Unser Tagebuch

Vier Jahre griechisches SonnenkindDas tägliche Glück

Posted by Barbara Dehn Mar 10, 2014 01:19AM

Es ist irre. Vier Jahre ist es schon her, daß mein griechisches Sonnen- und Sorgenkind Einzug hielt.

Ein kleiner Unfall war er, den ich eigentlich nur auf seiner Pflegestelle begutachten sollte. Als ich dann den Trainingsplan aufstellen wollte, hieß es: "Ich dachte, sie nehmen den jetzt mit."

Klar, hatte man sich doch Tage vorher schon Ersatz beschafft, einen Welpen aus Spanien. Was man natürlich der Orga, der man vorjammerte, wie schrecklich das Leben mit Flox, wie er damals noch hieß, sei, verschwiegen hatte. Und so lieblos klang es, daß ich das zarte Seelchen nicht dort lassen konnte.

Aber einen dritten Hund? Wollte ich nicht. Tapfer behauptete ich, den hübschen Burschen weitervermitteln zu wollen. Der in der Folge soviele Ängste zeigte, daß ich schnell Sorge hatte, er könne in diesem Fall aber auch leicht zum Wanderpokal werden.

Es kam, wie es kommen mußte, mein Vermieter kündigte mir. Zwei Hunde waren ok gewesen, drei waren einer zuviel. Und so landeten die Jungs und ich auf dem Bauernhof. Und Flox wurde zu Ilias und blieb.

Und machte mich wahnsinnig. Mit Aggression konnte ich umgehen. Aber mit Panik nur schwer. Ich fühlte mich sehr oft sehr hilflos, tat, was ich konnte und sah zu, wie Ilias Sofas zerfetzte, Boxen schredderte und ganz nebenbei die Sitze meines Autos zerfledderte. Der Bursche brachte mich mit seiner Lernresistenz an Grenzen, die ich gar nicht kannte und forderte mich bis auf's Blut.

Die Erfolge, die wir erzielten kamen sehr, sehr langsam. Es gab Rück-, Zwischen- und Ausfallschritte, insgesamt über Jahre ein heißes Tänzchen. Es gab mehr, was Ilias nicht konnte als was er konnte, jedenfalls gemessen an und von menschlicher Gesellschaft und an den Anforderungen meines sehr mobilen Lebens. Aber er hatte und hat eben auch so wunderbare Eigenschaften, daß ich ihm zuliebe Grenzen überschritt. Viele Grenzen und vieles fiel mir schwer.

Heute ist Ilias in punkto SDU und Bauchspeicheldrüseninsuffizienz ordentlich eingestellt. Er kann kurze genauso wie lange Strecken im Hellen wie im Dunkeln Autofahren, er rastet in Tunneln und unter Brücken oder wenn Lichter auf uns zukommen, nicht mehr aus, sondern kann entspannt bleiben. Er kann draußen fast immer Leckerchen nehmen und besonders im letzten halben Jahr konnten wir in Sachen Gehorsam und Abruf tolle Fortschritte machen. Ilias kann endlich mitarbeiten, hat endlich die seelische Freiheit hierzu. Sein Jagdtrieb ist im Griff, er ist mit anderen Hunden ein Traum und Bens bester Kumpel. Mit dem kann er streßfrei auch längere Zeit zu Hause alleinbleiben. Die meisten Knallgeräusche kann er ertragen, rennt meist nicht mehr panisch weg, sondern drückt sich an meine Seite. In Bezug auf das Gewitter hat er unbeschreibliche Sprünge gemacht, auch wenn er bei sehr nahen noch Tabletten braucht, ist er so etwas ähnliches wie entspannt, wenn ich ihn halte.

Am schönsten ist, daß er ein großer Kuschler und Bettschläfer geworden ist.

Bleiben wird er mein Jodler, mein Winnetou, mein Tarzan, wenn er in der Box warten mußte und ich wiederkomme. Ertragen kann er den Aufenthalt dort auf kurzen Strecken und im Stehen - große Erleichterungen.

Bleiben wird er mein Zirkuspferd, das einen Affentanz aufführt, wenn ich drei Minuten oder drei Stunden weg war, das ist ihm egal.

Mitgehen und -arbeiten kann er jetzt auch mal, wenn wer anders die Leine hat und ich ihn gerade mal nicht führen kann. Er staubt dann sogar Leckerchen ab.

Bleiben wird er sicher auch mein kleiner Angsthund, der besondere Nähe und Ruhe braucht.

Und bleiben wird er vor allem: mein Sonnenkind mit den Bernsteinaugen, mein Spinner, der plötzlich so größenwahnsinnig werden kann, ganze Pferdeherden hüten zu wollen, der sich selbst an einen Pepe rantraut und überhaupt mit anderen Hunden einfach spitze ist.

Bleiben wird er: ein Heldenhund, denn er ist einer, der sie kennt, die Angst und der doch den Mut nicht nur nicht verloren, sondern viel davon ganz neu erworben hat.



Schon weit über ein JahrDas tägliche Glück

Posted by Barbara Dehn Mar 10, 2014 01:18AM

Es ist unfaßbar. Dat Lupi wohnt jetzt schon weit über ein Jahr bei den Jungs und mir. Und dabei wollte ich "das Weib" eigentlich gar nicht haben. Ein Gefallen sollte es sein. Für den Herrn Ben. Ich dachte: Der kommt mit Mädels immer besser klar, kriegt er also ein Schätzeken an seine Seite.

