Unser Tagebuch

Unser Tagebuch

Mit wunderbaren Hunden ...

... bereichert durch's Leben.

Munter weiter

Veni, vidi, viciPosted by Barbara Dehn Nov 25, 2012 12:33AM
Die Familienzusammenführung funktioniert immer besser. Lupa fügt sich langsam in die Gruppe ein, vor allem aber orientiert sie sich sehr gut an mir. Man merkt, daß sie sich darauf verläßt, daß sie dazugehört, sie scheint langsam darauf zu vertrauen, daß sie hier zu Hause und geborgen ist. Auch auf meine Führung baut sie, ist sie in einem Konflikt, kommt sie zu mir und holt sich Hilfe, so möchte ich es haben.

Parallel fängt sie an, immer öfter mit mir rumzualbern. Da kommt dann plötzlich ein Mali-Köpfchen ganz naseweis an meinem Bein vorbei oder schmiegt sich von hinten in meine Hand, um, wenn ich mitmache, den Kasper zu geben - es ist ein wunderschöner Anblick.

Ihren Beutetrieb entdeckt die Dame ebenfalls immer stärker. Hat sie ein Spieli, schleppt sie es begeistert rum, vor einigen Tagen suchte sie sich, als keins da war, zum ersten Mal ein Stöckchen und schleppte es über's Feld - stolz wie Oskar natürlich.

Es macht Freude, sie zu beobachten, wie sie "ankommt", und natürlich bin ich froh, daß sie die anfänglichen Disharmonien zwischen ihr und Ben bereinigen. Beide gehen sich jetzt deutlicher aus dem Weg, kommt es zu einem Problem, stehen sie beide bei mir und lassen mich lösen - das ist eine tolle Entwicklung, die des Malis Tempo widerspiegelt: Hat Lupa etwas einmal "gefressen", setzt sie es in ICE-Geschwindigkeit um, ob nun im Alltag, in der Unterordnung oder im Schutzdienst, in dem wir sie ganz, ganz langsam und aktuell noch am Beißkissen, aufbauen.

Ihre Erbanlagen kann sie dabei wahrlich nicht verleugnen. Lupa ist nicht nur ein extrem sozialer Hund und tickt wie ein ganz normaler Mali, sondern zeigt auch, daß beide Elterntiere nicht umsonst bis IPO III kamen und erfolgreich an nationalen Wettkämpfen teilnahmen. Ihre Griffe sind, obwohl sie bisher absolut nicht gearbeitet wurde, nach ganz kurzer Zeit ruhig und fest, um unseren Ausbilder zu zitieren, der beim letzten Training außerdem den wunderbaren Kommentar "kluges Mädchen" abgab - ganz zur Freude der Hundeführerin, und ich schwöre, Lupa grinste dazu. ;-)

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Es wird

Veni, vidi, viciPosted by Barbara Dehn Nov 10, 2012 01:03AM
Heute war zum ersten Mal ein Tierarztbesuch angesagt, da die Maus am rechten Hinterbein gelahmt hatte.

Lupa ging entspannt in die Praxis, und ich darf sagen: auch entspannt wieder raus. Dazwischen kuschelte sie sich in meinen Arm und ließ die Tierärztin machen. Die Ohren wurden untersucht, die Äugelein angeschaut, die sich leicht entzündet hatten und natürlich wurde das Pfötchen begutachtet.

Ergebnis: Ohren ok, für die Augen gab es eine Salbe, die ein bißchen Cortison enthält und antibiotisch ist, die Pfote selbst ergab keinen Befund.

Aber: Eben nur die Pfote. Die Tierärztin ist nämlich nicht sicher, ob mein Mäuschen nicht etwas mit der Hüfte hat. Lupa reagierte auf die Schmerzpunkte, ist allerdings auch massiv verspannt im hinteren Rückenbereich, und UO-Trainer Peter meinte später, daß ihr "da hinten" ja auch noch ein bißchen Bemuskelung fehlt.

