjung in einem Verschlag, der sich in Koma befand. Silvia Quittkat erzählte mir heute, daß dieser Amtsveterinär wahrlich schon viel gesehen habe, doch als er damals merkte, daß der Kleine, zu dem er in den Verschlag gekrochen war, noch lnicht tot war, sei er leichenblaß geworden und habe nur noch gebrüllt "er lebt noch", total aufgelöst und ungläubig sei er gewesen.

Auch für diesen Welpen kam am Ende jede Hilfe zu spät, man konnte ihn nur noch erlösen. Und das war dann die Bilanz: vier tote Junghunde, alle gestorben, weil eine verantwortungslose Halterin keinen Tierarzt hinziehen wollte. Zwei Junghunde, das weiß man heute, die vermittelt waren, aber mittlerweile ebenfalls tot sind, weil sie lebensunfähig, traumatisiert, aggressiv waren.

Als Lilly endlich auch befreit worden war, stand Silvia Quittkat vor einem Hund, der nur noch aus Angst bestand. Alles, was zwei oder vier Beine hatte wurde verbellt und angegriffen, selbst auf Autos, Motorräder und Fahrradfahrer ging die Mali-Hündin los. Im Auslauf rannte sie nur am Zaun entlang wie ein eingesperrter Tiger im Käfig und nutzte jeden Gelegenheit, alles und jeden zu attackieren.

Erst mit den Monaten baute sie langsam wieder etwas Vertrauen zum Menschen auf, doch zeigten sich auch körperliche Spuren der Mißhandlungen und schlechten Haltung. Vermutlich aufgrund diverser Schlageinwirkungen, so erklärt die behandelnde Tierärztin, zeichnete sich bei Lilly eine sich verschlimmernde Arthrose in der Hüfte und im Kniegelenk des rechten Hinterlaufs ab, so daß die Hündin immer wieder Schmerzen hatte und hat und entsprechend medikamentiert werden muß.

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Ein tragisches Ende

Im EinsatzPosted by Barbara Dehn Jan 05, 2011 05:08AM
Diese Geschichte paßt eigentlich nicht in ein Glückstagebuch. Doch das, was ich kurz nach Weihnachten in Sachen Tierschutz erlebte, liegt mir auf der Seele. Auch deshalb möchte ich Terry, dem Tervueren, der ohne wirklichen Grund von Menschenhand fiel, hier ein kleines Denkmal setzen.

Ich war zwischen den Feiertagen über "Belgier in Not" in eine Rettungsaktion, die am Ende keine werden durfte, involviert. Ich bin immer noch voller Wut, Trauer und Ohnmacht. Einmal mehr wurde ein Hund schuldlos Opfer fahrlässiger Menschenhände. Dabei war Terrys Rettung so greifbar nah.

Am Montag, den 27.12.10, erreichte mich ein Hilferuf von Frauke Landgraf. Sie berichtete, der stattliche Tervuerenrüde Terry, der jetzt Jamie hieße, müsse dringend umgesetzt werden, da er seine jetzige Eigentümerin gebissen habe und diese ihn nicht behalten wolle.

Sie schilderte mir wie Frauke F. zu Terry gekommen und was am späten Sonntagabend geschehen war. Einen weiteren Baustein erfuhr ich erst später.

Zusammengefaßt: Terry kam als Fundhund ins Tierheim Altentreptow. Sowohl dieses Tierheim versuchte in der Folge, ihn zu vermitteln, als auch Alicia Waldow über ihre Internetplattform "Belgier in Not". Diese Webpräsenz dient als eine Art "schwarzes Brett" für all jene, die belgische Schäferhunde, also Malinois, Tervueren, Groenendaels , Laekenois und mittlerweile auch Schipperke, aus dem Tierschutz vermitteln wollen oder müssen. Und natürlich für die, die einen "second-hand-Belgier" aufnehmen möchten.

In der "Belgier-Szene" ist der Name Alicia Waldow ebenso wie der Name Lydia Neuwert, die ähnliche Arbeit macht, bekannt. Auch Athos fand ich damals auf diesen Seiten.

Nun sah eine Züchterin von Tervueren den Hund, den man Terry getauft hatte. Sie glaubte, in ihm einen Welpen, den sie aus den Augen verloren hatte, nachdem er verkauft worden war, wiederzuerkennen, das Geburtsjahr 2004 hätte wohl gepaßt. Soweit ich es verstanden habe, war es zwar am Ende nicht der "verlorene Sohn". Doch wollte die Züchterin den stattlichen unkastrierten Rüden trotzdem aufnehmen, um ihn in Absprache mit dem Tierheim weiterzuvermitteln. Man glaubte, Terrys Chancen wären so höher, immerhin hatte sich in fünf Wochen Tierheim nicht ein einziger Interessent gefunden.