Super hat das funktioniert. So traurig und hilflos Madamchen aus der Wäsche guckte auf den ersten Bildern, so verschüchtert sie sich zeigte, beim Kennenlernen, eine rechte Zicke gab sie hier zu Hause. Und traute sich sogar, dem großen Schwarzen zu widersprechen.

Zum Glück gab sich das, und heute verteidigt der alte Mann sein Mädchen sogar gegen böse potente Rüden, die er sonst zwar doof findet, aber eigentlich nur noch sehr bedingt angeht.

Wehe aber, wenn "madame de coeurs" sich nähert, da muß klar gemacht werden, wem die Herzensdame rechtmäßig angetraut ist. Da wird der alte Mann zum Rächer der Enterbten und Verteidiger der Damenwelt, die sich eigentlich ganz gut allein behaupten könnte.

Ja, sie haben wahrlich zusammengefunden, die Jungs und das Mädel, obwohl ich das zunächst nicht mehr recht geglaubt hatte.

Eigentlich waren es ja "nur" ihre Augen gewesen, in denen ich so sehr meinen Athos wiedersah, die mich veranlaßt hatten, gegen alles in mir zu sagen: Sie bleibt. Wobei liebe Freunde noch heute behaupten, das stimme gar nicht, man habe mir die Entscheidung "pro Lupa" in den ersten Sekunden schon angesehen und die Verliebtheit in die wunderschöne Dame gleich dazu.

So oder so: Schon nach relativ kurzem Kennenlernen lockten wir die kleine Braun-Schwarze in die Box, die Entscheidung war gefallen und hatte zur Folge, daß Lupi seitdem Fleischwurst für ein lebensnotwendiges Lebensmittel hält. Unter anderem jedenfalls.

Die ersten Wochen ging praktisch gar nix (außer Ben anzuzicken ;-))): Sie lief nicht schneller als Trab, sie ging keine paar Meter von mir weg, sie hatte die Ohren nie hochgestellt, aber ständig nach hinten geklappt - einfach, weil meine Maus immer noch und immer wieder den Stromstoß erwartete, weil der vorherige Halter den Tacker statt Leine benutzt hatte.

Was man ihr sonst noch so angetan hatte, das erfuhr ich erst durch sie und später durch ebenjenen Halter, den er sandte mir Photos, auf denen meine Flugfritte auch noch im Wechsel mit dem Stromreizgerät oder sogar zusätzlich Stachelhalsband trug.

Wenn ich mir das vorstelle, diese zarte Maus mit all dem bewehrt, ich finde es nur gerecht, daß sie sich irgendwann wehrte und zubiß. Wobei das eine Mal, das ihre Abgabe veranlaßte, laut Vorhalter nicht das erste Mal gewesen war. Naja, wen wundert's, wenn manN jedes angeblich unerwünschte Verhalten straft, ohne daß hund versteht, wofür ihn der Schmerz gerade wieder trifft.

Dat Lupi war anfangs ein armer Wurm. Spielzeug kannte sie nicht, Schutzdienst mal gleich gar nicht, Kopfarbeit noch viel weniger.

Es war mühsam, das alles aufzubauen. Doch gelohnt hat es sich. Heute trägt sie ständig irgendwas im belgischen Schnäbelchen herum wie weiland ihr Vorgänger, im Schutzdienst hat sie mit "dem ganz großen Kaninchen" soviel Spaß, daß selbst die realen Karnickel zur Nebensache werden, und ihren Ausbilder und Helfer begeistert sie nicht nur durch ihre Fortschritte in Sachen Beutearbeit, auch der Umstand, daß sie tatsächlich ein mitdenkender Gebrauchshund ist, der in der Sucharbeit, die ebenso wie Unterordnung und Schutzdienst via Shaping aufgebaut ist, endlich, endlich die Freiheit zu eigenen Denkleistungen entwickelt hat, freut nicht nur mein Herz immer wieder.

Fahren wir Richtung Trainingsort, fiept meine Flugfritte unentwegt, sobald sie sieht, wo wir aussteigen und wer da auf sie wartet, zeigt sie nur noch eins: Ich will, will, will und will nochmal.

Doch nicht nur in diesem Bereich gab es im vergangenen Jahr bahnbrechende Entwicklungen. Eine Schilddrüsenunterfunktion wurde erkannt und die Schilddrüse auf Medikamente eingestellt, auch fanden wir heraus, daß die Hübsche neben der Gewalt, die man ihr antat, noch weitere gute Gründe gehabt hätte, aggressiv zu sein. Sie zeigten sich, als Lupa immer wieder humpelte, zunächst, ohne daß wir wirkliche Gründe erkennen konnten.

Erst, als die Golddrahtimplantation anberaumt war und unsere TÄ vor Implantation noch mal alles durchröntgte, stellte sich heraus, daß die arme Malinette Spondylosen besonders im Brustwirbelbereich hatte, die definitiv arg wehtun mußten - und so zeigte GI letztlich als wahre Offenbarung, denn seit die Herzensdame auch noch eine Goldmarie ist, dreht sie nochmal so richtig auf.

Und so hoffen wir, daß wir auch im nächsten Jahr über viele Fortschritte und über noch mehr Lebensfreude berichten können.