Wir beschlossen, erstmal nicht zu röntgen, denn theoretisch kann es ja auch sein, daß die Lütte schlicht und einfach durch die viele ungewohnte Bewegung ein bißchen Muskelkater hat oder einfach irgendwo eine leichte Zerrung steckt. Ich soll jetzt erstmal noch ein paar Tage Rimadyl (Carprotab) geben, falls es nicht besser wird, müssen wir nochmal schauen.

Grundlegend werde ich allerdings auf jeden Fall mal checken lassen, wie die Hüften und Ellenbogen aussehen. Schließlich soll die Maus in den Schutzdienst und auch richtig IPO-UO machen, was bedeutet, sie müßte ggf. auch springen. Da möchte ich natürlich sichergehen, daß sie beides auch tatsächlich kann und darf. :-)

Vielleicht kann ich auch den Vorbesitzer dazu einmal befragen, möglicherweise ist ja ein HD-Check längst gemacht worden.

Ich denke, ich werde erstmal am Sonntag Athos' ehemaligen Tierarzt Wolfgang bitten, sie durchzutasten, er ist da wirklich sehr fit, und wenn er meint, sie müßte mal kurzzeitig schlafen gelegt werden, um ihr "Fahrgestell" zu durchleuchten, dann machen wir das eben auch - ich vertraue da seinem Urteil.

Im Anschluß an den ausgesprochen problemlosen TA-Termin ging's zum UO-Training mit Peter. Und das war heute für mich einfach nur wunderschön. Wir shapten zunächst weiter am "Platz", und wieder konnten wir die Denkwölkchen über Lupas Köpfchen sehen. Als Leckerchen hatte ich fertig gekaufte Frikadellen, die sie in Thüringen von Marco mit allergrößter Begeisterung abgestaubt hatte, und sie schien beschlossen zu haben, dafür notfalls auch Rollen rückwärts machen zu wollen. ;-)

Ganz plötzlich sahen wir jedenfalls, wie es in Lupas Hirnwindungen sprichwörtlich "click" machte. Sie hatte von einem Mal auf das andere begriffen, worum es ging und warf sich plötzlich regelrecht in die gewünschte Position. Das sah sehr lustig aus, denn das Malimädel geht immer vom Sitz ins Platz, und manchmal überholte das Hinterteil das Vorderteil jetzt regelrecht. Die Kleine war mit einer solchen Begeisterung dabei - wir konnten richtig zuschauen, wie die innere Freiheit wuchs und wuchs.

Das besondere Highlight aber gab es am Ende. Peter sollte sich anschauen, wie Lupas Beutetrieb gestrickt ist und machte ein paar Tests mit ihr, die auch Polizei-Malis absolvieren müssen. Dazu gehört, daß das Spieli in einen dunklen Raum geworfen wird, es wird geschaut, wie umweltsicher der Hund ist und wie wichtig es ihm ist, die Beute auch in einer "unheimlichen" Umgebung noch zu verfolgen.

Was soll ich sagen? Lupa machte keine Kompromisse. ;-)

Danach hielt ich sie fest, und Peter packte die Beißwurst in einen Karton. Das Teil war höher als Lupa, sie mußte sich schon anstrengen, um die Beute zu angeln. Und plötzlich hatte ich tatsächlich einen richtigen Mali vor mir. Sie schreckte nicht eine Sekunde zurück, hüpfte auf den Rand, drückte den Karton platt, bretterte rein - unter dem begeisterten Lob von Peter, der sich richtig freute.

Auch, als die Beißwurst dann unter dem Karton, der auch mit irgendwas befüllt war, das offenbar nicht ganz leicht war, verschwand, raste Lupa hin, buddelte, grub, schubste und schob, um an das Begehrte heranzukommen. Am Ende hob sie das Hindernis einfach hoch - ich hätte nicht gedacht, daß mein Mädel SO beuteorientiert und vor allem furchtlos ist. Peter und ich freuten uns im Chor, und Lupa schleppte ihre Beute megastolz durch die Halle - ja, sooooo darf es gerne weitergehen. :-))))

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Nach nicht ganz zwei Wochen

Veni, vidi, viciPosted by Barbara Dehn Oct 29, 2012 11:39PM
Seit vergangener Woche Dienstag waren wir am Stück unterwegs. Zunächst führte uns ein Training nach Ostfriesland, am Freitag reisten wir dann weiter in den Spessart, wo ich einen Workshop zu leiten hatte.