Also zog Terry, der fortan Jamie hieß, vor wenigen Wochen um. Alle glaubten, Terry/Jamie sei gut aufgehoben. Ein Happy End also, denn Frauke F. übernahm den Hund formal als ihr Eigentum.

Vor kurzem wurde bei dem Hund eine schmerzhafte Entzündung der Prostata diagnostiziert. Seine Kastration wollte der Tierarzt nicht durchführen, er wollte erst das akute Geschehen behandeln. Es handelte sich bei der Erkrankung also nicht um eine chronische oder etwas Irreperables, es war einfach eine Entzündung, die mit Antibiotika behandelt werden mußte.

In der Nacht von Sonntag auf Montag ging Frauke F. mit Terry/Jamie am späten Abend noch einmal raus, damit er sich lösen konnte. Dabei wurde sie gebissen. Ihrer Darstellung nach so böse, daß sie nach einer umgehenden Notversorgung im Krankenhaus am heutigen Dienstag stationär hätte aufgenommen werden sollen.

Der Hund sollte, so ihr Plan, eingeschläfert werden. Sie behauptete, er habe ohne Auslöser, ohne Grund, gebissen. Daß er Schmerzen beim Wasserlassen hatte, ist aber, angesichts der Diagnose, meiner Meinung nach mehr als nur wahrscheinlich.

Frauke F. benachrichtigte Frauke Landgraf, die am Telefon sofort anbot eine andere Unterbringungsmöglichkeit für Terry/Jamie zu suchen, um sein Leben zu retten. Genau genommen bettelte sie regelrecht darum, eine Galgenfrist eingeräumt zu bekommen, einfach, weil sie dachte, was ich ebenfalls meine, daß es notwendig war, Terry/Jamie unterzubringen und in Ruhe zu begutachten, zu schauen, ob er tatsächlich unberechenbares aggressives Verhalten zeigte oder eben ein "nur situatives, schmerzbedingtes".

Ich betone: Man hatte Frauke F. keine Notvermittlung auf's Auge gedrückt. SIE hatte den Hund haben wollen. Frauke Landgraf aber fühlte sich in der Pflicht, auch wenn sie es faktisch eigentlich nicht war. Sie telefonierte, obwohl sie in keinster Weise dazu verpflichtet gewesen wäre, den ganzen Montag herum, um so schnell wie möglich eine Lösung für Terry zu finden. Sie tat es aus reiner Freundschaft und Liebe zu den Belgiern, ebenso wie Alicia Waldow sich einschaltete, obwohl sie es nicht gemußt hätte.

Als ich von der Sache erfuhr, war es ebenfalls "nur" meine Liebe zu den Belgiern im allgemeinen und den durchgeknallten Malis im besonderen, die mich mit Frauke und Alicia verband und antrieb, mich ebenfalls einzuschalten.

Ich organisierte innerhalb zweier Stunden a) eine Stelle für Terry, auf der ich ihn selbst hätte begutachten (denn niemand wußte bis dahin, warum er eigentlich gebissen hatte) und später auch trainieren können und b) weil diese Stelle erst ab dem 4.1.11 frei
gewesen wäre, einen Platz in einer Pension hier bei mir um die Ecke, die ihn tatsächlich, obwohl ich die Geschichte offen und ehrlich erzählt hatte, von heute, also Dienstagvormittag, an aufgenommen hätte, bis er am 4.1.11 hätte umziehen können.

Als ich das Frauke Landgraf erzählte, sagte ich ihr, daß es notwendig sein würde, der einspringenden Pension einen Versicherungsnachweis und einen Impfpaß beizubringen. Daraufhin erklärte Frauke mir zähneknirschend, daß das nicht so einfach wäre. Im Gegenteil: Ich müsse den Hund als Eigentum übernehmen, die Halterin wolle nicht nur die Verantwortung, sondern auch das Eigentum an Terry/Jamie beim Verlassen ihres Hauses abgeben. Das mit dem Impfpaß sei ebenfalls schwierig, es sei die neueste Impfung nicht eingetragen, auch wenn diese von der behandelnden Tierärztin nachträglich hätte bescheinigt werden können, lag auch hierin ein potentielles Hindernis.

Frauke F. war Frauke Landgrafs Worten nach zu keinerlei Zugeständnissen zu bewegen.

Ich sagte, daß ich die Verantwortung, das Eigentum an diesem Hund, nicht übernehmen könne. Ich bin für die Jungs verantwortlich und allein in meiner Hundeschule, es wäre einfach grob fahrlässig gewesen, mich auf ein dermaßen unkalkulierbares Risiko einzulassen. Ich hatte Stellen organisiert und wollte auch den Transport gerne gewährleisten, mit Rücksicht auf meine Hunde und meine Selbständigkeit konnte ich jedoch nicht ohne Versicherung fahren und schon gar nicht einen Hund in meinen Besitz übernehmen, für den ich am Ende womöglich auch finanziell hätte geradestehen müssen.