1. TodestagPechmarie

Posted by Barbara Dehn Oct 11, 2013 08:43PM

In dem Wissen, daß Athos am 10.10. seit genau einem Jahr tot war, ist mir das Herz etwas schwer. Es bewahrheitet sich zwar, daß die schönen Erinnerungen ihn weiterleben lassen, doch lassen sie mich ihn besonders an einem solchen Tag auch besonders vermissen. Er fehlt mir, mein Mali-Bub, da beißt die Maus keinen Faden ab. Noch immer denke ich oft an ihn, schaue Bilder und Videos an und frage mich, warum er so früh gehen mußte, hätte er doch, nach allem, was er in der Zeit vor der bei mir durchmachen mußte, noch soviel Glück verdient gehabt.

Denn was ich über ihn wußte, als er kam und was ich selbst im Laufe der Zeit herausfand, steht für eine über fünfjährige Odyssee, die sein "erstes Leben" darstellte, steht für sehr viele sehr schlechte Erfahrungen mit der Spezies Mensch, die sich vor allem zu Beginn auch in Athos' Verhalten mir gegenüber widerspiegelten.

Wollte man ihn anfassen, knurrte er fast ständig, nicht nur die ersten Wochen, sondern die ersten Monate und das, obwohl er die körperliche Nähe, das Schmusen und Streicheln gleichzeitig so sehr suchte und genoß. Was muß, dachte ich oft, einem Hund widerfahren, wenn ihn Zuwendung in solche Konflikte stürzen kann?

Denn bei allem war Athos eigentlich ein menschenfreundlicher Hund. Je länger er bei mir war, desto offener konnte er werden, und desto klarer konnte er zeigen, wie gerne er auf Menschen zuging, mit ihnen spielte, von ihnen Leckerchen und eben auch Krauleinheiten schnorrte.

Nur Kinder, die lernte er nicht mehr zu lieben. Er lernte, sie zu akzeptieren. Er lernte, sich an mich zu wenden, nein, an mich zu lehnen, wenn sie in der Nähe waren, nachdem er sie, am Tag, als ich ihn im bayrischen Oberthulba von seinem Pflegefrauchen Bettina und seiner ehemaligen Gassigängerin Christa übernahm, noch mehr als böse, wirklich verzweifelt, angeknurrt hatte.

Seine Ablehnung, sein Haß, seine Angst - sie hatten reale Gründe. War der Bub doch von seiner Familie, die ihn als Welpe schon bei sich aufgenommen hatte, alles andere als gut behandelt worden und hatten die Kinder der Familie ihn gegängelt und gehänselt und letztlich dafür gesorgt, daß er im Tierheim landete. Bis zu acht Stunden täglich sperrte man ihn in eine enge Flugbox, auf der die Kids rumtobten und in der sie ihn, den Ungeschützten, Ausgelieferten, ärgerten. Er, typisch Mali, fand irgendwann seine Chance und schnappte nach einem seiner Peiniger - was sein Schicksal besiegelte und ihn vom Regen in die Traufe brachte.

Athos kam ins Münchner Tierheim, wo er sich wie eine Bestie gebährdete. Es war reine Hilflosigkeit, die ihn trieb, doch erkannt wurde das von den Menschen dort nicht. Er wurde stigmatisiert, als Beißer abgestempelt, und nur Christa, sein guter Geist, sah seinen wahren Charakter, führte ihn aus, spielte mit ihm, gab ihm ein ganz kleines Stück Vertrauen zurück.

Letzten Endes war sie es auch, die ihn erlöste, die seine Not sah und in aus dem Tierheim nahm und in eine Pension brachte, in der sich Bettina dann so gut und so oft sie konnte, kümmerte. Athos gewann eine weitere menschliche und zwei hundliche Freundinnen, nur ein Zuhause wollte sich für ihn lange nicht finden.

Bis eine durchgeknallte, maliverrückte Westfälin sich meldete und erklärte, sie wolle den Buben kennenlernen und mal eben in ihre aus drei Rüden bestehende Hundegruppe integrieren. Klar, im Vermittlungstext hatte ja gestanden: Mit Hündinnen verträglich, mit Rüden nach Sympathie. Gut nur, daß mir keine der beiden Damen vor Übernahme verriet, daß letzteres nur gut geraten war, weil man Athos nie mit Rüden zusammengebracht hatte.

Umso erstaunlicher, daß der souveräne Prachtkerl am Ende nicht nur mit meinen drei bereits bei mir lebenden Kerlen, vor allem mit dem großen, alten Herrn Ben, verträglich war, sondern auch sonst nie auch nur mit einem einzigen Hund je irgendein Problem hatte. Menschen, ja, die waren oft gruselig und man tat gut, wenn man sich an Frauchens Rockzipfel hängte, aber Artgenossen - nein, die waren in Ordnung, ob groß, ob klein, ob Männlein oder Weiblein, und immer war Athos einer, an den die anderen sich gerne anschlossen und dessen einzigartige Souveränität sie sofort erkannten und respektierten.

Ich schätze mich überhaupt glücklich, diesen wunderbaren, unverwechselbaren Hund an meiner Seite gehabt zu haben, ihm noch ein paar seiner negativen Verknüpfungen und ein großes Trauma nehmen zu dürfen, bevor ich ihn gehen lassen mußte.

Denn neben dem, was ich aus seiner Vergangenheit bei Übernahme durch Christa und Bettina erfuhr, die es wiederum von TH-Mitarbeitern hatten, denen die Athos abgebenden Menschen ein paar Informationen gaben, erzählte auch er selbst mir eine ganze Menge über das, was er hatte durchmachen müssen.

