Unser Tagebuch

Unser Tagebuch

Mit wunderbaren Hunden ...

... bereichert durch's Leben.

Munter weiter

Veni, vidi, viciPosted by Barbara Dehn Nov 25, 2012 12:33AM
Die Familienzusammenführung funktioniert immer besser. Lupa fügt sich langsam in die Gruppe ein, vor allem aber orientiert sie sich sehr gut an mir. Man merkt, daß sie sich darauf verläßt, daß sie dazugehört, sie scheint langsam darauf zu vertrauen, daß sie hier zu Hause und geborgen ist. Auch auf meine Führung baut sie, ist sie in einem Konflikt, kommt sie zu mir und holt sich Hilfe, so möchte ich es haben.

Parallel fängt sie an, immer öfter mit mir rumzualbern. Da kommt dann plötzlich ein Mali-Köpfchen ganz naseweis an meinem Bein vorbei oder schmiegt sich von hinten in meine Hand, um, wenn ich mitmache, den Kasper zu geben - es ist ein wunderschöner Anblick.

Ihren Beutetrieb entdeckt die Dame ebenfalls immer stärker. Hat sie ein Spieli, schleppt sie es begeistert rum, vor einigen Tagen suchte sie sich, als keins da war, zum ersten Mal ein Stöckchen und schleppte es über's Feld - stolz wie Oskar natürlich.

Es macht Freude, sie zu beobachten, wie sie "ankommt", und natürlich bin ich froh, daß sie die anfänglichen Disharmonien zwischen ihr und Ben bereinigen. Beide gehen sich jetzt deutlicher aus dem Weg, kommt es zu einem Problem, stehen sie beide bei mir und lassen mich lösen - das ist eine tolle Entwicklung, die des Malis Tempo widerspiegelt: Hat Lupa etwas einmal "gefressen", setzt sie es in ICE-Geschwindigkeit um, ob nun im Alltag, in der Unterordnung oder im Schutzdienst, in dem wir sie ganz, ganz langsam und aktuell noch am Beißkissen, aufbauen.

Ihre Erbanlagen kann sie dabei wahrlich nicht verleugnen. Lupa ist nicht nur ein extrem sozialer Hund und tickt wie ein ganz normaler Mali, sondern zeigt auch, daß beide Elterntiere nicht umsonst bis IPO III kamen und erfolgreich an nationalen Wettkämpfen teilnahmen. Ihre Griffe sind, obwohl sie bisher absolut nicht gearbeitet wurde, nach ganz kurzer Zeit ruhig und fest, um unseren Ausbilder zu zitieren, der beim letzten Training außerdem den wunderbaren Kommentar "kluges Mädchen" abgab - ganz zur Freude der Hundeführerin, und ich schwöre, Lupa grinste dazu. ;-)

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Es wird

Veni, vidi, viciPosted by Barbara Dehn Nov 10, 2012 01:03AM
Heute war zum ersten Mal ein Tierarztbesuch angesagt, da die Maus am rechten Hinterbein gelahmt hatte.

Lupa ging entspannt in die Praxis, und ich darf sagen: auch entspannt wieder raus. Dazwischen kuschelte sie sich in meinen Arm und ließ die Tierärztin machen. Die Ohren wurden untersucht, die Äugelein angeschaut, die sich leicht entzündet hatten und natürlich wurde das Pfötchen begutachtet.

Ergebnis: Ohren ok, für die Augen gab es eine Salbe, die ein bißchen Cortison enthält und antibiotisch ist, die Pfote selbst ergab keinen Befund.

Aber: Eben nur die Pfote. Die Tierärztin ist nämlich nicht sicher, ob mein Mäuschen nicht etwas mit der Hüfte hat. Lupa reagierte auf die Schmerzpunkte, ist allerdings auch massiv verspannt im hinteren Rückenbereich, und UO-Trainer Peter meinte später, daß ihr "da hinten" ja auch noch ein bißchen Bemuskelung fehlt.

Wir beschlossen, erstmal nicht zu röntgen, denn theoretisch kann es ja auch sein, daß die Lütte schlicht und einfach durch die viele ungewohnte Bewegung ein bißchen Muskelkater hat oder einfach irgendwo eine leichte Zerrung steckt. Ich soll jetzt erstmal noch ein paar Tage Rimadyl (Carprotab) geben, falls es nicht besser wird, müssen wir nochmal schauen.