Wir baten daher die Halterin, den Besitz bis zum 4.1.11 zu behalten, damit für die Pension, die Terry in der Zwischenzeit aufnehmen würde, die Besitzverhältnisse klar wären. Sie lehnte das kategorisch ab. Wir baten um Aufschub, um einen anderen Halter bzw. eine Lösung ohne Pension organisieren zu können. Die Halterin lehnte auch das ab.

Wir fanden trotz der widrigen Umstände einen weiteren Platz, ein Tierheim, das die Pension ersetzen konnte und von dem Moment an, in dem Terry/Jamie in deren Obhut gewesen wäre, auch das Eigentum übernommen hätte.

Es ging also lediglich um Eigentum und Versicherung für die Dauer der Überführung, um einen Weg von rund 200 km und, bei diesem Wetter, um eine Fahrtzeit von minimal drei Stunden. Zudem mußten wir bis heute morgen um 8 Uhr auf die endgültige Zusage warten. Hätte das einspringende Tierheim über Nacht einen Notfall oder Fundhund reinbekommen, wäre der Platz, den sie für Terry geschaffen hatten, nicht mehr verfügbar gewesen.

Frauke Landgraf telefonierte also am Montagabend mit der Eigentümerin und berichtete, daß wir erst im Laufe des Dienstagvormittag eine endgültige Lösung haben würden, es aber so aussähe, als ob wir Terry sicher und ohne Kosten und Mühen für Frauke F. unterbringen können würden. Ein Anruf, so versprach sie, würde so früh wie möglich erfolgen.

Als wir erfahren hatten, daß das einspringende Tierheim Terry tatsächlich würde aufnehmen können, weil kein Notfall hereingekommen war, erklärte sich Alicia Waldow spontan persönlich bereit, das Eigentum zu übernehmen und schloß auf ihre Kappe eine Versicherung, die mich als "Hüter" einschloß, ab.

Frauke Landgraf rief die Halterin an und ließ sie, da das Handy ausgeschaltet war, per SMS über ihren Anruf informieren. Sie wartete lediglich auf den Rückruf, der noch Zeit und Ort der Abholung hätte festlegen müssen, mehr nicht mehr.

Alicia Waldow hatte zwischenzeitlich einen Spendentopf zur Verfügung gestellt, der sämtliche Kosten abgedeckt hätte, die nun noch anfallen konnten (etwaige Pensions-/Unterbringungskosten für die Kurzzeit, meinen Sprit, sogar eine Spende für das aufnehmende Tierheim war abgedeckt).

Alicia Waldow und Frauke Landgraf telefonierten, trotz aller Benachrichtigungen, Frauke F. weiterhin hinterher, was das Zeug hielt. Frauke Landgraf kontaktete nach weiteren Anrufen auf Handy und Festnetz sogar die Familie von Frauke F. als sich diese nicht meldete. Sie wollte wissen, ob Frauke F. womöglich doch stationär im Krankenhaus aufgenommen worden war.

Was sie am Ende erfuhr, war jedoch keineswegs etwas über eine erweiterte Behandlung von Bißverletzungen. Die "Dame" war nicht etwa im Krankenhaus, sondern "unterwegs" gewesen. Die Angst, die uns ergriffen hatte, als wir Frauke F. nicht mehr hatten erreichen können, erwies sich unfaßbarerweise als nur allzu berechtigt.

Die Frau, die diesen Hund geschenkt bekommen hatte, die ihn in Foren als freundlichen Gefährten beschrieben hatte, den sie in beste Hände hatte vermitteln wollen, die Frau, für deren Hund wir eine wirklich saubere Lösung gestrickt hatten, die Terry gerettet und sie nicht einmal einen Cent oder eine Autofahrt gekostet hätte, teilte uns, den Menschen, die keineswegs in der Pflicht gewesen wären, die einfach nur Belgier lieben, am späten Nachmittag endlich mit, daß sie den Hund genommen und hatte einschläfern lassen.

Terry ist tot, weil er die "Frechheit besaß", sie anzugreifen. Und diese "Dame" wagte es am Ende sogar, Frauke Landgraf zu sagen, daß der Tod des Hundes auf Frauke Landgrafs Kosten gehe, denn sie habe schließlich heute früh nicht angerufen.
Die Eigentümerin hielte den Hund, der sie angeblich aus heiterem Himmel angegriffen hatte, für eine tickende Zeitbombe und habe ihn nun einschläfern lassen, da sie nicht gewußt habe, wie die Umsetzung vonstatten gehen würde.

Ich könnte immer noch schreien und weinen zugleich. Ihr seht die Bilder. Terry war ein starker, wunderschöner Hund, die Wahrscheinlichkeit, daß er einzig aus Schmerzen gebissen hat, ist meinem Dafürhalten nach sehr, sehr groß. Im Tierheim hatte er
in den fünf Wochen, in denen Helfer dort mit ihm umgingen, niemanden je angegriffen, den Beurteilungstext hänge ich hier einmal an, er zeigt meiner Ansicht nach sehr wohl, daß er sich bei Terry sicher nicht um einen "bösen" Hund handelte.

