Unser Tagebuch

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Mit wunderbaren Hunden ...

... bereichert durch's Leben.

G'lupa de la Noire Alliance

Veni, vidi, viciPosted by Barbara Dehn Oct 29, 2012 11:19PM
Wenn man Malis liebt und beschlossen hat, zu warten, bis ein Not-Belgier einen findet, dann ... wartet man nicht lange. Nicht nur, daß zwei liebe Freundinnen -zunächst ohne mein Wissen- die Belgier-in-Not-Seiten durchstöberten und diverse Kleinanzeigenmärkte unsicher machten (hier bieten kleinere Tierschutzorgas ihre Notfelle nicht selten an, um ein breiteres Publikum zu erreichen), auch verschiedene Hilfegesuche erreichten mich, kaum war "in der Belgier-Szene" bekannt, daß bei mir ein Tierschutz-Mali-Platz zu besetzen sein könnte.

Schnell war ich also mit der Frage konfrontiert: Halte ich mein Versprechen, daß ich Athos gegeben hatte, sofort oder muß/will ich länger trauern, verarbeiten ... was auch immer.

Letztlich war es die große Not, die sichtbare Not gerade der Hunde der von mir so geliebten Rasse, die im Tierschutz landen, die mich veranlaßte, sehr schnell Herz und Haus zu öffnen und mir wenigstens zwei notleidende belgische Fellnasen einmal persönlich anzuschauen.

Am Sonntag traf ich zunächst, begleitet von den Freundinnen Liese, die ihn entdeckt hatte und Katja, Malinois Pecco. Ein toller Hund, von dem mein Herz jedoch schnell sagte: Meiner ist es einfach vom Typ her nicht, doch tun möchte ich für ihn auf jeden Fall etwas. Seine Vorgeschichte ist hier zu lesen:http://www.protectier.de/zuhause-gesucht/pecco/

Schnell war verabredet, daß ich den Buben im Zweifel in Pflege nehmen, in jedem Fall aber, egal wie das Kennenlernen mit Not-Mali 2 ausgehen würde, mit ihm arbeiten und bei seiner Vermittlung helfen würde. Denn, das sagte ich ehrlich, da war noch Lupa, die tatsächlich aus Belgien stammende Belgierin, die bei ihrem vorherigen Halter gebissen hatte und deshalb hatte eingeschläfert werden sollen. Ein junges deutsches Pärchen hatte sie vor diesem Schicksal bewahrt und von einem luxemburgischen Millionär, der sie statt mit Leine mit "Tacker" geführt hatte, übernommen. Was ich wußte, war, daß man kaum mit ihr gearbeitet hatte, daß sie auf den ersten Spaziergängen nach ihrer Rettung nie die Ohren hochgestellt hatte, aus Angst, daß doch noch ein Stromschlag kommen könnte. Was ich vermutete, war, daß hier jemand sich einen Hund einer Rasse angeschafft hatte, die er falsch einschätzte, daß hier ein Hund vollständig unterfordert gewesen war, der denken und arbeiten hätte müssen - die klassische "Mali beißt am Ende"-Geschichte ihren Lauf genommen hatte, sozusagen.

Was für mich einzig zählte, war jedoch: Ich hatte ihre Augen gesehen. Und die sind es immer, die überzeugen, das galt bei Ben und bei Athos, meinen Seelenhunden, gleichermaßen, ebenso wie bei Seppl und Ilias, die sicher auch nicht geblieben wären, wenn nicht letztlich ihre Blicke hatten mich ins Herz getroffen und mir jede Entscheidung aus der Hand genommen hätten. Ich denke, so wird es auch immer wieder sein, wenn ein neuer Hund den Weg zu mir finden soll, es ist einfach ein Kriterium, auf das ich mich verlassen kann.