Grundlegend werde ich allerdings auf jeden Fall mal checken lassen, wie die Hüften und Ellenbogen aussehen. Schließlich soll die Maus in den Schutzdienst und auch richtig IPO-UO machen, was bedeutet, sie müßte ggf. auch springen. Da möchte ich natürlich sichergehen, daß sie beides auch tatsächlich kann und darf. :-)

Vielleicht kann ich auch den Vorbesitzer dazu einmal befragen, möglicherweise ist ja ein HD-Check längst gemacht worden.

Ich denke, ich werde erstmal am Sonntag Athos' ehemaligen Tierarzt Wolfgang bitten, sie durchzutasten, er ist da wirklich sehr fit, und wenn er meint, sie müßte mal kurzzeitig schlafen gelegt werden, um ihr "Fahrgestell" zu durchleuchten, dann machen wir das eben auch - ich vertraue da seinem Urteil.

Im Anschluß an den ausgesprochen problemlosen TA-Termin ging's zum UO-Training mit Peter. Und das war heute für mich einfach nur wunderschön. Wir shapten zunächst weiter am "Platz", und wieder konnten wir die Denkwölkchen über Lupas Köpfchen sehen. Als Leckerchen hatte ich fertig gekaufte Frikadellen, die sie in Thüringen von Marco mit allergrößter Begeisterung abgestaubt hatte, und sie schien beschlossen zu haben, dafür notfalls auch Rollen rückwärts machen zu wollen. ;-)

Ganz plötzlich sahen wir jedenfalls, wie es in Lupas Hirnwindungen sprichwörtlich "click" machte. Sie hatte von einem Mal auf das andere begriffen, worum es ging und warf sich plötzlich regelrecht in die gewünschte Position. Das sah sehr lustig aus, denn das Malimädel geht immer vom Sitz ins Platz, und manchmal überholte das Hinterteil das Vorderteil jetzt regelrecht. Die Kleine war mit einer solchen Begeisterung dabei - wir konnten richtig zuschauen, wie die innere Freiheit wuchs und wuchs.

Das besondere Highlight aber gab es am Ende. Peter sollte sich anschauen, wie Lupas Beutetrieb gestrickt ist und machte ein paar Tests mit ihr, die auch Polizei-Malis absolvieren müssen. Dazu gehört, daß das Spieli in einen dunklen Raum geworfen wird, es wird geschaut, wie umweltsicher der Hund ist und wie wichtig es ihm ist, die Beute auch in einer "unheimlichen" Umgebung noch zu verfolgen.

Was soll ich sagen? Lupa machte keine Kompromisse. ;-)

Danach hielt ich sie fest, und Peter packte die Beißwurst in einen Karton. Das Teil war höher als Lupa, sie mußte sich schon anstrengen, um die Beute zu angeln. Und plötzlich hatte ich tatsächlich einen richtigen Mali vor mir. Sie schreckte nicht eine Sekunde zurück, hüpfte auf den Rand, drückte den Karton platt, bretterte rein - unter dem begeisterten Lob von Peter, der sich richtig freute.

Auch, als die Beißwurst dann unter dem Karton, der auch mit irgendwas befüllt war, das offenbar nicht ganz leicht war, verschwand, raste Lupa hin, buddelte, grub, schubste und schob, um an das Begehrte heranzukommen. Am Ende hob sie das Hindernis einfach hoch - ich hätte nicht gedacht, daß mein Mädel SO beuteorientiert und vor allem furchtlos ist. Peter und ich freuten uns im Chor, und Lupa schleppte ihre Beute megastolz durch die Halle - ja, sooooo darf es gerne weitergehen. :-))))

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Triebes Erwachen

TrainingserfolgePosted by Barbara Dehn Oct 31, 2012 03:04AM
Der große Spaziergang begann heute vielversprechend. Lupa nahm zum ersten Mal von sich aus die Beißwurst mit aus der Box und schleppte sie rum. Zwischendrin durfte auch Seppl sie tragen, ganz ganz kurz zerrgelten sie miteinander, meist aber hatte Lupa das Spieli in der Schnauze.

Immer öfter sprintet die Lütte jetzt auch einfach mal drauflos. Mit der Beißwurst veranstaltet sie wahre Schlachten, schüttelt sie hin und her und hat ganz offenkundigen Spaß an der Sache.


Wenn ich mit ihr zerrgele, wird sie immer triebiger. Sie zeigt einen richtig guten Griff und will alles, nur nicht loslassen. Lasse ich sie dann gewinnen, ist sie stolz wie Oskar und freut sich wie Bolle über die gemachte Beute. Das wird garantiert noch richtig lustig, wenn wir das weiter ausbauen.