Ein so unnötiger Tod, eine solche Unverfrorenheit eines Menschen, dem dieser Hund anvertraut war - ich kann und will es nicht begreifen. Ich kann jetzt nur trauern, und es wäre schön, wenn Ihr alle Terry auch eine kleine Kerze anzünden, ein kleines Gedenken und Innehalten gönnen würdet.

Der Text vom Tierheim:

Terry ist ein Fundhund, der Halter konnte leider nicht ausfindig gemacht
werden. Terry hat offenbar eine Grunderziehung genossen, denn er beherrscht einige
Kommandos, die er auch ausführt. Jedoch muß man manchmal etwas energischer werden, da er doch hin und wieder
versucht seinen Kopf durchzusetzen.

Terry ist sehr kontaktfreudig und freut sich über jeden Erwachsenen, der zu
ihm kommt. Er genießt es sichtlich wenn man sich mit ihm beschäftigt und lässt sich
gerne streicheln. Terry ist aber nicht für Anfänger geeignet. Er muß immer wieder in seine Grenzen gewiesen werden.
Gerade beim Spielen wird er schnell zu fordernd und braucht hier klare Regeln.

So verhält er sich leider auch gegenüber Hündinnen (mit Rüden möchten wir es
nicht versuchen). Terry läßt sich nicht beeindrucken, sondern wird richtig ärgerlich, wenn die Hündin sich gegenüber seiner aufdringlichen und fordernden Art zur Wehr setzt. Deshalb sollte er eher als Einzelhund gehalten werden.

Terry vermitteln wir zu erfahrenen Erwachsenen, für Kinder ist er nicht geeignet. Am idealsten wäre die Haltung im Haus mit Zugang zu einem Grundstück.

Terry ist ein freundlicher aber auch charakterstarker Hund und benötigt
konsequente Führung. Der vorhande Grundgehorsam muß immer wieder durch Training gefestigt werden. Nicht nur wegen des Gehorsams, sondern auch weil er "Arbeit" braucht.

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Aktiv im Tierschutz

Im EinsatzPosted by Barbara Dehn Jan 05, 2011 04:49AM
Dabei zu helfen, daß vier Hunde mehr das Weihnachtsfest nicht in einem ungarischen Tierheim verbringen müssen - das war das Ziel meiner Fahrt für die Dobermann Rescue von SabineW, die kurz vor Weihnachten stattfand. Nachdem wir meinen Trip direkt nach Budapest wegen des Wetters zweimal hatten verschieben müssen, hatten wir die Tour geteilt - die ungarischen Tierschützer brachten die Hunde bis kurz hinter die österreichische Grenze bringen, dort sollte ich sie übernehmen und "verteilen".

Morgens um 7.45 Uhr ging es los, definitiv vor dem Aufstehen. Zunächst brachte ich den Seppl-Hund zu einem Freund, da ich sonst nicht genug Platz im Transporter gehabt hätte. Die anderen Jungs fuhren mit, der Freund traute sich einfach nur einen Hund zu, und er liebt das Sepplchen sehr, so daß der große Dreifarber es war, der seine Box einem der ungarischen Hunde abtrat.

Kaum war ich unterwegs, gab es das erste Hindernis. Die Bundesstraße 1, die mich auf die Autobahn führen sollte, war gesperrt. Eine Umleitung war nicht ausgeschildert, ich mußte nach Gefühl fahren und hoffen, daß mein Orientierungssinn mich richtig leiten würde. Was er tat, allerdings ging es auf der Ausweichstrecke wegen der Schneeglätte nur sehr schleppend vorwärts. Auf der A33 und A44 sah es nicht besser aus, offenbar findet ein Winterräumdienst irgendwie nicht statt, nicht nur bei den Lippern, die bekanntermaßen geizig sind, sondern auch in Hessen nicht.

Als ich von der A44 in Höhe Kassel auf die A7 wechseln wollte, ging nichts mehr. Schon der Zubringer war überlastet, der Rückstau auf die A44 veranlaßte mich, mich erneut auf meine Fähigkeit des kreativen Fahrens zu verlassen und mich erstmal in Richtung Kassel zu halten, um die A7 dann eben erst hinter Kassel zu nutzen. Was grundsätzlich a) funktionierte und b) eine gute Idee war, denn immerhin kam ich wenigstens rauf auf die Autobahn. Um .... gleich im Stau zu stehen, was dann so aussah.