Nachdem die Jungs und das Mädel damit letzte Woche und bis gestern auf engerem Raum als sonst zusammenlebten, sind wir nun wieder zu Hause.

In Ostfriesland lief es sehr gut, auch wenn Ben immer noch sehr aufpaßt, daß Lupa keinen Quatsch macht. Die Lütte lernte zahlreiche neue Hunde kennen, und es zeigte sich, daß sie über ein gutes Sozialverhalten verfügt, allerdings gerne von Beginn an deutlich macht, daß sie ein Mali ist und sich nichts gefallen läßt.

In Wiesen gab es -nach einigen Tagen der Ruhe zwischen den beiden- noch einmal eine größere Keilerei zwischen Ben und Lupa. Mein großer Schwarzer fordert da schon recht vehement Respekt ein, und so ein Mali gibt auch nicht sofort klein bei. Es war wie es eigentlich ein Rüdenkampf wäre - viel Lärm um nichts. Laut, aber ohne Blessuren.

Doch das gehört meiner Meinung nach zur Neuordnung innerhalb der Gruppe einfach dazu. Soweit nötig regele ich und mache deutlich, daß ich solchen Krawall nicht möchte, lasse den Hunden jedoch auch den Freiraum, ihre Dispute in gewissem Rahmen zu klären.

Insgesamt klappt es erstaunlich gut mit den vieren. Wobei ich sie bisher nicht allein lasse, wenn ich ohne sie arbeiten mußte, sondern trenne. Seppl und Lupa blieben jeweils in einem Raum, Ben und Ilias im anderen. Das ging sehr gut und gab mir und sicher auch den Hunden mehr Ruhe. Ich halte einfach nichts von "die machen das schon", ich möchte da sein, um im Zweifel ordnen zu können. Seppl und Lupa vertraue ich allerdings, nachdem sie in Ostfriesland schon friedvoll die Kudde geteilt hatten und merkte vor allem, daß Lupa schlicht und einfach nicht allein sein wollte. Und das Sepplchen gab tatsächlich einen prima Mali-Sitter ab. :-)

Gekrönt wird unser Erfolg gerade jetzt. Vorher legte sich Lupa hier zu Hause nämlich gerne im Schlafzimmer auf das Bett oder in die Kudde, jetzt liegt sie hier bei mir und den Jungs, alle schnurcheln friedlich um den Kamin herum, genauso, wie ich es mir gewünscht hätte und wie es früher mit Athos auch war.

Die Strapazen der letzten Woche steckte Lupa richtig gut weg. Sie fährt gut und gerne Auto, paßt sich an die Gegebenheiten an, auch daran, daß wir in zwei verschiedenen Ferienwohnungen an zwei verschiedenen Orten wohnten.

Sie gewann mit allem weitere Freiheit und Sicherheit, das ist deutlich zu spüren und zu sehen, auch das Video, das sie im Rahmen des Seminars im Spessart zeigt, spiegelt das wider.

Ich denke, die Struktur, die ich vorgebe, gibt ihr Halt, heute in der Stadt waren die Ohren hoch, die Rute ging fröhlich, einfach, weil ich sie immer wieder ansprach, sie clickerte, wenn sie mich anschaute. Und das tut sie mittlerweile sehr oft, den Blickkontakt suchen, anfangs traute sie sich auch das nicht, fürchte ich.

Nun liegt die Lütte hier neben mir, pennt tief und fest und scheint sehr, sehr zufrieden. :-)

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Lupas zweiter Tag

Veni, vidi, viciPosted by Barbara Dehn Oct 29, 2012 11:29PM
Der 2. gemeinsame Tag, 18. Oktober 2012

Als wir aufbrachen, stand bei uns mal wieder das Pony auf dem Flur. Ich wohne ja auf einem Bauernhof, und auf dem Weg von der Wohnung zum Auto müssen wir am Pferdestall vorbei. "Pony", wie das Pony originellerweise heißt, macht sich ab und an selbständig und steht dann vor der Tür desselben - genau da, wo wir langgehen müssen.