Auf dem Bild, das ich von Lupa gesehen hatte, hatte ich gleichsam auch ihre Seele gesehen und eben auch Athos, meinen Heldenhund, wiedererkennen können. Mitten ins Herz war ich damals wie heute getroffen gewesen, und so war es keine Frage. Ich reiste nach Bonn. Genauer: nach Königswinter. Denn Lupa wohnte hinter Trier, eine Reise, die sehr weit gewesen wäre, doch verkürzt wurde, weil die Pflegeeltern, nachdem sie mit mir gesprochen und meine Websites gesehen, von der Geschichte der Jungs erfahren hatten, ebenfalls ein starkes Gefühl hatten: Das, daß Lupa bei mir gut aufgehoben sein würde.

Wir trafen uns, ich stellte Lupa nicht nur den Jungs, sondern auch einigen Hunden befreundeter Menschen vor und ... war, wie meine Freundin Liese mir erklärte, kaum hatte ich mich auf Lupa eingelassen, weit, weit weg. Ja, ich "befragte" Athos, und es geschah etwas Seltsames. Ich dachte an ihn, und es tat nicht weh. Es verklärte den Blick und wunderschöner Erinnerung, aber es schmerzte nicht mehr wie die Tage zuvor. Ich sah seine Augen vor dem geistigen meinen, schaute Lupa an und wußte: Sie ist es.

Ich wollte eigentlich keine Hündin, das hatte ich immer wieder gesagt und auch gefühlt. Aber: Dieser Hund schien mir wie eine Fortsetzung von Athos, eine würdige Nachfolgerin für einen so wunderbaren Seelenhund.

Und so lag das Mädel am Abend des 17. Oktober im Schlafzimmer in ihrer Kudde, wo sie in der Nacht eng neben meinem Bett, meine Hand stets auf ihrem Fell, behütet schlief.

Auch an den Folgeabenden zog sie sich dorthin zurück. Offenbar hatte sie jede Menge Ruhe und Schlaf nachzuholen. Kaum jedoch betrat ich den Raum, freute sie sich regelmäßig ein Loch in den Bauch, wollte schmusen, kuscheln, körperkontakten. Und kam sogar, wenn ich zurück ins Kaminzimmer und an den PC ging, wo die Jungs um mich herum schliefen, in ihrem neuen Nest zur Ruhe.

Einen Tag später waren wir zum ersten Mal in Detmold in der Stadt, beim Optiker und in einem Lokal. Die ganze Zeit verhielt sich die Lütte cool und freute sich über jede Ansprache. Beim Kaffeetrinken lag sie ruhig an meiner Seite. Und mit "an meiner Seite" meine ich: an meiner Seite. Sie lag neben mir und schlief, aber wann immer die Äugelein aufgingen, wurde mir ein Bäuchlein entgegengestreckt, mit der Aufforderung, "runterzukommen" und zu knuddeln.

Von den Jungs ist sie mittlerweile weitgehend akzeptiert, Seppl wird immer neugieriger, in Ilias ist sie verliebt, nur Ben gibt ein bißchen den Despoten. Doch kaum mache ich ihm deutlich, daß ich nicht möchte, daß er irgendwas regelt, habe ich den Mali neben mir: glücklich, daß ein menschlicher Beschützer da ist, der abschirmt und nicht alleine läßt.

Die Fragen, ob die Maus schutzdienstgeeignet ist/wäre oder inwieweit sie "Trieb" hat - seltsam, sie waren bei der Entscheidung völlig unwichtig. Ich weiß es nicht, es wird sich rausstellen. Was ich weiß, ist: Sie ist es, sie sollte es sein, egal, was kommt, und der Kleinen ein so schönes Leben zu zeigen wie Athos es hatte - ist eine ausgesprochen lohnende Aufgabe, wie ich finde.

Ach ja, vollständig heißen die Dame: G'lupa De La Noire Alliance - ja, wenn sie mit DEM Namen nicht Bens beste Freundin werden müßte, weiß ich's auch nicht. ;-)))

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