LKW in drei Reihen nebeneinander versperrten den gesamten Weg, ich sah sogar einen Fahrer, der in aller Seelenruhe auf der Mittelspur stand und seine Schneeketten aufzog. Nun ja, weitergekommen wäre er so oder so nicht, das Ganze war eine einzige Matsche, immer wieder schneite es, die Leute fuhren, wenn sie überhaupt mal fahren konnten, wie die letzten Deppen, und es ging maximal im Schneckentempo weiter, wie man im Video sieht. Sicht- und Straßenverhältnisse: katastrophal. Fazit bis dahin: nach vier Stunden Fahrt hatte ich noch keine 200 km geschafft.

Dafür aber konnte ich die mitgenommene Kamera nutzen und das Ganze dokumentieren. Inklusive einiger recht knuffiger Belege für das kreative Autofahren meiner Vierbeiner. Während Ben in seiner Box schnurchelte, haben Athos und Ilias ja beschlossen, grundsätzlich vorne bei mir fahren zu wollen, wobei sie ein paar recht interessante Schlaf-Positionen fanden.



Nachdem ich die Kasseler Berge irgendwann endlich geschafft hatte, ging es weiter. Regen, Nebel mit extrem mieser Sicht, immer wieder Straßenglätte und Schneefälle - selbst für mich als Routinier mit rund 60.000 km im Jahr war dieser Trip eine echte Herausforderung.

Ich sage lieber nicht, wie lange ich am Ende brauchte, allerdings war ich, als ich endlich in Bayern eintrudelte, reichlich groggy. Die Jungs allerdings schienen gut erholt, als ich sie erstmal ein bißchen durch den Schnee toben ließ, bevor ich mich auf die Rückfahrt machte, jetzt mit drei Hunden im Gepäck, die es nun auf ihre neuen Zuhause zu verteilen galt, nachdem eins der Mädels, die die ungarischen Kollegen gebracht hatten, gleich in Bayern blieb.

Zum Glück schneite es nicht mehr und überfror der Regen, der fast ohne Unterlaß fiel, nicht, allerdings waren die Sicht- und Straßenverhältnisse auch auf dem Weg Richtung Frankfurt/Wiesbaden, wo der erste Zwischenstop geplant war, ziemlich zum Heulen. Zumal ich es hasse, langsam fahren zu müssen, in der Regel bin ich nämlich ein eher zügiger Fahrer. :-)

Lustig war, daß es die ganze Zeit regnete, es aber jedesmal, wenn ich anhielt, um einen Hund abzuliefern, nur nieselte, ein kleines Glück am Rande, sozusagen.

Besonders freut mich das Ergebnis der Tour für Dobi-Dame Nanny. Das arme Mädel ist ziemlich krank und hätte den Winter in Ungarn bestimmt nicht sehr schön gefunden, so aber hat sie ein trockenes und warmes Plätzchen, ihre neuen Menschen sind ganz begeistert von ihr, und ich muß sagen, das kann ich verstehen.

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Der alltägliche Wahnsinn?

Im EinsatzPosted by Barbara Dehn Sep 26, 2010 12:49AM
Mein heutiger Abend hatte es wirklich in sich. Und nichts davon war auch nur annähernd geplant.

Nachdem ich gestern mal wieder das Vergnügen gehabt hatte, den ADAC rufen zu müssen, weil mein Transporter nicht ansprang. Am Ende schleppte mich der Freundliche zur Werkstatt, vor der dann Ben und Seppl in ein "männliches Auto" umstiegen, während ich mit Athos und Ilias auf Kosten des ADAC Taxi fuhr.

Nun habe ich einen kleinen Opel Astra als Leihwagen, bis hoffentlich am Montag ein netter Monteur rausfindet, was der "Villa Vivacissimo" eigentlich fehlt. Entsprechend muß ich die Hunde "planen", heißt, sie müssen "schichtweise" zu Hause bleiben. So auch heute nach dem Spätnachmittagsspaziergang, nur Athos war bei mir, als ich einer Essenseinladung Folge leisten wollte. Mit der Betonung auf "wollte", denn zum Essen kam es nicht, dafür aber dazu, mich in Sachen Hund verdient zu machen.

Plötzlich standen nämlich mitten auf der Landstraße zwei ausgewachsene Rottweiler vor mir. Sie liefen offensichtlich orientierungslos auf der Fahrbahn herum, auf einer reichlich befahrenen Straße. Was tun?

Ich hielt erstmal an und versuchte die beiden, die lediglich Kettenhalsbänder, aber keine Marken oder Leinen trugen, von der Fahrbahn zu locken. Nach einigen Minuten hatte ich die Hündin zu Athos ins Auto bugsiert, es ist unglaublich, wie sich der Mali verhielt. Er betüddelte sie richtig, von Aggression keine Spur, aber von Fürsorge umso mehr.

