Unser Tagebuch

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Meine Gold-Lupa

Das tägliche GlückPosted by Barbara Dehn Jul 10, 2013 03:08AM
Nachdem meine Malineuse schon seit einiger Zeit immer mal lahmte und hinkte, diverse Gaben diverser Schmerzmittel immer nur zeitweilig Linderung brachten und meine Tierärztin beim Abtasten der Maus an immer neuen Stellen Schmerzreaktionen hervorrief, beschloß ich, im Fall des Falles eine Golddrahtimplantation machen zu lassen.

Entsprechend wurde ein Kombi-Termin vereinbart. Meine Flugfritte sollte per Röntgendiagnostik auf Herz und Nieren geprüft werden, falls sich Hinweise auf Veränderungen des Bewegungsapparates ergeben würden, wollten wir den Eingriff direkt vornehmen - einfach, um eine Narkose zu sparen.

Gesagt, getan. Lupa wurde schlafen gelegt, die Bilder wurden angefertigt. Schnell war klar: Arthrosen in der rechten Hüfte, leichte Spondylosen in der Lenden- und schwerere in der Brustwirbelsäule rechtfertigten das Gold definitiv.

Also tat Frau Dr. Habrock, was Frau Dr. Habrock besonders gut kann und implantierte an zahlreichen Stellen des malineusen Körpers kleine Goldstückchen, die der Maus die durch die Krankheiten verursachten Schmerzen nehmen sollten.

Kaum einen Tag später, nahm ich erste Veränderungen wahr. Lupa bewegte sich sichtbar freier. Einen Tag später wurde das Gefühl stärker.

An beiden Tagen war die Malinette so fröhlich, daß ich ihr die Schmerzmittel schon gar nicht mehr gab, die sie hätte bekommen dürfen, aber nicht müssen.

Drei Tage nach dem Eingriff mußte ich wegen des kleinen Herrn Ilias, der sich das Pfötchen verletzt hatte, noch einmal in die Tierarztpraxis. Dort fragte ich natürlich, ob es überhaupt sein könne, daß man schon so schnell Veränderungen bemerken kann.

Dr. Habrocks Antwort lautete sinngemäß: "Ja, das ist sogar optimalerweise so. Eigentlich sollte man ca. acht Stunden nach Implantation etwas sehen, dann gibt es nach drei Monaten nochmal einen ordentlichen Schub, und was nach sechs Monaten nicht da ist, kommt auch nicht mehr."

Vier Tage nach der OP erklärte eine Freundin, die Lupa kurz "vorher" und direkt "nachher" erlebte, ich würde mir die Veränderungen ganz sicher nicht einbilden, auch sie sähe die Unterschiede.

Und dann wurde es ohnehin so eindeutig, daß ich nur noch jubilieren konnte. Nicht nur, daß meine Maus plötzlich nicht mehr in die Grundstellung ging, sondern hüpfte. Nein, auf ein "hopp" sprang sie an mir hoch bzw. holte sich von besagter Freundin ihre Leckerchen auf den Hinterbeinen stehend, Bewegungen, die sie vorher NIE ausgeführt hatte.

Als wir an diesem Abend nach Hause kamen, hüpfte und alberte die Lütte, wie ich sie noch nie erlebt hatte, sie drehte und wendete und biß sogar vor lauter Übermut in die Leine - wie ein kleiner Welpe, der sich seines Lebens freut - es war einfach unglaublich.

Am fünften Tag nach dem Eingriff folgte eine echte Nagelprobe, denn wir besuchten einen befreundeten Physiotherapeuten. Ich bat ihn, sich "dat Lupi" genau anzuschauen und erntete: Begeisterung, Überraschung, Erstaunen.

Zunächst sah der Herr Therapeut die Veränderung bereits im Gangbild. Lupa geht auch seiner Auffassung nach viel weniger steif, schont nicht mehr so, auch im Stehen entlastet sie rechts nicht mehr ständig. Sie hüpft und springt, was auch er von ihr nicht kannte.

Doch besonders beeindruckte das Ergebnis der Tastuntersuchung. Gedrückt wurden eine Reihe von Triggerpunkten, an denen Lupa vorher IMMER reagiert hatte, zum Teil sogar mit leichter Aggression, immer aber mit deutlicher Abwehr und Signalen, daß sie Schmerzen hatte. Jetzt reagierte sie plötzlich an KEINEM dieser Punkte mehr, die Hüfte konnte bewegt, gedrückt und gezogen werden, die Knie ebenfalls - es tat sich: NICHTS. Ganz ehrlich, sogar ich war vollständig baff über dieses so eindeutige Ergebnis.

Acht Tage nach der Implantation stellte sich mir die Frage: Wer hat den Mali ausgetauscht?

Gnädige Frau weckten des Morgens und wollten: was tun. Lupa hüpfte auf mir rum, drehte und wendete sich, verteilte Küßchen - nur ausschlafen wie früher, das wollte die Flugfritte nu nicht mehr.

Neu ist seitdem auch die Art, wie sie sich räkelt. Früher achtete sie peinlich darauf, die rechte Hüfte weder zu strecken, noch zu belasten. Jetzt wird beidseitig gedehnt und lang gemacht, was das Zeug hält, außerdem wird nach großen und kleinen Geschäften ausgiebig gescharrt, beidseitig und grinsend. Auch das: typische Fälle von "das hat 'se ja noch nie gemacht".

Ins Platz legt sich die Malineuse übrigens jetzt auch fast immer gerade, ohne Schonhaltung nach links oder rechts, wie sie früher üblich war.

Insgesamt steigt ihre Arbeits- und Spielfreude deutlich, ein erster Schutzdienst "nach GI" verlief nicht nur zu ihrer und meiner Zufriedenheit, sondern endete mit dem Fazit unseres Ausbilders und Schutzdiensthelfers, das da lautete: "Sehr, sehr schön."


Lupas Hüfte vor der Implantation


Lupas Rücken "hinten" vor der GI


Lupas Rücken "vorne" vor der GI


Lupas "Fahrgestell" inklusive "Gold"

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