Nachmittags war ich in der Stadt verabredet und guckte mal, ob sie das Spieli auch durch die City tragen mag. Mochte sie. Wie früher auch Athos zockelte sie mit der Beißwurst im Schnabel durch den Schloßpark, über den Marktplatz und dann ins Café, begleitet von zahlreichen strahlenden Menschen, die sie auf dem Weg wohlwollend anschauten und mich anlächelten.

Auf dem Rückweg, zum Treffen mit einem Kunden, der ebenfalls einen Mali hat, begegneten uns zwei junge Männer, die offenbar irgendwie orientalischer Abstammung waren. Als sie Lupa sahen, sagte der eine: "Malinois?" Und lachte freundlich, als ich "ja" sagte, stupste seinen Kumpel an, zeigte auf Lupa und schien irgendwie recht angetan zu sein. :-)

Abends war Training angesagt, freies Formen, um Lupas geistige Freiheit zu erweitern. Als wir vom Auto zur Halle gingen, in der wir arbeiten, war es mein Hundetier, das strahlte. Sie freute sich sichtlich auf die Übungen und begrüßte Peter wie einen alten Kumpel, wedelte, stupste ihn an, als ob sie sagen wollte: "Super, los, laß uns was machen."

Wenn das so weitergeht, habe ich ganz bald einen wirklich richtigen Mali. :-)))

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Nach nicht ganz zwei Wochen

Veni, vidi, viciPosted by Barbara Dehn Oct 29, 2012 11:39PM
Seit vergangener Woche Dienstag waren wir am Stück unterwegs. Zunächst führte uns ein Training nach Ostfriesland, am Freitag reisten wir dann weiter in den Spessart, wo ich einen Workshop zu leiten hatte.

Nachdem die Jungs und das Mädel damit letzte Woche und bis gestern auf engerem Raum als sonst zusammenlebten, sind wir nun wieder zu Hause.

In Ostfriesland lief es sehr gut, auch wenn Ben immer noch sehr aufpaßt, daß Lupa keinen Quatsch macht. Die Lütte lernte zahlreiche neue Hunde kennen, und es zeigte sich, daß sie über ein gutes Sozialverhalten verfügt, allerdings gerne von Beginn an deutlich macht, daß sie ein Mali ist und sich nichts gefallen läßt.

In Wiesen gab es -nach einigen Tagen der Ruhe zwischen den beiden- noch einmal eine größere Keilerei zwischen Ben und Lupa. Mein großer Schwarzer fordert da schon recht vehement Respekt ein, und so ein Mali gibt auch nicht sofort klein bei. Es war wie es eigentlich ein Rüdenkampf wäre - viel Lärm um nichts. Laut, aber ohne Blessuren.

Doch das gehört meiner Meinung nach zur Neuordnung innerhalb der Gruppe einfach dazu. Soweit nötig regele ich und mache deutlich, daß ich solchen Krawall nicht möchte, lasse den Hunden jedoch auch den Freiraum, ihre Dispute in gewissem Rahmen zu klären.

Insgesamt klappt es erstaunlich gut mit den vieren. Wobei ich sie bisher nicht allein lasse, wenn ich ohne sie arbeiten mußte, sondern trenne. Seppl und Lupa blieben jeweils in einem Raum, Ben und Ilias im anderen. Das ging sehr gut und gab mir und sicher auch den Hunden mehr Ruhe. Ich halte einfach nichts von "die machen das schon", ich möchte da sein, um im Zweifel ordnen zu können. Seppl und Lupa vertraue ich allerdings, nachdem sie in Ostfriesland schon friedvoll die Kudde geteilt hatten und merkte vor allem, daß Lupa schlicht und einfach nicht allein sein wollte. Und das Sepplchen gab tatsächlich einen prima Mali-Sitter ab. :-)

Gekrönt wird unser Erfolg gerade jetzt. Vorher legte sich Lupa hier zu Hause nämlich gerne im Schlafzimmer auf das Bett oder in die Kudde, jetzt liegt sie hier bei mir und den Jungs, alle schnurcheln friedlich um den Kamin herum, genauso, wie ich es mir gewünscht hätte und wie es früher mit Athos auch war.

Die Strapazen der letzten Woche steckte Lupa richtig gut weg. Sie fährt gut und gerne Auto, paßt sich an die Gegebenheiten an, auch daran, daß wir in zwei verschiedenen Ferienwohnungen an zwei verschiedenen Orten wohnten.