Ich weiß noch, als ich schauen wollte, ob der Bub, der einen Beutetrieb sondergleichen sein eigen nannte, auch Freude am sportlichen Schutzdienst haben würde. Da stand der Peter mit dem Ärmel vor diesem so charakterstarken, souveränen Hund, der plötzlich schier in sich zusammenfiel und massivstes Meideverhalten zeigte. Selbst der erfahrene Diensthundeausbilder war damit schockiert und erklärte, dieser Hund müsse schlimmste Gewalterfahrungen haben, um so zu reagieren, er wollte ihn sogar nicht einmal im Schutzdienst ausbilden, um ihm böse Erinnerungen nicht zuzumuten. Ich jedoch wollte sie relativieren, Athos die Freude an etwas, das ihm doch so klar im Blut lag, wiedergeben.

Und so wurde aus diesem Mali ein Hund, der am Ende seines Lebens einer genialer, höchst freudig arbeitender und freier Schutzhund war, ausgebildet ohne JEDE Form aversiver Einwirkungen, was soweit ging, daß er einmal, im Rahmen eines Schutzdienst-Seminars, der einzige Hund dort war, der ohne Stachler (und natürlich auch ohne Tacker), der ohne Leine, einen absolut genialen Schutzdienst hinlegte und so bewies, daß "es" eben doch geht, wenn man nur sorgfältig und ruhig und mit Clicker und Belohnung arbeitet.

Überhaupt war mein Malibub ein Vorzeigehund. Er lief eine tolle Unterordnung, wir waren ein Team, ich kann bis heute nicht beschreiben, wie es sich anfühlte, wenn er sich an mich preßte und wir wie eine Einheit immer und überall Fußgehen konnten und bewundernde Blicke ernteten.

Er war einer, der einzig aggressiv reagierte, wenn man ihm wehtat oder sichtbar wehtun wollte. Ich sehe ihn noch vor mir, als unser Peter mal einen Leinenruck setzen wollte, ja, DEN Blick hättet Ihr sehen sollen, der Peter veranlaßte, zu sagen, daß er diesen Konflikt nicht gehen wolle, wenn, müsse ich es tun. Und ich, ich wollte nicht, schon gar nichts, was Athos nicht wollte. ;-)

Athos, er lernte nicht nur das Trauma Hundeplatz und Schutzdienst zu überwinden, er lernte vor allem, sich einzulassen. Auf diese positive Form der Arbeit, auf das Spiel mit dem Helfer, auf die Sucharbeit, die er konzentriert wie kein zweiter, den ich kenne, durchführte und beherrschte, auf mich, auf eine unglaubliche Innigkeit, die ihn nicht nur in mein Bett, sondern auch ganz eng in meine Arme führte, etwas, das ihm anfangs so überhaupt nicht geheuer war.

Athos er war einfach eine Persönlichkeit, einer, der selbst, als sein Ellenbogengelenk dann brach, als unendliche Operationen und Behandlungen nötig waren, immer noch liebend an meiner Seite war, der mich, kaum aus der Narkose aufgewacht, jedesmal fröhlich begrüßte, der mir täglich, stündlich, minütlich zeigte, daß er zu mir gehörte, zu mir und seiner Hundefamilie.

Ich glaube, das ist es auch, was mich bei aller Trauer am meisten tröstet, daß Athos all dieses Glück erleben, leben, nehmen und geben durfte, daß er bis zur letzten Sekunde warm, geborgen und geliebt war, daß er noch so vieles nachholen konnte, was man ihm vorenthalten oder gar ausgetrieben hatte.

Daß heute Lupa hier neben mir liegt, ist ebenfalls sein Verdienst. Denn als er in meinen Armen am 10. Oktober 2012 einschlief, konnte ich gar nicht anders, als ihm zu versprechen, daß ein anderer Mali in Not den Platz bekommen würde, den er jetzt frei machte, und ich hielt mein Versprechen, als ich in Lupas Augen die seinen wiederfand. Es mag "Aberglaube" sein, und doch bin ich fest überzeugt: Athos schickte Lupa zu mir, er zeigte sich in ihr. Genauso fest bin ich überzeugt, daß mein einzigartiger Malibub jetzt im Regenbogenland fröhlich und vor allem schmerzfrei umherspringt, und ich hoffe, daß unsere Hunde irgendwann ein gutes Wort für uns einlegen werden, damit wir sie dort, hinter dem Regenbogen, wiedertreffen können.

Athos, mein Sternenbub, ich denke an Dich, und ich werde Dich nie vergessen. Danke, daß Du bei mir warst, auch wenn es viel, viel zu kurz war.



Ein erinnerungsreicher TagDas tägliche Glück

Posted by Barbara Dehn Aug 01, 2013 01:15AM

Am 19.7. wäre er drei Jahre bei mir gewesen. Leider hat er den Hundzeitstag nicht mehr erlebt. Es sollte wohl einfach nicht sein.