Lupa erschreckte sich sehr und machte, was ein ordentlicher Mali macht - sie verbellte es. Und weil's so schön war, wurde auch Hof-Schäferhund Chico "verblecht". Denn auch Lupa hat eine Stimme wie viele Malis - sie klingt wie die Blechbläser eines Orchesters an einem schiefen Tag. Aber wenigstens ist ihre Stimme ziemlich tief, da kann man's aushalten. ;-)

Der heutige Spaziergang war deutlich entspannter als gestern. Lupa wirkte zeitweilig richtig fröhlich, die Augen strahlten immer wieder mal, die Rute war hoch und wedelte freudig.

Immer wieder versuchte sie, Ilias zu besteigen, was ich jedoch unterband. Auch, weil man dem Lütten ansah, daß das ein bißchen zuviel der Liebe für ihn war. ;-)

Zu meiner großen Freude zeigte Lupa heute Interesse an der mitgenommenen Beißwurst. Sie rannte hinterher, apportierte und ... zerrgelte, was mir großen Spaß machte.


Da kommt bestimmt noch einiges an Trieb, denke ich, wenn sie sich erstmal von der Vorstellung, daß immer Gefahr von Strom auf dem Hals droht, verabschieden konnte.

Lupa zeigte viel Interesse an Ben, der das auch zuließ, nur richtig rennen wollte sie noch nicht. Aber das kommt bestimmt/hoffentlich noch.

In Ahlen lernte sie meine Mutter kennen, die mein Mali-Mädel sehr bewunderte und auf Anhieb mochte, obwohl Lupa kein Leckerchen nehmen wollte.

Der Physiotherapeut durfte sie durchknuddeln, ein Hund, der an der Leine vorbeigeführt wurde, wurde neugierig betrachtet, sonst passierte jedoch nichts.

Ein Leinenspaziergang mit Seppl lief prima, die beiden gingen wie alte Kumpels nebeneinander her.

Gefressen hat sie heute auch gut, allerdings ist Trockenfutter nicht so ihr Dinge. Das Meradogs auf dem Spaziergang ging, das Dr. Clauders mag sie gar nicht, dafür aber Naßfutter aus der Dose. Naja, kriegt sie erstmal das, Hauptsache, sie frißt.

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G'lupa de la Noire Alliance

Veni, vidi, viciPosted by Barbara Dehn Oct 29, 2012 11:19PM
Wenn man Malis liebt und beschlossen hat, zu warten, bis ein Not-Belgier einen findet, dann ... wartet man nicht lange. Nicht nur, daß zwei liebe Freundinnen -zunächst ohne mein Wissen- die Belgier-in-Not-Seiten durchstöberten und diverse Kleinanzeigenmärkte unsicher machten (hier bieten kleinere Tierschutzorgas ihre Notfelle nicht selten an, um ein breiteres Publikum zu erreichen), auch verschiedene Hilfegesuche erreichten mich, kaum war "in der Belgier-Szene" bekannt, daß bei mir ein Tierschutz-Mali-Platz zu besetzen sein könnte.

Schnell war ich also mit der Frage konfrontiert: Halte ich mein Versprechen, daß ich Athos gegeben hatte, sofort oder muß/will ich länger trauern, verarbeiten ... was auch immer.

Letztlich war es die große Not, die sichtbare Not gerade der Hunde der von mir so geliebten Rasse, die im Tierschutz landen, die mich veranlaßte, sehr schnell Herz und Haus zu öffnen und mir wenigstens zwei notleidende belgische Fellnasen einmal persönlich anzuschauen.