Sie gewann mit allem weitere Freiheit und Sicherheit, das ist deutlich zu spüren und zu sehen, auch das Video, das sie im Rahmen des Seminars im Spessart zeigt, spiegelt das wider.

Ich denke, die Struktur, die ich vorgebe, gibt ihr Halt, heute in der Stadt waren die Ohren hoch, die Rute ging fröhlich, einfach, weil ich sie immer wieder ansprach, sie clickerte, wenn sie mich anschaute. Und das tut sie mittlerweile sehr oft, den Blickkontakt suchen, anfangs traute sie sich auch das nicht, fürchte ich.

Nun liegt die Lütte hier neben mir, pennt tief und fest und scheint sehr, sehr zufrieden. :-)

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Lupas zweiter Tag

Veni, vidi, viciPosted by Barbara Dehn Oct 29, 2012 11:29PM
Der 2. gemeinsame Tag, 18. Oktober 2012

Als wir aufbrachen, stand bei uns mal wieder das Pony auf dem Flur. Ich wohne ja auf einem Bauernhof, und auf dem Weg von der Wohnung zum Auto müssen wir am Pferdestall vorbei. "Pony", wie das Pony originellerweise heißt, macht sich ab und an selbständig und steht dann vor der Tür desselben - genau da, wo wir langgehen müssen.


Lupa erschreckte sich sehr und machte, was ein ordentlicher Mali macht - sie verbellte es. Und weil's so schön war, wurde auch Hof-Schäferhund Chico "verblecht". Denn auch Lupa hat eine Stimme wie viele Malis - sie klingt wie die Blechbläser eines Orchesters an einem schiefen Tag. Aber wenigstens ist ihre Stimme ziemlich tief, da kann man's aushalten. ;-)

Der heutige Spaziergang war deutlich entspannter als gestern. Lupa wirkte zeitweilig richtig fröhlich, die Augen strahlten immer wieder mal, die Rute war hoch und wedelte freudig.

Immer wieder versuchte sie, Ilias zu besteigen, was ich jedoch unterband. Auch, weil man dem Lütten ansah, daß das ein bißchen zuviel der Liebe für ihn war. ;-)

Zu meiner großen Freude zeigte Lupa heute Interesse an der mitgenommenen Beißwurst. Sie rannte hinterher, apportierte und ... zerrgelte, was mir großen Spaß machte.


Da kommt bestimmt noch einiges an Trieb, denke ich, wenn sie sich erstmal von der Vorstellung, daß immer Gefahr von Strom auf dem Hals droht, verabschieden konnte.

Lupa zeigte viel Interesse an Ben, der das auch zuließ, nur richtig rennen wollte sie noch nicht. Aber das kommt bestimmt/hoffentlich noch.

In Ahlen lernte sie meine Mutter kennen, die mein Mali-Mädel sehr bewunderte und auf Anhieb mochte, obwohl Lupa kein Leckerchen nehmen wollte.

Der Physiotherapeut durfte sie durchknuddeln, ein Hund, der an der Leine vorbeigeführt wurde, wurde neugierig betrachtet, sonst passierte jedoch nichts.

Ein Leinenspaziergang mit Seppl lief prima, die beiden gingen wie alte Kumpels nebeneinander her.

Gefressen hat sie heute auch gut, allerdings ist Trockenfutter nicht so ihr Dinge. Das Meradogs auf dem Spaziergang ging, das Dr. Clauders mag sie gar nicht, dafür aber Naßfutter aus der Dose. Naja, kriegt sie erstmal das, Hauptsache, sie frißt.

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G'lupa de la Noire Alliance

Veni, vidi, viciPosted by Barbara Dehn Oct 29, 2012 11:19PM
Wenn man Malis liebt und beschlossen hat, zu warten, bis ein Not-Belgier einen findet, dann ... wartet man nicht lange. Nicht nur, daß zwei liebe Freundinnen -zunächst ohne mein Wissen- die Belgier-in-Not-Seiten durchstöberten und diverse Kleinanzeigenmärkte unsicher machten (hier bieten kleinere Tierschutzorgas ihre Notfelle nicht selten an, um ein breiteres Publikum zu erreichen), auch verschiedene Hilfegesuche erreichten mich, kaum war "in der Belgier-Szene" bekannt, daß bei mir ein Tierschutz-Mali-Platz zu besetzen sein könnte.