Mein Herzen- und Seelen-Belgier, Du warst eine Bereicherung, meine große maliziöse Liebe. Du warst alles, was ich mir von einem Mali, von einem Hund gewünscht hätte. Trieb- und charakterstark, Du wußtest, was Du wolltest, und wenn man Dich "mitnahm" und überzeugte, tatest Du alles für uns, für unsere gemeinsame Arbeit. Machte ich etwas falsch, oder sollte etwas erzwungen werden, wehrtest Du Dich, mit Recht. Ich weiß noch, wie Peter einen Leinenruck demonstrieren wollte, und kaum hatte er dazu angesetzt, schautest Du ihn mit einer Autorität an, daß der gestandene Hundeführer den Konflikt nicht gehen wollte.

Du brachste mir bei, daß es auch andere Möglichkeiten gab, Dir unerwünschtes Verhalten zu verleiden, vor allem aber zeigtest Du mir, was Begeisterungsfähigkeit, Hingabe und Leidenschaft bei Hunden sind.

Du fehlst mir an allen Ecken und Enden, einen wie Dich wird es nicht wieder geben, auch wenn Lupa, die Du mir schicktest, eine würdige Nachfolgerin ist.

Tag für Tag denke ich an Dich, vermisse Dich wie Hölle, wünsche Dich zurück und weiß doch, daß es unmöglich. Doch ein kleines Stück von Dir bleibt, ich sehe es in Lupas Augen, die anfangs genauso traurig und resigniert guckte, wie Du es tatest, als Du hier ankamst.

Heute tritt die Maus in vielerlei Hinsicht in Deine Pfotenstapfen, und wenn ich sei sehe, sehe ich Dich. Das ist ein großes Geschenk.

Athos, Du wirst immer in meinem Herzen sein, und ich bin stolz auf das Vertrauen, daß Du mir schenktest, auf die Einheit, die wir waren und darauf, Dir Liebe und Geborgenheit geben und Dein Schutzdiensttrauma nachhaltig nehmen zu können.

Du gingst viel zu früh, aber die drei Jahre zusammen, sie waren erfüllt und bereichert, und dafür danke ich Dir.
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Sieben Jahre mit BenDas tägliche Glück

Posted by Barbara Dehn Jul 10, 2013 03:15AM

Da wäre er beinahe an mir vorbeigegangen, des Minchens siebter "Hundzeitstag".

Dabei weiß ich noch allzu gut, wie ich sie in Empfang nahm, die große, zähnefletschende und keifende Flugkiste. Die Tierschützerin hatte Olli dabei, den Bardino, den ich eigentlich, mangels richtigen "Herzenstreffers" zunächst gerne aufgenommen hätte. Er war nicht in Frage gekommen, weil er Katzen haßte, ich hatte ihm also nicht helfen können, obwohl er schon soooo lange auf seiner Pflegestelle saß.

Ob Ben Katzen mögen würde, wußte ich damals nicht. Aber ich war: Total verliebt. In einen schwarzen Hund, den sie Bardino-Labrador-Mix nannten und wenige Tage, bevor ich ihn entdeckt hatte, aus der Tötung geholt hatten. Bereits dort hatte er knurrend in der Box gesessen, doch angeblich hatte er in den Tagen auf der Finca, bei den Tierschützern, erstes Vertrauen gefaßt und Spielversuche gezeigt. Nun denn, damals ahnte ich noch nicht, daß Letzteres lediglich eine erste Begegnung mit der mangelnden Wahrheitsliebe oder Kompetenz mancher Orgas war, auf jeden Fall: nicht wahr.

Immer wieder hatte ich, nachdem sich herausgestellt hatte, daß Olli nicht "mein Hund" werden konnte, die Seiten der Tierhilfe Fuerteventura durchstöbert, als mir klar geworden war, wie mies es den Hunden auf der Insel ging. Von Auslandstierschutz und all dem, was da hinter den Kulissen ablaufen kann, hatte ich keinen Schimmer, über den Sinn oder Unsinn dachte ich nicht nach, mir taten sie einfach leid, und die Grausamkeiten, von denen ich gelesen hatte, waren einfach nur unfaßbar.

Daß ausgerechnet der, der -kaum hatte ich seine Photos gesehen- mein Herz im Sturm erobert hatte, sich als Opfer massiver Gewalt entpuppen sollte, das ahnte ich noch nicht. Und wenn: Ich hätte ihn doch genommen. Ja, das ist mir heute klar und wurde mir im Laufe der Zeit, als sich all die Probleme langsam zeigten, mit jedem Tag klarer: Selbst, wenn ich vorher gewußt hätte, was auf mich zukäme, DIESEN Hund hätte ich genommen.

Und so stand ich vor besagter knurrender, bellender Monster-Kiste und sagte zu dem Hund in ihr: Egal, was Du tust, Du bist es, und Du bleibst.

Ein langer, steiniger Weg folgte, doch seltsamerweise stritten er und ich zwar auch mal, aber nie gab es den Gedanken, diesen Hund irgendwo wissen zu wollen als an meiner Seite. Ben war mit dem ersten Blick in seine Augen auf den Bildern und noch mehr mit dem ersten Blick in seine Augen, als er endlich vor mir stand, mein Seelenhund, EIN Seelenhund, einer, bei dem man durch das blindgeprügelte Auge und das andere, das so tief schwarz glänzte, direkt auf die Seele schauen konnte. Und damals noch auf all das Elend, das er erlebt hat und das er auf und in seinem Körper wie ein Spiegelbild herumträgt.