Am Sonntag traf ich zunächst, begleitet von den Freundinnen Liese, die ihn entdeckt hatte und Katja, Malinois Pecco. Ein toller Hund, von dem mein Herz jedoch schnell sagte: Meiner ist es einfach vom Typ her nicht, doch tun möchte ich für ihn auf jeden Fall etwas. Seine Vorgeschichte ist hier zu lesen:http://www.protectier.de/zuhause-gesucht/pecco/

Schnell war verabredet, daß ich den Buben im Zweifel in Pflege nehmen, in jedem Fall aber, egal wie das Kennenlernen mit Not-Mali 2 ausgehen würde, mit ihm arbeiten und bei seiner Vermittlung helfen würde. Denn, das sagte ich ehrlich, da war noch Lupa, die tatsächlich aus Belgien stammende Belgierin, die bei ihrem vorherigen Halter gebissen hatte und deshalb hatte eingeschläfert werden sollen. Ein junges deutsches Pärchen hatte sie vor diesem Schicksal bewahrt und von einem luxemburgischen Millionär, der sie statt mit Leine mit "Tacker" geführt hatte, übernommen. Was ich wußte, war, daß man kaum mit ihr gearbeitet hatte, daß sie auf den ersten Spaziergängen nach ihrer Rettung nie die Ohren hochgestellt hatte, aus Angst, daß doch noch ein Stromschlag kommen könnte. Was ich vermutete, war, daß hier jemand sich einen Hund einer Rasse angeschafft hatte, die er falsch einschätzte, daß hier ein Hund vollständig unterfordert gewesen war, der denken und arbeiten hätte müssen - die klassische "Mali beißt am Ende"-Geschichte ihren Lauf genommen hatte, sozusagen.

Was für mich einzig zählte, war jedoch: Ich hatte ihre Augen gesehen. Und die sind es immer, die überzeugen, das galt bei Ben und bei Athos, meinen Seelenhunden, gleichermaßen, ebenso wie bei Seppl und Ilias, die sicher auch nicht geblieben wären, wenn nicht letztlich ihre Blicke hatten mich ins Herz getroffen und mir jede Entscheidung aus der Hand genommen hätten. Ich denke, so wird es auch immer wieder sein, wenn ein neuer Hund den Weg zu mir finden soll, es ist einfach ein Kriterium, auf das ich mich verlassen kann.

Auf dem Bild, das ich von Lupa gesehen hatte, hatte ich gleichsam auch ihre Seele gesehen und eben auch Athos, meinen Heldenhund, wiedererkennen können. Mitten ins Herz war ich damals wie heute getroffen gewesen, und so war es keine Frage. Ich reiste nach Bonn. Genauer: nach Königswinter. Denn Lupa wohnte hinter Trier, eine Reise, die sehr weit gewesen wäre, doch verkürzt wurde, weil die Pflegeeltern, nachdem sie mit mir gesprochen und meine Websites gesehen, von der Geschichte der Jungs erfahren hatten, ebenfalls ein starkes Gefühl hatten: Das, daß Lupa bei mir gut aufgehoben sein würde.

Wir trafen uns, ich stellte Lupa nicht nur den Jungs, sondern auch einigen Hunden befreundeter Menschen vor und ... war, wie meine Freundin Liese mir erklärte, kaum hatte ich mich auf Lupa eingelassen, weit, weit weg. Ja, ich "befragte" Athos, und es geschah etwas Seltsames. Ich dachte an ihn, und es tat nicht weh. Es verklärte den Blick und wunderschöner Erinnerung, aber es schmerzte nicht mehr wie die Tage zuvor. Ich sah seine Augen vor dem geistigen meinen, schaute Lupa an und wußte: Sie ist es.

Ich wollte eigentlich keine Hündin, das hatte ich immer wieder gesagt und auch gefühlt. Aber: Dieser Hund schien mir wie eine Fortsetzung von Athos, eine würdige Nachfolgerin für einen so wunderbaren Seelenhund.

Und so lag das Mädel am Abend des 17. Oktober im Schlafzimmer in ihrer Kudde, wo sie in der Nacht eng neben meinem Bett, meine Hand stets auf ihrem Fell, behütet schlief.

Auch an den Folgeabenden zog sie sich dorthin zurück. Offenbar hatte sie jede Menge Ruhe und Schlaf nachzuholen. Kaum jedoch betrat ich den Raum, freute sie sich regelmäßig ein Loch in den Bauch, wollte schmusen, kuscheln, körperkontakten. Und kam sogar, wenn ich zurück ins Kaminzimmer und an den PC ging, wo die Jungs um mich herum schliefen, in ihrem neuen Nest zur Ruhe.