Schnell war ich also mit der Frage konfrontiert: Halte ich mein Versprechen, daß ich Athos gegeben hatte, sofort oder muß/will ich länger trauern, verarbeiten ... was auch immer.

Letztlich war es die große Not, die sichtbare Not gerade der Hunde der von mir so geliebten Rasse, die im Tierschutz landen, die mich veranlaßte, sehr schnell Herz und Haus zu öffnen und mir wenigstens zwei notleidende belgische Fellnasen einmal persönlich anzuschauen.

Am Sonntag traf ich zunächst, begleitet von den Freundinnen Liese, die ihn entdeckt hatte und Katja, Malinois Pecco. Ein toller Hund, von dem mein Herz jedoch schnell sagte: Meiner ist es einfach vom Typ her nicht, doch tun möchte ich für ihn auf jeden Fall etwas. Seine Vorgeschichte ist hier zu lesen:http://www.protectier.de/zuhause-gesucht/pecco/

Schnell war verabredet, daß ich den Buben im Zweifel in Pflege nehmen, in jedem Fall aber, egal wie das Kennenlernen mit Not-Mali 2 ausgehen würde, mit ihm arbeiten und bei seiner Vermittlung helfen würde. Denn, das sagte ich ehrlich, da war noch Lupa, die tatsächlich aus Belgien stammende Belgierin, die bei ihrem vorherigen Halter gebissen hatte und deshalb hatte eingeschläfert werden sollen. Ein junges deutsches Pärchen hatte sie vor diesem Schicksal bewahrt und von einem luxemburgischen Millionär, der sie statt mit Leine mit "Tacker" geführt hatte, übernommen. Was ich wußte, war, daß man kaum mit ihr gearbeitet hatte, daß sie auf den ersten Spaziergängen nach ihrer Rettung nie die Ohren hochgestellt hatte, aus Angst, daß doch noch ein Stromschlag kommen könnte. Was ich vermutete, war, daß hier jemand sich einen Hund einer Rasse angeschafft hatte, die er falsch einschätzte, daß hier ein Hund vollständig unterfordert gewesen war, der denken und arbeiten hätte müssen - die klassische "Mali beißt am Ende"-Geschichte ihren Lauf genommen hatte, sozusagen.

Was für mich einzig zählte, war jedoch: Ich hatte ihre Augen gesehen. Und die sind es immer, die überzeugen, das galt bei Ben und bei Athos, meinen Seelenhunden, gleichermaßen, ebenso wie bei Seppl und Ilias, die sicher auch nicht geblieben wären, wenn nicht letztlich ihre Blicke hatten mich ins Herz getroffen und mir jede Entscheidung aus der Hand genommen hätten. Ich denke, so wird es auch immer wieder sein, wenn ein neuer Hund den Weg zu mir finden soll, es ist einfach ein Kriterium, auf das ich mich verlassen kann.

Auf dem Bild, das ich von Lupa gesehen hatte, hatte ich gleichsam auch ihre Seele gesehen und eben auch Athos, meinen Heldenhund, wiedererkennen können. Mitten ins Herz war ich damals wie heute getroffen gewesen, und so war es keine Frage. Ich reiste nach Bonn. Genauer: nach Königswinter. Denn Lupa wohnte hinter Trier, eine Reise, die sehr weit gewesen wäre, doch verkürzt wurde, weil die Pflegeeltern, nachdem sie mit mir gesprochen und meine Websites gesehen, von der Geschichte der Jungs erfahren hatten, ebenfalls ein starkes Gefühl hatten: Das, daß Lupa bei mir gut aufgehoben sein würde.

Wir trafen uns, ich stellte Lupa nicht nur den Jungs, sondern auch einigen Hunden befreundeter Menschen vor und ... war, wie meine Freundin Liese mir erklärte, kaum hatte ich mich auf Lupa eingelassen, weit, weit weg. Ja, ich "befragte" Athos, und es geschah etwas Seltsames. Ich dachte an ihn, und es tat nicht weh. Es verklärte den Blick und wunderschöner Erinnerung, aber es schmerzte nicht mehr wie die Tage zuvor. Ich sah seine Augen vor dem geistigen meinen, schaute Lupa an und wußte: Sie ist es.

Ich wollte eigentlich keine Hündin, das hatte ich immer wieder gesagt und auch gefühlt. Aber: Dieser Hund schien mir wie eine Fortsetzung von Athos, eine würdige Nachfolgerin für einen so wunderbaren Seelenhund.