Schwieriger war es nun, den Rotti-Rüden einzufangen. Denn im Gegensatz zu seiner Dame wollte er sich keine Leine anlegen lassen, er knurrte sofort. Und lief immer weiter die Straße entlang, auf der ich warnblinkenderweise mit seinem Mädel und meinem Mali immer noch stand. Ich weiß nicht, wieviele Leute an uns vorbeifuhren, nur wenige hielten, von den wenigen wollten fast alle nur wissen, ob das meine Hunde seien, einige regten sich auf, weil ich sie gestoppt hatte, anderer bretterten an uns vorbei, daß es ein Wunder war, daß wir alle das unbeschadet überstanden. Hilfe bot nur eine Frau an, die aber war prima. Auch sie hatte einen Hund im Auto und stoppte nun den Verkehr von der einen Seite, während ich es von der andere tat.

Die angerufene Polizei versprach, zu kommen, erklärte aber, man habe gerade keinen Wagen frei, es könne also dauern. Hurra, genau die Auskunft, die man braucht in so einer Situation.

Das einzige, das mir dann noch einfiel, um auch des Rüden habhaft zu werden, ihn wenigstens irgendwie führen zu können, war: Die Verlockung des Weibes. Ich nahm also die Hündin wieder raus aus dem Auto, zum Glück ja jetzt angeleint. Und prompt folgte der Rüde ihr und mir tatsächlich, unterstützt von den Einkäufen der Frau, die mir immer noch half, sie hatte nämlich just kurz zuvor tatsächlich Hundefutter gekauft. Obwohl es mir wehtat, den beiden Rottis Futter zu geben, denn beide waren mehr als nur gut im Futter, ansonsten aber durchaus gepflegt.

Umständlich parkten wir eine nach der anderen unsere Autos um, die Dame fuhr einen Kombi, den wir nun von ihrem Hund befreiten, der zu Athos in den Opel ging. Und auch jetzt: Mein Mali zeigte keinerlei Aggressions- oder Territorialverhalten, sondern kümmerte sich rührend um die ihm ja ebenfalls unbekannte Mix-Hündin.

Hernach lockten wir die Rottis in den Kofferraum des Kombis, erfreulicherweise hingen beide aneinander und waren Freunde von Lebensmitteln, nach einer knappen halben Stunde des Bangens waren die beiden verstaut. Nur, was nun?

Ich muß dazu sagen, daß das Detmolder Tierheim, das faktisch zuständig war, nicht umsonst "Tierschutz der Untat" genannt wird, in Verballhornung des Vereinsnamens "Tierschutz der Tat". Auch heute erfuhren wir wieder, warum.

Die Polizei hatte nämlich während unserer Aktion mehrfach versucht, dort jemanden zu erreichen, der uns die Hunde abnehmen würde. Ohne Erfolg. Eine Freundin der mir helfenden Frau meinte jedoch, dort sei immer jemand, man müsse halt hinfahren. Wir glaubten ihr, sie arbeitet dort als Ehrenamtliche und sollte es wissen.

Nun hatte die Dame Angst vor den Rottis, die ja hinten nicht weiter gesichert waren. Also fuhr ich ihren Kombi, sie folgte mir mit meinem Leihwagen, drinnen ihre Hündin und ... mein Mali. Der immer noch vorbildlich war und einfach im Kofferraum saß und die Ruhe selbst gab. :-)

Daß mir die Rottis nichts tun würden, war mir allerdings sehr klar. Der Rüde hatte nur geknurrt, als ich ihn anleinen wollte, ansonsten war er bei seinem Mädel gewesen, hatte sich von mir aber auch füttern lassen, hatte auch meine Hand beschnüffelt. Ich war mir sehr sicher, daß er wenn nur auf gefühlte Bedrohungen aggressiv reagieren würde. Und so war es. Die beiden waren ganz brav, während wir die 20 Kilometer zurücklegten.

Am Tierheim angekommen, fanden wir ... nichts. Und niemanden. Niemand war da, um uns in Empfang zu nehmen, wir klingelten Sturm, niemand tat uns auf. Also rief ich erneut die Polizei an, die mir erklärte, auch sie habe niemanden erreicht, sie würden jetzt die Tierhilfe Lippe kontaktieren, einen Verein, der parallel zum Tierheim eher in der Vermittlung von Hunden tätig ist. Ich ließ mir deren Nummer geben, es gab reichlich Gespräche hin und her, am Ende kam die Azubine des Tierheims angefahren, mit einem Flunsch, der sich sehen ließ. Sowas von unmotiviert, es war schon nicht mehr feierlich. Kaum konnten wir sie überreden, uns das Tor zu öffnen, damit ich direkt an den Zwinger fahren konnte, unmöglich war es, sie dazu zu bewegen, die ungefähr fünf oder sechs Katzen einzusammeln und wegzusperren, die auf dem Gelände frei rumliefen. Das könne man nicht, erklärte sie und auch mein Einwand, der eine Rotti sei ohne Leine und wir wüßten nicht, wie er auf Katzen reagieren würde, ließ sie unbeeindruckt.

