Unser Tagebuch

Unser Tagebuch

Mit wunderbaren Hunden ...

... bereichert durch's Leben.

Schon weit über ein Jahr

Das tägliche GlückPosted by Barbara Dehn Mar 10, 2014 01:18AM
Es ist unfaßbar. Dat Lupi wohnt jetzt schon weit über ein Jahr bei den Jungs und mir. Und dabei wollte ich "das Weib" eigentlich gar nicht haben. Ein Gefallen sollte es sein. Für den Herrn Ben. Ich dachte: Der kommt mit Mädels immer besser klar, kriegt er also ein Schätzeken an seine Seite.

Super hat das funktioniert. So traurig und hilflos Madamchen aus der Wäsche guckte auf den ersten Bildern, so verschüchtert sie sich zeigte, beim Kennenlernen, eine rechte Zicke gab sie hier zu Hause. Und traute sich sogar, dem großen Schwarzen zu widersprechen.

Zum Glück gab sich das, und heute verteidigt der alte Mann sein Mädchen sogar gegen böse potente Rüden, die er sonst zwar doof findet, aber eigentlich nur noch sehr bedingt angeht.

Wehe aber, wenn "madame de coeurs" sich nähert, da muß klar gemacht werden, wem die Herzensdame rechtmäßig angetraut ist. Da wird der alte Mann zum Rächer der Enterbten und Verteidiger der Damenwelt, die sich eigentlich ganz gut allein behaupten könnte.

Ja, sie haben wahrlich zusammengefunden, die Jungs und das Mädel, obwohl ich das zunächst nicht mehr recht geglaubt hatte.

Eigentlich waren es ja "nur" ihre Augen gewesen, in denen ich so sehr meinen Athos wiedersah, die mich veranlaßt hatten, gegen alles in mir zu sagen: Sie bleibt. Wobei liebe Freunde noch heute behaupten, das stimme gar nicht, man habe mir die Entscheidung "pro Lupa" in den ersten Sekunden schon angesehen und die Verliebtheit in die wunderschöne Dame gleich dazu.

So oder so: Schon nach relativ kurzem Kennenlernen lockten wir die kleine Braun-Schwarze in die Box, die Entscheidung war gefallen und hatte zur Folge, daß Lupi seitdem Fleischwurst für ein lebensnotwendiges Lebensmittel hält. Unter anderem jedenfalls.

Die ersten Wochen ging praktisch gar nix (außer Ben anzuzicken ;-))): Sie lief nicht schneller als Trab, sie ging keine paar Meter von mir weg, sie hatte die Ohren nie hochgestellt, aber ständig nach hinten geklappt - einfach, weil meine Maus immer noch und immer wieder den Stromstoß erwartete, weil der vorherige Halter den Tacker statt Leine benutzt hatte.

Was man ihr sonst noch so angetan hatte, das erfuhr ich erst durch sie und später durch ebenjenen Halter, den er sandte mir Photos, auf denen meine Flugfritte auch noch im Wechsel mit dem Stromreizgerät oder sogar zusätzlich Stachelhalsband trug.

Wenn ich mir das vorstelle, diese zarte Maus mit all dem bewehrt, ich finde es nur gerecht, daß sie sich irgendwann wehrte und zubiß. Wobei das eine Mal, das ihre Abgabe veranlaßte, laut Vorhalter nicht das erste Mal gewesen war. Naja, wen wundert's, wenn manN jedes angeblich unerwünschte Verhalten straft, ohne daß hund versteht, wofür ihn der Schmerz gerade wieder trifft.

Dat Lupi war anfangs ein armer Wurm. Spielzeug kannte sie nicht, Schutzdienst mal gleich gar nicht, Kopfarbeit noch viel weniger.

Es war mühsam, das alles aufzubauen. Doch gelohnt hat es sich. Heute trägt sie ständig irgendwas im belgischen Schnäbelchen herum wie weiland ihr Vorgänger, im Schutzdienst hat sie mit "dem ganz großen Kaninchen" soviel Spaß, daß selbst die realen Karnickel zur Nebensache werden, und ihren Ausbilder und Helfer begeistert sie nicht nur durch ihre Fortschritte in Sachen Beutearbeit, auch der Umstand, daß sie tatsächlich ein mitdenkender Gebrauchshund ist, der in der Sucharbeit, die ebenso wie Unterordnung und Schutzdienst via Shaping aufgebaut ist, endlich, endlich die Freiheit zu eigenen Denkleistungen entwickelt hat, freut nicht nur mein Herz immer wieder.

Fahren wir Richtung Trainingsort, fiept meine Flugfritte unentwegt, sobald sie sieht, wo wir aussteigen und wer da auf sie wartet, zeigt sie nur noch eins: Ich will, will, will und will nochmal.

Doch nicht nur in diesem Bereich gab es im vergangenen Jahr bahnbrechende Entwicklungen. Eine Schilddrüsenunterfunktion wurde erkannt und die Schilddrüse auf Medikamente eingestellt, auch fanden wir heraus, daß die Hübsche neben der Gewalt, die man ihr antat, noch weitere gute Gründe gehabt hätte, aggressiv zu sein. Sie zeigten sich, als Lupa immer wieder humpelte, zunächst, ohne daß wir wirkliche Gründe erkennen konnten.

Erst, als die Golddrahtimplantation anberaumt war und unsere TÄ vor Implantation noch mal alles durchröntgte, stellte sich heraus, daß die arme Malinette Spondylosen besonders im Brustwirbelbereich hatte, die definitiv arg wehtun mußten - und so zeigte GI letztlich als wahre Offenbarung, denn seit die Herzensdame auch noch eine Goldmarie ist, dreht sie nochmal so richtig auf.

Und so hoffen wir, daß wir auch im nächsten Jahr über viele Fortschritte und über noch mehr Lebensfreude berichten können.



  • Comments(0)