Und so lag das Mädel am Abend des 17. Oktober im Schlafzimmer in ihrer Kudde, wo sie in der Nacht eng neben meinem Bett, meine Hand stets auf ihrem Fell, behütet schlief.

Auch an den Folgeabenden zog sie sich dorthin zurück. Offenbar hatte sie jede Menge Ruhe und Schlaf nachzuholen. Kaum jedoch betrat ich den Raum, freute sie sich regelmäßig ein Loch in den Bauch, wollte schmusen, kuscheln, körperkontakten. Und kam sogar, wenn ich zurück ins Kaminzimmer und an den PC ging, wo die Jungs um mich herum schliefen, in ihrem neuen Nest zur Ruhe.

Einen Tag später waren wir zum ersten Mal in Detmold in der Stadt, beim Optiker und in einem Lokal. Die ganze Zeit verhielt sich die Lütte cool und freute sich über jede Ansprache. Beim Kaffeetrinken lag sie ruhig an meiner Seite. Und mit "an meiner Seite" meine ich: an meiner Seite. Sie lag neben mir und schlief, aber wann immer die Äugelein aufgingen, wurde mir ein Bäuchlein entgegengestreckt, mit der Aufforderung, "runterzukommen" und zu knuddeln.

Von den Jungs ist sie mittlerweile weitgehend akzeptiert, Seppl wird immer neugieriger, in Ilias ist sie verliebt, nur Ben gibt ein bißchen den Despoten. Doch kaum mache ich ihm deutlich, daß ich nicht möchte, daß er irgendwas regelt, habe ich den Mali neben mir: glücklich, daß ein menschlicher Beschützer da ist, der abschirmt und nicht alleine läßt.

Die Fragen, ob die Maus schutzdienstgeeignet ist/wäre oder inwieweit sie "Trieb" hat - seltsam, sie waren bei der Entscheidung völlig unwichtig. Ich weiß es nicht, es wird sich rausstellen. Was ich weiß, ist: Sie ist es, sie sollte es sein, egal, was kommt, und der Kleinen ein so schönes Leben zu zeigen wie Athos es hatte - ist eine ausgesprochen lohnende Aufgabe, wie ich finde.

Ach ja, vollständig heißen die Dame: G'lupa De La Noire Alliance - ja, wenn sie mit DEM Namen nicht Bens beste Freundin werden müßte, weiß ich's auch nicht. ;-)))

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In loving memory, Athos

PechmariePosted by Barbara Dehn Oct 10, 2012 09:45PM

Heute mittag mußte ich meinen geliebten Malinois, meinen belgischen Seelengefährten über die Regenbogenbrücke entsenden.

Auf dem Weg zur Physiotherapie sollten die Jungs noch einen Spaziergang machen. Als ich Athos aus dem Auto hob, jaulte er beim Aufkommen auf den Boden furchtbar auf, und als ich das Gelenk des rechten Ellenbogens sah, wußte ich, daß nach dem linken nun auch das rechte gebrochen war. Ich untersuchte ihn kurz, hörte es böse knacken, obwohl ich kaum berührt hatte, und Athos wimmerte leise. Ich wußte schon da, was am Ende Realität wurde: Ich würde nur noch eins für ihn tun können, ihn erlösen.

Wir fuhren in die Praxis unserer Tierärztin. Schon, als sie ihn untersucht hatte, ahnte auch sie nichts Gutes. Die Röntgenbilder bestätigten es: Nachdem das linke Ellenbogengelenk vertikal gebrochen gewesen war, war nun das rechte horizontal und vollständig durchtrennt. Es gab keinerlei Knochenverbindung mehr zwischen oben und unten.

Selbst, wenn man versucht hätte, zu operieren, wären die Chancen auf Heilung denkbar schlecht gewesen. Während der gesamten langen Rekonvaleszenz hätte er auf dem schon kaputten und auch nicht ausgeheilten linken Bein laufen müssen. Weitere Arthrosen wären unvermeidlich gewesen, denn nach solchen Eingriffen treten sie immer auf, zu 100 Prozent.

Es gab meinem Herzen nach nur eine Entscheidung im Sinne meines Freundes, meines Kameraden: ihn nicht wieder aus der Sedierung aufwachen zu lassen. Ich fragte unsere Tierärztin nach ihrer Meinung. Sie erklärte, es gäbe keine andere richtige Entscheidung. So vertiefte sie die Narkose, legte die Spritze in den Katheter. Ich bat, diese letzte Hilfe meinem zweiten Seelenhund nach Ben selbst geben zu dürfen. Ich tat es dann, nahm ihn danach wieder in meine Arme und sprach mit ihm, während seine Seele entwich, ich sah, wie seine Augen starr wurden.