Also mußte ich das Risiko eingehen. Ich öffnete die Klappe, mit Frolics in der Hand und in der Hoffnung, die Leine der Hündin gleich zu fassen zu bekommen. Es funktionierte, der Rüde taperte hinterher, ich führte beide in den Zwinger, es ging, obwohl es dort arg kläffte, die beiden waren toll. Sobald sie drin waren, schloß ich die Tür und sie rannten in den Freilauf nach hinten. Nun haben sie sich und wenigstens etwas Platz und sind versorgt, besser als nichts, dachte ich.

Immerhin auch besser als sie wie die Polizei zunächst vorgeschlagen hatte, in die sogenannte Hundeklappe zu packen. Erst fand ich gar nicht, was der Mann meinte, dann sah ich ein kleines Holzhäuschen, in dessen Tür ein Schlüssel steckte. Wir schauten rein, drin war ein vielleicht einen Meter mal einen Meter großer Zwinger, daneben drei Katzengehege. Dort also sollen Fundhunde eingesperrt werden, denkt der "Tierschutz der Tat", wenn kein Mitarbeiter am Tierheim ist. Ich denke: Nein, niemand mit Herz sperrt dort einen herrenlosen, eh schon verstörten Hund rein, wenn er nicht weiß, wann sich jemand kümmert, in eine Hütte, die total zu ist, mit nur einer Glühbirne erhellt, ohne Fenster. Und noch viel weniger zwei ausgewachsene Rottweiler.

Ehrlich gesagt, ich bin auf den Halter, der auf seine Hunde nicht ordentlich aufpassen konnte, weniger sauer als auf vermeintliche Tierschützer, die in so etwas lebende Tier einsperren wollen.

Aber sei es drum, wir hatten es ja erfolgreich verweigert und die beiden in einen richtig großen Zwinger mit Auslauf verfrachten können. Allerdings mußten wir uns das Gemaule der Mitarbeiterin, die wir um 20 Uhr an einem Samstagabend rausbaten, anhören.

Ja, und dann kam der Anruf. Die Freundin, die uns zuvor telefonisch erklärt hatte, am Tierheim sei eigentlich immer jemand, rief erneut an. Sie hatte sich an einen Mann erinnert, der im Bewegungsbad in Bad Meinberg mit ihr gesprochen und ihr von seinen beiden Rottweilern erzählt hatte, mit den er hinter dem Bad im "Wohnmobilhafen" campe. Die Dame und ich freuten uns, die Tierheimmitarbeiterin fand meine Idee, einfach fix dort vorbeizufahren, aber ganz schlecht, am Ende wolle der Halter seine Hunde heute noch abholen und das gehe auf gar keinen Fall mehr. Nun, ich sagte ihr, ich würde trotzdem nach dem Besitzer suchen, man wisse doch nicht, warum die Hunde gewesen waren wo sie gewesen waren, vor allem aber mache er sich möglicherweise trotz allem Sorgen.

Gesagt, getan. Und tatsächlich, ich machte den Mann ausfindig, der ziemlich angetrunken erklärte, ja, ihm fehlten zwei Rottis. Er beschrieb sie, nannte Namen, ich glaubte ihm sofort. Und sah die Erleichterung, obwohl ich es nicht schön fand, daß er nicht nüchtern war. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, daß das Verschwinden der Hunde Anlaß war, sich einen hinter die Binde zu gießen, urteilen will ich darüber jedenfalls nicht.

Ich ließ mir zur Sicherheit seinen Namen geben, informierte ihn, wo seine Hunde wären und lehnte sein Angebot, mir Geld zu geben, dankend ab. Vielleicht hätte ich es nehmen sollen, aber ich konnte es nicht. Ich sagte ihm, er solle es dem Tierheim geben, egal, ob sie es verdient haben, den Tieren wird es zugute kommen, das will ich einfach glauben.

Der Polizei wollte ich Namen von Halter und Hunden auch noch nennen, aber die wollten sie nicht wissen. Der Mann von der Tierhilfe war froh, daß ich den Halter gefunden hatte, aber auch er wollte dem Tierheim nichts weiter erklären. Nun werde ich es nachher auf den Anrufbeantworter dort sprechen. Und am Montag nachhören, ob die beiden abgeholt worden sind.

Tja, und nun sitze ich hier, von meinen Jungs umringt, zum ersten Mal vor dem Kamin in meinem Kaminzimmer, auch Brahms-Zimmer genannt. Endlich ist der Ofen repariert und kann ich Heizung sparen, indem ich hier warm und muckelig und ganz altmodisch mit Holz heize. Und bin froh, daß die Jungs da sind, freue mich, daß es ihnen gut geht und natürlich darüber, wie cool und klasse sich Athos den Abend über betragen hat. Ich bin sehr, sehr stolz auf ihn und sehr, sehr zufrieden mit dem Ausgang eines Abends, der böse hätte enden können, wenn wir nicht wildgewordene Autofahrer, die keine Rücksicht auf Verluste nehmen wollten, ausgebremst hätten.