Einen Tag später waren wir zum ersten Mal in Detmold in der Stadt, beim Optiker und in einem Lokal. Die ganze Zeit verhielt sich die Lütte cool und freute sich über jede Ansprache. Beim Kaffeetrinken lag sie ruhig an meiner Seite. Und mit "an meiner Seite" meine ich: an meiner Seite. Sie lag neben mir und schlief, aber wann immer die Äugelein aufgingen, wurde mir ein Bäuchlein entgegengestreckt, mit der Aufforderung, "runterzukommen" und zu knuddeln.

Von den Jungs ist sie mittlerweile weitgehend akzeptiert, Seppl wird immer neugieriger, in Ilias ist sie verliebt, nur Ben gibt ein bißchen den Despoten. Doch kaum mache ich ihm deutlich, daß ich nicht möchte, daß er irgendwas regelt, habe ich den Mali neben mir: glücklich, daß ein menschlicher Beschützer da ist, der abschirmt und nicht alleine läßt.

Die Fragen, ob die Maus schutzdienstgeeignet ist/wäre oder inwieweit sie "Trieb" hat - seltsam, sie waren bei der Entscheidung völlig unwichtig. Ich weiß es nicht, es wird sich rausstellen. Was ich weiß, ist: Sie ist es, sie sollte es sein, egal, was kommt, und der Kleinen ein so schönes Leben zu zeigen wie Athos es hatte - ist eine ausgesprochen lohnende Aufgabe, wie ich finde.

Ach ja, vollständig heißen die Dame: G'lupa De La Noire Alliance - ja, wenn sie mit DEM Namen nicht Bens beste Freundin werden müßte, weiß ich's auch nicht. ;-)))

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Röntgenkontrolle

Veni, vidi, viciPosted by Barbara Dehn Jun 24, 2012 03:08AM
Am vergangenen Mittwoch war es soweit: Athos wurde erneut geröntgt.

Um es vorweg zu nehmen, unser übervorsichtiger Tierarzt wagte sinngemäß zu sagen: "Es sieht eher nach leichten Verbesserungen aus, auf jeden Fall ist nichts schlimmer geworden, daher: positiv, weil definitiv nicht negativ." Was für ihn soviel bedeutet, wie sich aus dem Fenster zu lehnen und ihn fünf Minuten später veranlaßte, sich gleich wieder selbst zu relativieren, mit den Worten: "Iiiiiiiiiiiiiich habe sowas gesagt? Nie." ;-))))

Fakt ist auf jeden Fall: Alle Implantate sind weiter auf ihrem Platz, genau da, wo sie hingehören. Auf dem Röntgenbild gibt es keine Anzeichen von Entzündungen (mehr). Die Unruhe rund um die lange Schraube herum scheint tatsächlich weg zu sein, eine Beule ist auf den Bildern nicht mehr zu finden/sehen. Das heißt, wir gehen im Augenblick davon aus, daß die Entzündung aus Körper und Bein tatsächlich raus sein könnte/sollte/müßte. Was nicht bedeutet, daß das auf immer und ewig gelten muß, aber eben doch für den Moment. Von meinem Gefühl her würde ich also sagen: Wir haben wenigstens einen Etappensieg errungen, der Mali und ich.

Was mindestens ebenso wichtig war, wie die Diagnose in Sachen Entzündung, die ja auch darüber entschied, ob aktuell eine OP fällig gewesen wäre, war die Antwort auf die Frage: Was ist eigentlich unter der einen von zwei Implantatschienen? Bisher war es aufgrund der Röntgenbilder nicht möglich gewesen, darunter zu schauen. Doch heute machte endlich wieder unsere Haus-Tierärztin die Aufnahmen, die sich im Vorwege sogar vom Ahlener Kollegen anweisen ließ, wie sie den Ellenbogen ablichten sollte, um die gewünschten Informationen liefern zu können.

Zentrales Fazit an dieser Stelle: Es hat sich unter der Schiene tatsächlich ein Knochensteg gebildet. Wenn er auch noch nicht breit genug bzw. so breit, wie man es sich wünschen würde, ist, so ist er doch vorhanden und, wenn wir Glück haben, im Aufbau. Parallel dazu ist der Steg auf der anderen Seite, der auch beim gesunden Knochen deutlich breiter ist als sein Gegenüber, mittlerweile sehr gut durchbaut und stabil, so daß wir im Grunde gute Voraussetzungen haben, auch, wenn ein Restrisiko, daß nochmal etwas bricht, natürlich bleibt.