Ich dankte Athos für die wunderbare Zeit mit ihm, und versprach ihm, wenn er mir einen Nachfolger schickt, einem anderen Belgier in Not ein Heim zu geben, wenn es soweit ist, wenn mich einer findet, der meine Hilfe und die der Jungs benötigt. Und ich weiß, daß Athos genau das wollen würde.

Ich bin mir auch sicher, daß mein Bub irgendetwas ahnte. In der vergangenen Nacht lag er nicht wie sonst kuschelnd neben mir. Er lag auf mir, den Kopf auf meiner Brust und wollte gekrault werden. Fünf Stunden lang. Er ließ mich nicht schlafen. Immer, wenn ich aufhörte, stupste er mich an und verlangte, daß ich weitermachte.

Mein geliebter Malibub, ich werde Dich nie, nie vergessen. Ich bin Dir dankbar, daß Du mir Dein Vertrauen und Deine Liebe, Deine Hingabe und Kooperation geschenkt hast. Und ich bin dankbar dafür, daß ich Dir, nachdem Du soviele Jahre so schlechte Erfahrungen sammeln mußtest, noch ein paar schöne Jahre an der Seite Deiner Hundekumpels und an der meinen geben durfte.

Ich vermisse Dich so unglaublich. Für das, was ich heute gefühlt habe und jetzt empfinde, gibt es keinerlei Worte, nichts Angemessenes, nichts, was den Schmerz und die Leere, die in mir sind, beschreiben könnte.

Es war ein Gottesgeschenk, Dich bei mir gehabt zu haben, und ich weiß, Du schaust jetzt "von da oben" zu und bist frei und endlich, endlich wieder ohne Schmerzen.

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Einfach nur Herr Ben

Das tägliche GlückPosted by Barbara Dehn Jul 01, 2012 02:28AM
Am 30. Juni 2012 teilte "Onkel Ben", wie Peter ihn neuerdings liebevoll nennt, genau seit sechs Jahren Haus und Hof, Heim und Herd mit mir. Früher sagte man, ein Menschenjahr seien sieben Hundejahre. Demnach wären Ben und ich mit diesem Tag 42 Jahre verheiratet gewesen. ;-))))

Manchmal fühlt sich unser Verhältnis tatsächlich ganz genau so an: Wie eine wunderbare, über die Jahre gewachsene Ehe, in der man gemeinsam durch alle Phasen und Höhen und Tiefen ging, jedoch nie die Liebe zueinander und den Respekt voreinander verlor. Im Gegenteil, beide wuchsen und entwickelten sich, so, wie auch Mensch und Hund aneinander wuchsen und sich miteinander entwickelten.

Oh ja, unsere Sturm- und Drangzeit, die erste stürmische Liebe und die nicht weniger stürmischen ersten Meinungsverschiedenheiten am Beginn unserer Beziehung prägten uns. Wir lernten uns kennen und vor allem verstehen, wir lernten unsere Stärken und unsere Schwächen herauszufinden. Wobei Ben an mir bestimmt mehr Schwächen entdeckte als ich an ihm. :-)

Wir schlugen und vertrugen uns, doch eins, das muß ich sagen, kam mir, trotz einer Reihe von Problemen, die wir gemeinsam zu bewältigen hatten, wirklich nie in den Sinn: mich scheiden zu lassen. Ich hatte mich in Sekundenbruchteilen in diesen Kerl verguckt, als ich sein Photo das erste Mal gesehen hatte. Ich hatte der knurrenden und zähnefletschenden Flugkiste, die am Düsseldorfer Flughafen meiner geharrt hatte, von Beginn an erklärt: "Egal, was Du anstellst, Du gehörst zu mir und Du bleibst auch bei mir". Und dabei blieb es bis heute und zwar, auch wenn es vielleicht schwer zu glauben ist, von Anfang an und durch alle Zeit ohne jeden Hauch eines Zweifels.

Nach wahrlich turbulentem Anfang liefen wir jedoch irgendwann in einen ruhigeren Hafen, den des gegenseitigen Vertrauens, ein. Ben lernte, sich mir anzuvertrauen, ich lernte, darauf zu vertrauen, daß er genau das tat und nicht in alte Verhaltensmuster zurückfiel. Was mir erstaunlicherweise nie wirklich schwerfiel, warum auch immer.