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Vierbeinige Coaches glücklich mit Mozart

Im EinsatzPosted by Barbara Dehn Sep 09, 2010 02:52PM
Die Jungs drehen anscheinend der Reihe nach auf, jeder bereitet auf seine Art tägliches Glück, für das ich einfach nur dankbar bin.

Herr Athos entwickelt sich zu einem wahren Ausbildungstraum, mit ihm zu clickern ist einfach pure Freude, als vierbeiniger Coach gibt er den (abrufbaren) "Tut nix", vor allem für Dobermann Rowdy, der an der Leine seinem Unmut in Richtung Artgenossen lautstark Ausdruck verleiht, war die Begegnung mit meinem Mali vor ein paar Tagen eine echte Offenbarung. Für seine Halter natürlich auch, denn die wissen jetzt, daß ihr "Proll" zwar bellt, aber nicht beißt, sondern im Gegenteil unangeleint bzw. mit schleppender Schleppe ein ausgesprochen anständiges Sozialverhalten an den Tag legt. Meinem Belgier gegenüber war er weder duckmäuserisch, noch aggressiv, man sah zwei Hunde "eines Schlages", mit gleicher Art zu kommunizieren und mit gleicher Art zu spielen - es war einfach schön und funktionierte an diesem Abend nicht nur zwischen Athos und Rowdy, sondern nicht weniger gelungen auch zwischen Seppl und dem Dobi sowie zwischen Ilias und dem Dobi.

Auch mein "großer Dreifarber" ist nämlich ein ausgesprochen guter "tut-nix-Imitator", einerseits, weil er im Zweifelsfall meine Nähe von sich aus sucht, andererseits, weil er gut abrufbar und Artgenossen gegenüber sehr höflich ist. Er nähert sich anderen Hunden immer angemessen vorsichtig und ermöglicht so selbst denen, die mit wirklichen "tut-nixen" oft Schwierigkeiten haben, eine angemessene Kommunikation und den Aufbau von Vertrauen in die Hundeführer, die sie natürlich einem "tut-nix-Imitator" gegenüber leichter führen können als einem wirklich unkontrolliert auf sie zukommenden anderen Hund. So sind es die Zwischenschritte, die sowohl Ben, als auch Seppl und Athos, aber natürlich auch Ilias, vielen meiner Kunden ermöglichen können, und ehrlich gesagt, in solchen Situationen wie den in den Filmen gezeigten, bin ich auf meine Jungs sehr stolz.


Was mir über ihre besondere Art, mir im Training zu helfen, seit einigen Tagen jedoch noch einmal besonders auffällt, ist die Lebensfreude, die Ilias, der Umweltreizen gegenüber sicher ängstlichste der drei, entwickelt. Seine Rute ist so gut wie nie mehr eingeklemmt, höchstens noch, wenn Jäger rumballern oder Vogelschußanlagen knallen, doch ansonsten wird kleiner gerade zu einem wahren Schelm. Wie ein kleiner Skippy hüpft er an mir hoch und runter, wenn ich mal weg war, auch draußen spielt er auf diese Weise gerne mit mir. Und seinen Hundekumpels dient er derzeit offenbar auch gerne - als Hase. Während Seppl und Athos abliegen und ich ihr Spielzeug werfe, das sie erst holen dürfen, wenn ich sie freigebe, rast Ilias bereits über's Feld, sammelt ein, was zuvor geflogen war und wetzt los - zu Beginn traute ich mich gar nicht, die beiden "Jäger" hinterherzulassen, schließlich können Ressourcenstreits durchaus kippen. Da aber alle drei gut abrufbar sind, wagte ich einen vorsichtigen Versuch und, siehe da, das ganze wurde zum Rennspiel, an dem nicht nur mein kleiner Grieche offenkundig reichlich Freude hatte. Seitdem holt er sich jedenfalls gerne mal Beißwurst oder sonstiges Apportel, damit die vierbeinigen Freunde ihn "jagen" können, und ehrlich gesagt, einen schöneren Anblick als gerade seine innere und äußere Freiheit gibt es kaum.

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Athos Beckenbauer - das Training

Im EinsatzPosted by Barbara Dehn Aug 26, 2010 01:07AM

Vom Fußball spielenden Mali im Schloßpark gibt es leider keine Bilder, vom "Trainingscamp" jedoch schon.

Schließlich: Was ein ordentlicher Belgier ist, der übt fleißig, bis er für den "Ernstfall" gewappnet ist. Also gab Herr Athos sein Kicker-Debut, als Anja und Friedhelm ihren Andres auf dessen Pflegestelle kennenlernten und die Jungs mit durften.

Während Andres beäugt wurde, schnappte sich der Mali einen rumliegenden Ball und gab den Mittelstürmer, was wiederum Friedhelm dankenswerterweise mitschnitt.


Hier also: Athos im Trainingscamp mit Seppl als "gegnerische Mannschaft" und mir als Torhüter.



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