Das Gesamtloch scheint noch einmal ein bißchen besser gefüllt zu sein, allerdings mag sich der TA da -mal wieder- lieber nicht festlegen.

Daß Athos immer noch so stark humpelt, schreibt der TA der Arthrose zu, die sich nun einmal nach dieser Art der Erkrankung immer bildet.

Zusammenfassend sagte er einmal mehr: "Weiter so" und antwortete auf meine Frage nach möglichen Verbesserungen in meiner Herangehensweise, daß er keine sieht. Die Schmerzmedis sind gut und gut dosiert, das Radfahren ist prima, er war eher überrascht, daß wir schon diese Strecke schaffen, die Physio soll ich wenn irgendwie möglich weitermachen, je weniger Athos tobt, desto besser, allerdings meinte der TA, daß ich seinem Dafürhalten nach da ein gutes Gefühl für die Bedürfnisse meines Hundes hätte, es fiel das Wort "professionell", was mich natürlich aus diesem Mund durchaus freut.

In Sachen Implantatentfernung sieht unser Tierarzt aktuell zum Glück keinen Handlungsbedarf. Die Zeit arbeite derzeit definitiv für uns, meint er, schränkt aber ein, daß ich mich innerlich bitte unbedingt darauf einstellen soll, daß der Bedarf jederzeit wieder entstehen könne. Ich solle lieber etwas pessimistisch bleiben als jetzt zu glauben, daß nun alles zwangsläufig auch dauerhaft im grünen Bereich sei. Naja, ein glühender Optimist war ich ja ohnehin noch nie, das wird mir also nicht allzu schwer fallen. ;-)

Für den Moment will ich mich trotzdem freuen: Darüber, daß wir endlich sicher sind, daß unter der Schiene Knochen ist, darüber, daß es anscheinend einen weiteren leichten Kallus-Zuwachs gab, darüber, daß zumindest im Moment keine Entzündung mehr den Knochenaufbau hemmt, was wohl in den letzten Wochen mit Beule der Fall gewesen sein wird und natürlich darüber, daß der Mali-Bub nach wie vor und immer besser auf allen vier Beinen durch die Gegend laufen kann, wenn auch wahrscheinlich auch auf Dauer leicht humpelnd, aber: mit Freude am Leben und mit nur noch sehr wenigen Einschränkungen.

Anhängend die aktuellen Bilder, darunter in der zweiten Reihe zum Vergleich die Bilder von vor sechs Wochen. Auf den neuen Bildern durch die Pfeile und den inneren Kreis gekennzeichnet die Position des Knochenstegs.

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Nur Mut

Veni, vidi, viciPosted by Barbara Dehn May 27, 2012 11:43PM
Noch eine Geschichte aus dem Bereich: Bleibt dran, es ist soviel möglich, wie Ihr vielleicht gar nicht glaubt. Diesmal mal wieder bewiesen durch Herrn Ben.

Am Dienstag trainierten die Jungs und ich in Bonn. Nach der Einheit mit Mali-Welpen Rudi und Herrn Ben wollte ich selbigen wieder ins Auto bringen und mußte dazu durch einen Torbogen gehen. Just in diesem Moment kam mir ein alter Mann entgegen. Ich kannte ihn nicht. Aber er wollte etwas von mir. Und näherte sich mit ausgestreckter Hand. Ganz so, als ob wir miteinander bekannt oder verabredet gewesen wären.

Was blieb mir übrig, ich wollte nicht unhöflich sein und ahnte, warum der Mann das Gespräch suchte. Einfach, weil er einsam war. Und so sprach ich Ben kurz an, sagte ihm, alles sei okay, gab ihm ein Leckerchen und nahm die Hand des Mannes. Der mich -während er die ganze Zeit meine Hand hielt- in aller Ruhe ausfragte. Woher ich käme, ob ich länger bliebe und ob ich -als ich erklärt hätte, nein, ich käme nicht aus Bonn, nein, ich wäre morgen nicht mehr da- nicht am Wochenende wiederkommen könne. Ich sprach ganz ruhig, beantworte alles, nach einer gefühlten Ewigkeit die letzte Frage: Ob ich denn da, wo ich wohnte, allein wohnte. Nein, sagte ich, täte ich nicht. Wie gesagt, ich ahnte ja, worauf das Ganze rauslief.