Wir entwickelten mit den Monaten und Jahren Routinen, vor allem aber eine große, für mich immer noch unfaßbare Innigkeit, die ich als unglaubliches Geschenk empfinde. Ich spürte von Beginn an und mit der Zeit immer intensiver, wie mir dieser große, schwarze Seelenhund nahe kam und erlebte schließlich, wie er sich immer öfter an mich anlehnen konnte, ohne dabei jedoch je seine Eigenständigkeit und seine wunderbare Persönlichkeit aufzugeben.

Wie ich war und ist Ben kein Anpasser. Er wollte und mußte davon überzeugt werden, daß es sich lohnte, sich mir anzuvertrauen, befreite sich "nur" aus seinem seelischen Gefängnis, verbog sich jedoch nie. Es war genau so, wie ich es mir immer gewünscht hatte und auch immer wieder wünschen würde.

Ja, und dann kamen die Kinder. ;-)))

Ich hatte immer gesagt: Ben ist ein "ein-Frau-Hund". Nur, daß wir den Seppl, der damals noch Bennie hieß, aufnehmen mußten, weil der schließlich in Not war.

Erstaunlicherweise entpuppte sich mein großer Schwarzer im Zusammenleben mit dem neuen Familienmitglied schnell als ziemlich cooler, wenn auch manchmal recht autoritärer "Papa", der zusammen mit mir ein ziemlich gutes Team abgab. Jedenfalls geriet unser Erstling ganz prächtig und verlor sehr schnell seine Unsicherheit, manchmal zugunsten einer ganz schön großen Klappe. Die Ben(nie) junior allerdings nur höchst selten Ben senior gegenüber aufriß, denn wer der Chef im Ring war, stand wirklich nie in Frage.

Als einige Zeit später mit Ilias das zweite "Kind" kam, war der Herr Ben bereits ein durchaus routinierter und liebevoller Erziehungsberechtigter, der ausgesprochen klar in seiner Kommunikation und seinen Ansprüchen an den Nachwuchs war, der jedoch auch bereit war, den Kiddies zuzuschauen und von ihnen zu lernen. Er, der nie mit anderen Hunden hatte spielen können, war plötzlich u.a. in der Lage, sich auf den kleinen Griechen und dessen Albernheiten einzulassen und einfach auch mal "mitzumachen", wenn er angespielt und abgeschleckt wurde. Unser "Kind der Sonne" ist bis heute "Papas Liebling", genießt diverse Privilegien und ist nach wie vor der einzige Artgenosse, der vom Minchen auch ganz aktiv "angespielt" wird.

Das dritte Kind war letztlich nur noch Routine, mehr Mamas Wunschkind als Papas, wenn man ehrlich ist. Monsieur d'Athos, der angelegentlich pubertierend schon mal den Revoluzzer raushängen ließ, schaffte es nun auch nicht mehr, "Vaddern" aus der Ruhe zu bringen. Ben machte die eine oder andere Ansage, blieb aber stets souverän und zeigte seine Genervtheit höchstens mal dadurch, daß er im Notfall "zu Muddern" ging und sich über die ungezogene belgische Göre beschwerte, frei nach dem Motto: "Guck, was DEIN Sohn wieder angestellt hat." ;-)))

Auf die dritte, die Kinder- und Erziehungsphase folgt jetzt schon seit einiger Zeit -in aller typisch ben'schen Gelassenheit natürlich- die vierte, die des "in Ehren Ergrauens". So ganz langsam wird mein Minchen mit seinen mittlerweile fast neun Jahren (am 3. Juli ist es soweit) tatsächlich zu einem graumelierten älteren Herrn, ein Umstand, der mir sehr entgegenkommt, denn auf genau diese Art von Mann stehe ich total. ;-)

Und so ist sie immer noch und immer wieder da, die Verbundenheit zu meinem ganz besonderen Aggressionshund, dem ich so unglaublich viel verdanke. Unter anderem, daß ich heute einem Beruf nachgehe, den ich liebe, der mich glücklich macht und ausfüllt.

Ben, ich danke Dir dafür, daß Du mein Lehrmeister warst und bist, für Deine Wärme und Dein Vertrauen, für zahllose Schmusestunden, dafür, daß Du mich "Hündisch" lehrtest und dafür, daß Du mir zeigst, was er heißt, einen Hund WIRKLICH zu lieben und zu ehren.

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