Ich sprach damals eine dreiviertel Stunde auf die Bestie in der Box ein, fütterte Leckerchen, die der so verstörte Hund seltsamerweise nahm und öffnete dann die Box: Gefährlich sah er aus, als er auf mich zustürzte, sein Gebiß war damals nicht weniger beeindruckend, als es das heute ist. Und doch: Ich kniete vor ihm, und ich blieb knien. Warum? Ich weiß es nicht. Wie ich das konnte? Ich weiß es nicht. Ich hatte keine Angst. Obwohl ich welche hätte haben müssen. Und dann? Dann bremste er, der harte Kerl, kam langsam auf mich zu und legte seinen Kopf auf meine Stirn. Oh ja, das WAR der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Heute ist mein Minchen nicht nur der Chef einer Hundetruppe. Er ist einer, der mehr Traumata überwand, als die meisten Menschen und Hunde je haben werden. Damals, auf der Finca, mußten sie ihn wegsperren, weil er die anderen Hunde dort plattmachen wollte. Gesagt hatte mir das keiner. Aber hier zeigte er mir schnell, daß er seine Artgenossen mehr als nur verzichtbar fand. Es waren unsere wunderbare Bella, Dienst-Mali Kimba und des Mütterchens Bönnchen, die mit ihrem geballten weiblichen Charme die diesbezügliche Pfote in die Tür zu bekommen halfen. Und es war der Clicker, dieses geniale Instrument der Kommunikation, der mir den Pfad ebnete, meinen geliebten heute großen alten Herrn aus dem Gefängnis seiner Ängste und Aggressionen zu befreien.

Ja, das kann ich sagen: Ben durfte und darf hundliche Freiheit erleben. Seine Seele ist nicht mehr eingesperrt, er lernte, Menschen zumindest als ständige potentielle Leckerchengeber zu lieben, manche kamen ihm noch viel, viel näher. Als Bedrohung sieht er sie nicht mehr, selbst wenn ihn einer wirklich bedroht, weiß er, wohin er sich wenden kann, und er tut es. Das Minchen konnte seine Aggressionsskala zurückstufen, von beschädigend und ohne Vorwarnung zubeißen ging er zurück zu Meideverhalten und da, wo das nicht geht, zu einem sauberen Drohverhalten. Und wenn's wirklich eng wird, ja, dann führt der Weg halt hinter Frauchens breiten Rücken, denn, das hat Ben verinnerlicht, im Zweifel knurrt, fletscht und beißt die Alte eh besser als er. :-)

10 Jahre ist der alte Mann jetzt alt - geschätzt. Tierärzte befürchten, daß er leider schon um einiges älter sein könnte. So oder so: Unser gemeinsamer Lebensweg neigt sich dem Ende entgegen, das muß ich akzeptieren.

Es verändert sich damit viel. Ben, der früher allzeit bereit und immer gerne überall dabei ist, mag das heute nicht mehr unbedingt. Waren wir lang unterwegs wie in den letzten Tagen, mag er nach dem Spaziergang lieber in die Wohnung als ins Auto, kuscheln mit und schnurcheln an der Seite des kleinen Herrn Ilias wird heute gern genommen. Früher wäre es undenkbar gewesen, daß Ben einen anderen Hund so nah an seinen Körper und seine Seele herangelassen hätte. Selbst das hundliche Spiel, das Ben so unheimlich war, brachte ihm unser kleiner Grieche bei, bei ihm läßt das Minchen schon mal Würde des Alters Würde des Alters sein und mutiert zum albernen Welpen.

Insgesamt aber wird er deutlich ruhiger, der Senior der Truppe. Seine Spondylosen sind verwachsen, sie lassen ihn sichtbar weniger beweglich sein. Sein Geist ist nicht mehr so flexibel wie früher, manchmal scheint er zu vergessen, wo er gerade ist. Andere Menschen dürfen ihn nicht mehr wie früher anfassen, nach einer Weile zeigt er seine nach wie vor beeindruckenden Zähnchen. Früher hätte er da gebissen, heute sagt er einfach, daß er etwas gerade nicht mehr will oder kann.

Geblieben ist sein immenses Bedürfnis nach körperlicher Nähe. Nie schläft er woanders als im Bett, egal, ob im Hotel oder zu Hause. Der Länge nach preßt er sich an mich, im Winter schlüpft er mit unter die Bettdecke. Jede Sekunde dieser gegenseitigen Zuwendung genießen wir beide, auch, wenn irgendwann solange gebrummt wird, bis Frauchen kuscheln kommt, streichelt und liebevolle Dinge ins Ohr säuselt. Und wehe, dabei stört einer der anderen, hui, das gibt eine Ansage. Es gibt eben Heiligtümer, und da setzt das Minchen Prioritäten. :-)

Oft denke ich jetzt daran, wie es ohne ihn sein wird. Vorstellen kann ich es mir nicht. Ein bißchen Abschied nehme ich täglich. In der wahrscheinlich trügerischen Hoffnung, daß es mich, wenn es soweit ist, nicht ganz so unvorbereitet trifft. Gut und richtig ist es trotzdem, denn so nehme ich jeden Augenblick mit Ben, jede Nähe, jedes Miteinander, noch einmal bewußter war, es erscheint mir noch wertvoller, als es früher war. Früher hingegen war alles leichter, das ist jetzt nicht mehr so, es ist schwerer, aber auch inniger, anders eben.