Der Mann tat mir unendlich leid, wie er da traurig vor mir stand und erklärte, er sei aber allein. Es war ein schlichter Satz, aber er dauerte mich. So ließ ich kurz die Leine los, nahm ihn leicht in den Arm und wünschte ihm, daß er bald eine Gesellschaft fände. Er bedankte sich und ging.

Und die ganze Zeit stand mein ehemals gegen Menschen aggressiver Hund daneben und tat und sagte nichts, ließ alle Bewegungen zu, mit einem ihm völlig fremden Mann hatte mein Minchen keinerlei Probleme und das, ohne daß ich groß clickern oder füttern hätte können, sondern einfach, weil ich sehr ruhig war und Harmonie ausstrahlte und mein Bub einfach gelernt und verinnerlicht hat, daß "die Alte schon regelt".

Deshalb für alle, die noch nicht so weit sind, deren Hunde solche Situationen noch nicht beherrschen: Sie können es lernen, es lohnt sich, es immer weiter zu versuchen, auch wenn es noch so aussichtslos scheint. Daß Ben "so etwas" einmal so selbstverständlich hinkriegen würde - ich hätte es in den ersten zwei, drei Jahren mit ihm nicht geglaubt und auch später noch lange nicht so sehr darauf vertraut, wie es mir am Dienstag möglich war.


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Mächtig stolz

Veni, vidi, viciPosted by Barbara Dehn May 27, 2012 11:41PM
Heute nachmittag machte mich mein großer Dreifarber mächtig stolz.

Wir standen mit Kunden, die an diesem Wochenende mit ihrem Staff aus Österreich angereist waren, um zu trainieren, am hiesigen Theater, genauer, auf dessen Parkplatz. Die Kunden waren im Begriff, sich auf den Heimweg zu machen, nachdem wir eine letzte Runde Hundebegegnungen geübt hatten, das Seppelchen war der letzte Trainingspartner gewesen. Ich wollte mich nur noch verabschieden, um mich dann auf die "Götterdämmerung" vorzubereiten. Und hätte sie um Haaresbreite nicht nur in der Oper erlebt. Wenn, ja, wenn ich nicht einen so tollen Hundekerl an meiner Seite gehabt hätte.

Just, als wir uns unterhielten, die letzten Fragen klärten, nachdem der Trainingshund ins Auto verfrachtet worden war, ging nämlich eine Gruppe schwarz gekleideter Theaterbesucher vorbei. Genauer, sie gingen eben NICHT nur vorbei.

Ich hatte den Seppl neben mir an der Leine, aber in dem Moment nicht im Blick und achtete auch kaum auf die Leute, ich nahm sie halt nur wahr, eben als "Vorübergehende" eingestuft. Und hörte und sah dann fast gleichzeitig, während ich innerlich die Luft anhielt.

Eine ältere Dame hatte sich über den Seppl-Kerl gebeugt, nach ihm gegrabscht und kraulte ihm von oben über den Kopf, während sie ihn zutextete und ihm erzählte, was für ein Süßer er doch wäre. Nix mit Managen oder gar Schönclickern und es auch zu spät, die Dame noch zu bremsen - ich hatte das Ganze schlicht und einfach verpeilt.

Doch was tat mein supercooler Rottweiler-Schäferhund-Berner-Sennen-Sonnenschein? Er wedelte fröhlich mit der Rute, ging noch ein bißchen näher und ließ sich mit Begeisterung bepuscheln, über das ganze Gesicht strahlend und dem Charmeur in Vollendung raushängen lassend.

Und das war dann der Hund, der früher mal jeden Menschen, der ihn unterwegs begegnete, aggressiv anging und vertreiben wollte. Unglaublich das, einfach unglaublich.

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