Für mich ist Ben nun nicht mehr nur der erste eigene Hund. Er ist auch der erste alternde Hund, den ich wirklich täglich begleite. Doch egal, wie mein Minchen sich dabei entwickelt, solange die gegenseitige Liebe anhält, werden wir uns weiter Seite an Seite tapfer schlagen. Nur eins, das könnte ich nicht ertragen, wenn mein Minchen mich altersdemenzbedingt einmal nicht mehr erkennen würde. Daß es soweit kommt, hoffe ich nicht, das sind Gedanken, die ich viel weiter von mir schiebe als die daran, daß wir eben keine Ewigkeit mehr miteinander haben werden. Denn eins weiß ich, wenn der Ben einmal gehen muß, dann wird er nicht nur den Athos wieder treffen. Er wird mit freier und fröhlicher Seele gehen können, und er wird in dem Wissen und mit der langjährigen Erfahrung gehen, daß Menschen keine mißhandelnden Monster sein müssen und daß Artgenossen Familie und Freunde sein können.

Niemand wird uns je unsere gemeinsamen Jahre, vor allem aber dem Ben niemand seine unglaublichen Leistungen nehmen können, die er in den Jahren hier in Deutschland vollbracht hat. Was dieser Hund alles überwand - davor kann man nur den Hut ziehen.

Lieber, großer Ben, ich muß Dir nicht sagen, wie sehr ich Dich liebe. Ich darf es Dir jeden Tag zeigen, und darauf, daß Du mich als Deinen menschlichen Mentor und Freund akzeptiert hast, bin ich wirklich, wirklich stolz.

Bild 1: Ben bei seiner Lieblingsbeschäftigung - Leckerchen schnorren.

Bild 2: Ben auf dem Weg in Frauchens Arme.

Bild 3: Ben mit dem ersten Mitglied seiner hundlichen Familie, mit Seppl.

Bild 4: Ben wie er lebt und strahlt.

Bild 5: Ben fröhlich im Wald, wobei winterliche Kälte vom Ex-Spanier lieber genommen wird als sommerliche Hitze.

Meine Gold-LupaDas tägliche Glück

Posted by Barbara Dehn Jul 10, 2013 03:08AM

Nachdem meine Malineuse schon seit einiger Zeit immer mal lahmte und hinkte, diverse Gaben diverser Schmerzmittel immer nur zeitweilig Linderung brachten und meine Tierärztin beim Abtasten der Maus an immer neuen Stellen Schmerzreaktionen hervorrief, beschloß ich, im Fall des Falles eine Golddrahtimplantation machen zu lassen.

Entsprechend wurde ein Kombi-Termin vereinbart. Meine Flugfritte sollte per Röntgendiagnostik auf Herz und Nieren geprüft werden, falls sich Hinweise auf Veränderungen des Bewegungsapparates ergeben würden, wollten wir den Eingriff direkt vornehmen - einfach, um eine Narkose zu sparen.

Gesagt, getan. Lupa wurde schlafen gelegt, die Bilder wurden angefertigt. Schnell war klar: Arthrosen in der rechten Hüfte, leichte Spondylosen in der Lenden- und schwerere in der Brustwirbelsäule rechtfertigten das Gold definitiv.

Also tat Frau Dr. Habrock, was Frau Dr. Habrock besonders gut kann und implantierte an zahlreichen Stellen des malineusen Körpers kleine Goldstückchen, die der Maus die durch die Krankheiten verursachten Schmerzen nehmen sollten.

Kaum einen Tag später, nahm ich erste Veränderungen wahr. Lupa bewegte sich sichtbar freier. Einen Tag später wurde das Gefühl stärker.

An beiden Tagen war die Malinette so fröhlich, daß ich ihr die Schmerzmittel schon gar nicht mehr gab, die sie hätte bekommen dürfen, aber nicht müssen.

Drei Tage nach dem Eingriff mußte ich wegen des kleinen Herrn Ilias, der sich das Pfötchen verletzt hatte, noch einmal in die Tierarztpraxis. Dort fragte ich natürlich, ob es überhaupt sein könne, daß man schon so schnell Veränderungen bemerken kann.

Dr. Habrocks Antwort lautete sinngemäß: "Ja, das ist sogar optimalerweise so. Eigentlich sollte man ca. acht Stunden nach Implantation etwas sehen, dann gibt es nach drei Monaten nochmal einen ordentlichen Schub, und was nach sechs Monaten nicht da ist, kommt auch nicht mehr."

Vier Tage nach der OP erklärte eine Freundin, die Lupa kurz "vorher" und direkt "nachher" erlebte, ich würde mir die Veränderungen ganz sicher nicht einbilden, auch sie sähe die Unterschiede.

Und dann wurde es ohnehin so eindeutig, daß ich nur noch jubilieren konnte. Nicht nur, daß meine Maus plötzlich nicht mehr in die Grundstellung ging, sondern hüpfte. Nein, auf ein "hopp" sprang sie an mir hoch bzw. holte sich von besagter Freundin ihre Leckerchen auf den Hinterbeinen stehend, Bewegungen, die sie vorher NIE ausgeführt hatte.

Als wir an diesem Abend nach Hause kamen, hüpfte und alberte die Lütte, wie ich sie noch nie erlebt hatte, sie drehte und wendete und biß sogar vor lauter Übermut in die Leine - wie ein kleiner Welpe, der sich seines Lebens freut - es war einfach unglaublich.

Am fünften Tag nach dem Eingriff folgte eine echte Nagelprobe, denn wir besuchten einen befreundeten Physiotherapeuten. Ich bat ihn, sich "dat Lupi" genau anzuschauen und erntete: Begeisterung, Überraschung, Erstaunen.

Zunächst sah der Herr Therapeut die Veränderung bereits im Gangbild. Lupa geht auch seiner Auffassung nach viel weniger steif, schont nicht mehr so, auch im Stehen entlastet sie rechts nicht mehr ständig. Sie hüpft und springt, was auch er von ihr nicht kannte.

Doch besonders beeindruckte das Ergebnis der Tastuntersuchung. Gedrückt wurden eine Reihe von Triggerpunkten, an denen Lupa vorher IMMER reagiert hatte, zum Teil sogar mit leichter Aggression, immer aber mit deutlicher Abwehr und Signalen, daß sie Schmerzen hatte. Jetzt reagierte sie plötzlich an KEINEM dieser Punkte mehr, die Hüfte konnte bewegt, gedrückt und gezogen werden, die Knie ebenfalls - es tat sich: NICHTS. Ganz ehrlich, sogar ich war vollständig baff über dieses so eindeutige Ergebnis.

Acht Tage nach der Implantation stellte sich mir die Frage: Wer hat den Mali ausgetauscht?

Gnädige Frau weckten des Morgens und wollten: was tun. Lupa hüpfte auf mir rum, drehte und wendete sich, verteilte Küßchen - nur ausschlafen wie früher, das wollte die Flugfritte nu nicht mehr.

Neu ist seitdem auch die Art, wie sie sich räkelt. Früher achtete sie peinlich darauf, die rechte Hüfte weder zu strecken, noch zu belasten. Jetzt wird beidseitig gedehnt und lang gemacht, was das Zeug hält, außerdem wird nach großen und kleinen Geschäften ausgiebig gescharrt, beidseitig und grinsend. Auch das: typische Fälle von "das hat 'se ja noch nie gemacht".

Ins Platz legt sich die Malineuse übrigens jetzt auch fast immer gerade, ohne Schonhaltung nach links oder rechts, wie sie früher üblich war.

Insgesamt steigt ihre Arbeits- und Spielfreude deutlich, ein erster Schutzdienst "nach GI" verlief nicht nur zu ihrer und meiner Zufriedenheit, sondern endete mit dem Fazit unseres Ausbilders und Schutzdiensthelfers, das da lautete: "Sehr, sehr schön."


Lupas Hüfte vor der Implantation

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Lupas Rücken "hinten" vor der GI

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Lupas Rücken "vorne" vor der GI

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Lupas "Fahrgestell" inklusive "Gold"

Der Beginn einer wunderbaren FreundschaftDas tägliche Glück

Posted by Barbara Dehn Jan 24, 2013 03:40AM

Vor einigen Tagen gab es einen der schönsten Momente der letzten Zeit. Ich hatte Seppl und Lupa mit in die Stadt genommen, Senior Ben war mit dem kleinen Herrn Ilias zu Hause geblieben.

Als wir zurückkamen, gab mein großer Schwarzer -bevor er mich fiepend umgarnte- erst einmal Küßchen und zwar: der kleinen Mali-nette. Er begrüßte sie wirklich unglaublich liebevoll, so sehr, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte.

Nur wenige Tage später standen die beiden nebeneinander vor mir. Beide wollten gekrault werden. Das tat ich natürlich gerne. Ich streichelte den einen links, den anderen rechts. Und plötzlich legte Ben Lupa ganz sanft den Kopf auf den Rücken (mittendrauf und nicht mal in der Nähe des Nackens), ruhig und vertrauensvoll.

Die kleine belgische Dame blieb währenddessen stehen - genauso ruhig und vertrauensvoll.

Ich hielt vor lauter Glück regelrecht die Luft an, um den Moment nur ja nicht zu stören, während ich weiterhin links und rechts das Fell "durchkämmte".

Einen Tag danach kamen wir von einer längeren Fahrt zurück. Ganz unserer täglichen Routine entsprechend, die entstand, weil ich nie weiß, ob Hofschäferhund Chico, den Ben und Lupa solidarisch miteinander nicht leiden können, den Weg zur Haustür blockiert, waren Seppl und Ilias schon reingebracht. Ich mußte nur noch den Mali "auspacken" und Ben "befreien".

Das Lüpchen hüpfte freudig aus der Box, trabte mit mir zur Seitentür des Transporters und wartete strahlend auf den Herrn Ben, den ich zum Schluß rausholte.

Kaum hatten dessen Pfötchen den Boden berührt, schnüffelte der Große schon an seiner Lupa rum, was die sofort freudig erwiderte. Die Schnauzen wurden aneinander gerieben, man gab sich erneut gleichsam Küßchen - die beiden begrüßten sich regelrecht und trabten dann Seite an Seite, die Ruten fröhlich wedelnd, über den Hof.

Es war wirklich ein Bild für Götter und ein weiteres Indiz dafür, daß hier offenbar gerade eine richtige Freundschaft entsteht.

Doch, doch, dat Lupi war damals definitiv die richtige Wahl, und mittlerweile scheint das auch der Herr Ben so zu sehen.

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Little Princess CharmingDas tägliche Glück

Posted by Barbara Dehn Dec 18, 2012 03:57AM

Die kleine charmante Prinzessin, sie becirct sie alle, ihre Kumpels und mich natürlich auch. Aber wer könnte DIESEM Augenaufschlag auch widerstehen. :-)